Einzelpublikationen

Markus Winkler
Media Beyond Frontiers
Transnationales Medienprojekt im ukrainisch-moldauischen Grenzraum
Verlag Friedrich Pustet, EUR 8,90

19 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten aus Deutschland, der Ukraine und der Republik Moldau treffen in Tscherniwzi und Balti mit Medienexpertinnen und -experten zusammen, diskutieren über den Medienwandel in ihren Ländern und erkunden in trinationalen Rechercheteams die ukrainisch-moldauische Grenzregion sowie die separatistische Republik Transnistrien. Daraus entstehen Reportagen, Berichte und Interviews, die ein aktuelles Bild einer Landschaft vermitteln, die in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Teil unterschiedlicher Imperien gewesen ist. Die politische Grenze durchtrennt die Region, doch die Themen, die die Menschen dort bewegen, verbinden sie: Arbeitsmigration, Minderheitensituation, Sprachen und Identitäten, Alltagsleben an der Grenze, Erinnerungen an die alte Zeit oder der Blick der jungen Generation in die Zukunft.

Peter Becher / Florian Kührer-Wielach (Hgg.)
Zwischen Trauer und Triumph
Das Jahr 1918 in der mitteleuropäischen Literatur
Verlag Friedrich Pustet, EUR 29,95

Das Ende des Ersten Weltkriegs wurde in der mittel- und südosteuropäischen Literatur auf vielfache Weise thematisiert, die Trauer über den Untergang der Donaumonarchie ebenso wie der Triumph über die Gründung der Nachfolgestaaten. In der deutschsprachigen Öffentlichkeit sind vor allem Autoren wie Robert Musil, Joseph Roth und Franz Werfel bekannt geworden. Doch diese stellen nur einen Teil der mitteleuropäischen Literatur dar. Polnische, tschechische, ukrainische, ungarische, rumänische, bosnische, kroatische und slowenische Autoren oder Vertreter der jiddischen, der deutschböhmischen, ungarndeutschen und rumäniendeutschen Literatur – sie alle haben mit ihren Romanen, Erzählungen und Erinnerungen ein überaus vielschichtiges und ausdrucksstarkes Bild des Jