Vorabdruck: „Wohnblockblues mit Hirtenflöte“ in der WELT

Michaela Nowotnick, Florian Kührer-Wielach (Hgg.)
Wohnblockblues mit Hirtenflöte
Rumänien neu erzählen
WAT 2018, EUR 13,90

Vorabdruck aus unserer Anthologie „Wohnblockblues mit Hirtenflöte“ (Wagenbach 2018)  in der WELT: Aus dem Leben der rumänischen Dichterin Mara B. – Eine Erzählung von Dana Grigorcea (externer Link).

Rumänien. Das sind Walachei und Schwarzes Meer, Transsilvanien und Karpaten. Verwunschene Landschaften, uralte Städte, Armut und Idyll. Abseits von Klischees schreiben Autorinnen und Autoren hier über eine weitgehend unbekannte, ganz zeitgenössische europäische Literaturlandschaft.

Mara-Daria Cojocaru, Tanja Dückers, Elke Erb, Dana Grigorcea, Noémi Kiss, Jan Koneffke, Eginald Schlattner, Ingo Schulze, Uwe Tellkamp und andere nähern sich dem Land, seinem historischen und landschaftlichen Reichtum und seinen Bewohnern, die in diesem vielfältigen Mikrokosmos leben.

Es ist Europa im Kleinen. Insider und Außenseiter, Eingeweihte und Staunende, Gegangene und Gekommene, Bleibende und Suchende sind die Handlungsträger dieser radikal persönlichen Texte, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Erlebtes und Gehörtes auf ungeahnte Weise verdichten. Rumänien, für die einen Heimat oder Wahlheimat, für die anderen Station auf einer Reise oder Sehnsuchtsort, immer aber ein literarisches Herzensland – trotz oder gerade wegen der verwirrenden Widersprüchlichkeit und der Gleichzeitigkeit vieler sprachlicher und kultureller Welten.

In diesem Resonanzraum eröffnen sich bislang ungeahnte Verbindungen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zu einer wenig bekannten europäischen Literaturlandschaft an der unteren Donau, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Filmvorführung und Podiumsdiskussion: TRANSILVANIA MEA – VON GEWINNERN UND VERLIERERN

Filmvorführung von "Transilvania Mea" im Münchner Einstein Kultur.

Überwältigender Andrang zur Deutschlandpremiere von „Transilvania Mea“ im Münchner Einstein Kultur.

 

Bericht: Filmvorführung und Podiumsdiskussion: TRANSILVANIA MEA – VON GEWINNERN UND VERLIERERN

Am 30. Januar 2018 luden das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Renovabis, das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen und der Kulturreferentin für Siebenbürgen am Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim zur Vorführung des Dokumentarfilms TRANSILVANIA MEA – VON GEWINNERN UND VERLIERERN mit anschließender Podiumsdiskussion. Regisseur Fabian Daub und seine Mannschaft drehten den via Crowdfunding finanzierten Film im Frühjahr 2016, unter anderem mit Unterstützung von Renovabis und dem IKGS. Nun feierte er im Münchner „Einstein Kultur“ seine Deutschlandpremiere.

Der Andrang auf den großen Saal tief im Münchner Untergrund war überwältigend, der Raum bis auf den letzten Platz gefüllt. Im knapp anderthalbstündigen Film spricht Fabian Daub mit Menschen an verschiedenen Orten Transsilvaniens beziehungsweise Siebenbürgens, um Antworten auf Fragen zu finden, die er sich bereits seit 2010 gestellt hatte, als er für die Dreharbeiten seines mehrfach ausgezeichneten Films „Roșia Montană“ erstmals nach Siebenbürgen gekommen war: Wie hat sich das Land verändert, nachdem 1989 die kommunistische Diktatur Nicolae Ceaușescus gestürzt worden war? Welche Auswirkungen hatte der rumänische EU-Beitritt 2007 auf das Leben der Menschen? Und wer sind die Gewinner dieser Entwicklungen, wer die Verlierer?

Fabian Daub suchte etwa mit den sogenannten „Bergroma“ und ihren bäuerlichen Arbeitgebern das Gespräch, er besuchte eine Müllhalde nahe Klausenburg (rum. Cluj-Napoca), auf der Roma ihren Lebensunterhalt als Mülltrenner bestreiten, unterhielt sich mit Familien, die durch Arbeitsmigration in den Westen zerrissen worden sind, und begleitete den Pfarrer, Gefängnisseelsorger und Schriftsteller Eginald Schlattner bei seiner Arbeit mit Menschen am äußersten Rand der Gesellschaft. Die an den Film anschließende Diskussion bot dann die Möglichkeit, über die gewonnen Eindrücke zu reflektieren. Dr. Florian Kührer-Wielach, Direktor des IKGS, moderierte das Podiumsgespräch. Neben ihm und dem Regisseur Fabian Daub nahmen der Umwelt- und Bürgerrechtsaktivist, Filmemacher und Aufnahmeleiter von TRANSILVANIA MEA, Hans Hedrich, der Touristikexperte Traian Almăşan und Theresa Grabinger, Referentin für Rumänien, die Republik Moldau und Bulgarien bei Renovabis, auf der Bühne Platz.

Die Frage, die nach der Premiere des Films wohl für viele im Raum stand, stellte Florian Kührer-Wielach den Diskutanten einleitend: Ist denn das, was im Film zu sehen war, nun das Siebenbürgen der Diskutanten? Ist es ihr „Transilvania Mea“? In der folgenden Diskussion wurden einige Aspekte dieses modernen Siebenbürgen dann angesprochen. Aspekte, die das Land und die Region zu einer so vielfältigen, komplexen und auch mit Problemen belasteten kleinen Welt machen.

Folgenden Fragen gingen die Gesprächsteilnehmer im Spiegel des Films nach: Wie sieht die Gesellschaft Siebenbürgens heute aus? Kann man denn überhaupt von einer Gesellschaft sprechen? Wie wirken sich soziale und wirtschaftliche Ungleichheit, der Emigrationsdruck und die Rolle der Minderheiten, insbesondere der Roma, auf das soziale Gefüge in Siebenbürgen aus? Und ganz wichtig: Wie sieht es dann mit der Zivilgesellschaft aus? Ist eine solche überhaupt fassbar? Gibt es auf NGO-Ebene oder in politischen Bewegungen Entwicklungen hin zu einer stärker demokratisierten Gesellschaft? Das alltägliche Leben im Land ist – so waren sich alle Podiumsdiskutanten einig – nach wie vor stark von Korruption, Auswanderung und politischer Apathie geprägt. In jüngerer Zeit gab es im zivilgesellschaftlichen Bereich aber doch auch viel Bewegung. Man kann dabei etwa an die Proteste um Roșia Montană, die Demonstrationen nach dem verheerenden Feuer im Bukarester Nachtclub „Colectiv“ oder die andauernden Proteste gegen die aktuelle Regierung und die Korruption im Land denken.

Traian Almăşan ging gar so weit, zu behaupten, die Zivilgesellschaft in Rumänien forme sich eigentlich erst jetzt. Erst diese aktuellen Ereignisse und Proteste würden eine selbstbestimmte Gesellschaft nach Jahrzehnten der sozialistischen und postsozialistischen Apathie ermöglichen. Zwar sieht Hans Hedrich in Siebenbürgen und Rumänien derzeit eher ein Nebeneinander verschiedener gesellschaftlicher Schichten und Akteure als ein Miteinander. Er begreift Rumänien aber ein Stück weit wie die Europäische Union, nur im Kleinen: Das West-Ost-Gefälle im Land ist ähnlich wie in Europa selbst. Ein echtes gemeinsames Selbstverständnis ist ebenfalls erst im Entstehen begriffen.

Ein bedeutender Faktor, der im Film und in der Diskussion danach viel Platz einnahm, ist schließlich die Rolle der Emigration für die Gesellschaft Rumäniens. Eine der entscheidenden Fragen, die Fabian Daub sich mit dem Film stellte, war, wie Familien mit Arbeitsmigration umgehen. Es wächst in Rumänien zurzeit schließlich „eine ganze Generation“ ohne Eltern auf. Bei allen Problemen, die sich dadurch ergeben, gab Theresa Grabinger jedoch auch zu bedenken, dass Migration für die Menschen in Siebenbürgen nicht nur negativ sei. Sie ermögliche – wenn auch zu einem hohen Preis – wirtschaftlichen Aufstieg und neue Chancen.

Nachdem die Diskussion für das Publikum geöffnet wurde, hatten viele der Anwesenden eigene Erfahrungen beizusteuern. Ein Gast betonte etwa, wie radikal der Wandel nach 1989 in Rumänien tatsächlich war und dass man die Herausforderungen, die sich daraus noch immer ergeben, nicht unterschätzen dürfe. Dreißig Jahre seien seit der „Wende“ vergangen; das sei aus Perspektive des gesellschaftlichen Wandels allerdings nicht viel. Auch der langsame Fortschritt der Demokratisierung des öffentlichen Lebens wurde von einem Zuschauer hinterfragt. Könnte es sein, dass diese Demokratisierung, so wie die von Traian Almăşan genannte Bildung der Gesellschaft, erst jetzt wirklich in Angriff genommen werde?

Eine letzte Frage, die viele der Anwesenden auch persönlich betraf, war schließlich die nach der Rückkehr nach Siebenbürgen. Die Wortmeldungen waren diesbezüglich verhalten optimistisch.

Ralf Grabuschnig

Stellenausschreibung: Wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter am IKGS

Am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) ist ab Mai 2018 die Stelle

einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin /
eines wissenschaftlichen Mitarbeiters

(TVöD Bund, Entgeltgruppe 14, Vollzeit)

mit einem geisteswissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkt aus den Bereichen deutsche Kultur, Geschichte, Sprache oder Literatur Ostmittel- und Südosteuropas zu besetzen.

Das IKGS ist eine von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Grundlage des § 96 Bundesvertriebenengesetz institutionell geförderten Einrichtung, welche die regionalen Verflechtungen südosteuropäischer und deutscher Kultur und Geschichte in grenzüberschreitender wissenschaftlicher Kooperation interdisziplinär und vergleichend erforscht sowie durch Lehre und Fachpublikationen verbreitet.

Das Aufgabengebiet umfasst folgende Tätigkeiten:

  • Weiterführung bestehender Forschungsprojekte des IKGS
  • Konzeption und Durchführung eines eigenen mittelfristigen Forschungsprojekts im Arbeitsbereich des IKGS
  • universitäre Lehre
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Begleitung von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten
  • Konzeption und Durchführung von internationalen Tagungen
  • Koordination und Redaktion von Publikationen des IKGS
  • Mitwirkung an der Institutszeitschrift „Spiegelungen“
  • Mitwirkung in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
  • Ausbau und Pflege wissenschaftlicher Netzwerke im In- und Ausland

Einstellungsvoraussetzungen:

  • einschlägiger wissenschaftlicher Hochschulabschluss, möglichst mit Promotion
  • Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten des Instituts
  • vertiefte Kenntnisse zumindest einer ostmittel- oder südosteuropäischen Sprache im Arbeitsbereich des IKGS und exzellente Kenntnisse des Englischen
  • Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau
  • Erfahrung in der Redaktionsarbeit sowie die Beherrschung moderner Informationstechnologien und deren Anwendung

Erwünscht sind Erfahrung:

  • in der universitären Lehre
  • im Publikationsbereich (Print und Online)
  • im Tagungs- und Projektmanagement
  • in der Öffentlichkeitsarbeit

Wir bieten ein auf zwei Jahre befristetes Beschäftigungsverhältnis (Entgeltgruppe 14 TVöD-Bund). Eine spätere Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wird angestrebt.

Wir fördern die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern; daher sind Bewerbungen von Frauen besonders erwünscht. Bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung werden Frauen nach dem Bundesgleichstellungsgesetz, schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des Sozialgesetzbuches IX besonders berücksichtigt; von schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern wird lediglich ein Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt. Eine Ausübung der Funktion durch entsprechende Teilzeitkräfte ist grundsätzlich möglich.

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen (Lebenslauf, Kopien von Zeugnissen und Beurteilungen sowie Arbeitsverträgen, eine kurze Projektskizze) sind bis zum 28.2.2018 ausschließlich per Email zu richten an Dr. Florian Kührer-Wielach (kuehrer@ikgs.de).

Daniel Biro neuer Mitarbeiter am IKGS

Seit Anfang Januar dürfen wir Daniel Biro als neuen Mitarbeiter in den Bereichen Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit am IKGS begrüßen. Daniel über sich selbst:

„Wer um die Wurzeln seines Lebens weiß, kann seinen Gedanken, Worten und Werken Flügel verleihen.“ Geboren 1991 in Bad Saulgau, aufgewachsen in einer rumänisch-siebenbürgischen Familie auf dem bayerischen Land, entschloss ich mich 2012, mit abgeschlossenem Abitur und absolviertem Zivildienst, zum Studium der Romanistik mit dem Schwerpunkt der rumänischen Sprachwissenschaft, um einem Teil meiner Wurzeln von der sprachlichen Seite näherzukommen. Nach einem Auslandsjahr in Paris und meinem Master-Abschluss an der LMU München widme ich mich seit September 2017 im Rahmen meiner Promotion dem politischen Diskurs in Rumänien und dessen sprachlicher Gestaltung. Um einem anderen Teil meiner Wurzeln näherzukommen, bietet mir das IKGS nun die Gelegenheit, neben meiner Forschung an der rumänischen Sprache auch im Kontext der deutschen Kultur und Geschichte Südosteuropas arbeiten zu können und vielleicht auch meinen Gedanken, Worten und Werken Flügel zu verleihen.

Vorlass von Richard Wagner im IKGS archiviert und zugänglich

Pressemitteilung: Vorlass von Richard Wagner im IKGS archiviert und ab sofort zugänglich.

Der an Parkinson erkrankte Schriftsteller Richard Wagner hat im Jahr 2013 sein umfangreiches privates und literarisches Archiv an das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) übergeben. Von Mai 2015 an bearbeitete die Literaturwissenschaftlerin Christina Rossi von der Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Prof. Dr. Bettina Bannasch) an der Universität Augsburg das von der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) geförderte Projekt zur Sicherung und Archivierung des Vorlasses von Richard Wagner. Seit Herbst ist der archivierte Vorlass nun zu Forschungszwecken im IKGS zugänglich.

Der Bestand umfasst Manuskriptfassungen und Material zu Wagners literarischen, journalistischen und essayistischen Werken, Briefkorrespondenzen, Notizbücher, Lebensdokumente, Fotos sowie umfangreiche Materialsammlungen, darunter Dokumentationen des Alltags und der ideologisierten Presseberichterstattung in Rumänien unter Ceauçescu sowie die kopierten Securitate-Akten von Richard Wagner und Herta Müller, der ehemaligen Ehefrau des Schriftstellers. Der Vorlass ist damit sowohl für Literaturwissenschaftler als auch für Historiker und Politologen von Wert und Interesse.

Insbesondere für literaturhistorisch interessierte Forscher von Bedeutung ist die umfangreiche Dokumentation früher Texte und Rezeptionsbelege Richard Wagners und Herta Müllers in deutschsprachigen Medien aus Rumänien, d.h. vor 1987. Frühe Interviews, Rezensionen und Abdrucke literarischer Texte beider Autoren sind heute nur noch schwer zu rekonstruieren und liegen im Archiv in nahezu vollständiger Weise vor.

Von erstaunlichem Umfang ist die Sammlung wohl nahezu sämtlicher journalistischer Texte in knapp 45 Mappen. Als besonders wertvoll erweisen sich auch zahlreiche handschriftliche Manuskripte von Gedichten und Gedichtbänden, die noch aus der rumänischen Zeit Richard Wagners stammen. Doch auch neuere Arbeiten Wagners sind in ihrem Entstehungsprozess nachvollziehbar. So liegen allein für das Werk Die deutsche Seele, das Wagner im Jahr 2011 gemeinsam mit Thea Dorn publizierte, 45 Mappen vor, in denen Wagner die von ihm verfassten Essays aus dem Buch mit Materialsammlungen, Notizen und Manuskriptfassungen mit den jeweiligen Arbeits- und Denkprozessen abbildet.

Zahlreiche Korrespondenzen mit teilweise namhaften Schriftstellerkollegen, Verlegern und engen Vertrauten Wagners zeugen von seinen literarischen und persönlichen Netzwerken und Kommunikationswegen. Unter den vorhandenen Briefen sind etwa Zuschriften der Autorinnen Herta Müller, Thea Dorn, Birgit Vanderbeke, Felicitas Hoppe, Anemone Latzina, Helga Novak, Sarah Kirsch und Ursula Krechel sowie der Schriftsteller György Dalos, Hans Joachim Schädlich, Hanns-Josef Ortheil, Franz Hohler, Johann Lippet, Rolf Bossert, Peter Motzan und Gerhard Csejka.

Christina Rossi hat bereits zwei Publikationen von und mit Richard Wagner auf den Weg gebracht, die auch bislang unveröffentlichtes Archivmaterial enthalten. Im Aufbau Verlag Berlin gab sie im Frühjahr 2017 Wagners neuen Lyrikband Gold heraus, der Gedichte von 1972 bis 2016 versammelt. Neben neuen Texten sind hier auch zahlreiche frühe, noch unbekannte Gedichte erstabgedruckt. Im Wieser Verlag Klagenfurt erschien zeitgleich ein Gesprächs- und Essayband unter dem Titel Poetologik. Der Schriftsteller Richard Wagner im Gespräch. Dieser vom IKGS geförderte Band versammelt neben einem langen literaturwissenschaftlichen Gespräch zwischen Richard Wagner und Christina Rossi zahlreiche Essays zur Literatur sowie Debüttexte und frühe Interviews Wagners aus deutschsprachigen Zeitungen in Rumänien. Der Band richtet sich sowohl an die Wissenschaft als auch an mit Wagners Werk vertraute Leser.

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Paths of Transition / Transformation

Conference Transition / Transformation

Opening of the conference by the IKGS‘ director Florian Kührer-Wielach

 

Bericht: Paths of Transition / Transformation: Local Societies in Southeastern Europe in Transition from Empires to Nation States after World War I.

On 23rd and 24th November 2017, the IKGS, the Institute of Political History in Budapest, the Graduate School for East and Southeast European Studies, and Collegium Carolinum hosted the conference “Paths of Transition / Transformation: Local Societies in Southeastern Europe in Transition from Empires to Nation States after World War I” on the premises of the graduate school in Munich.

IKGS Director Florian Kührer-Wielach opened the conference and welcomed the 25 participants to Munich. His opening remarks were followed by Gábor Egry, director of the Institute of Political History, and Martin Zückert, managing director of Collegium Carolinum. The presence of these three institutions already set the stage for what was to follow. The primary research regions of the three institutes served as a common theme throughout the conference as conference participants regularly referenced Romania, Hungary and the former Czechoslovakia in the following days.

The conference was organised into five panels over the course of the two days. Panel One approached the broader conference topic by highlighting the issues of “Nations and New Orders”. In his presentation on transfer, transition, and transformation in Transylvania and beyond, Florian Kührer-Wielach introduced many of the topics discussed by the conference’s participants. Johannes Gleixner (Munich) followed by introducing the case of the Czech lands and looking into progressives and socialists in Czech republican ideology in the years leading up to World War I. A similar time was discussed by Călin Cotoi (Bucharest), who presented his research on public hygiene in the context of nation building in 19th and early 20th-century Romania. Ota Konrád (Prague) then shifted the temporal focus to the years after the war, highlighting the role of violence in the immediate transition period from 1917 to 1923 in the Bohemian and Austrian lands. Thomas Varkonyi (Vienna) closed the panel by analysing the attribute “Galician” as anti-Semitic code in Hungary throughout the 1910s and 1920s.

In the afternoon of this first day, Panel Two moved on to post-imperial biographies, to add a bottom-up perspective to the discussion. The panel was opened by Rok Stergar (Ljubljana), who described the end of the Habsburg Empire through the lives of writers and bureaucrats in the Slovene lands. Svetlana Suveica (Regensburg, Chișinău) offered a related perspective on the case of Bessarabia and the biography of Chișinău’s former mayor, Panteleimon V. Sinadino. With the biography of György Bernády, former mayor of Târgu Mureș, János Fodor (Cluj-Napoca) ended the panel.

On the second conference day, Panel Three opened by discussing local societies in transformation. Attila Simon (Komárno) presented the case of Košice in the immediate post-war period, followed by Jernej Kosi (Ljubljana, Graz), who provided insight into another border region of the former Kingdom of Hungary, Prekmurje in today’s Slovenia. Enikő Dácz (IKGS) concluded the panel with a double analysis of transition in Transylvania, examining the towns of Sibiu and Braşov in the years from 1918 to 1922.

Panel Four remained close to the topic of local transitions while shifting attention toward more comparative perspectives. Gábor Egry provided a view into the influence of professional networks in the newly “Romanian” regions of Banat and Maramureș. Ivan Jeličić (Trieste) continued by looking at the city of Fiume (today’s Rijeka) and how local actors reacted to the changing political climate there,

The final panel dedicated itself to “peculiar regions, peculiar people”. Julia Richers (Bern) first presented interwar biographies in Carpatho-Ukraine in the context of the Hungarian-Ukrainian/Soviet power struggle in the area after World War I. Eric Weaver moved on to another “border people” of the former Kingdom of Hungary, the Bunjevci in the country’s south, bordering the Kingdom of Serbia. The last presentation of the conference came from Ségolène Plyer (Strasbourg), who looked into experiences of transition in Bohemia.

The conference concluded with a round table discussion led by Gábor Egry, in which he, Ota Konrád, Ségolène Plyer and Julia Richers discussed the overall perspective for further research on the conference topics. In her closing remarks, Enikő Dácz summed up the main findings, points of contention and necessities for further research, announced the publication of selected conference papers and urged further comparative projects in the near future.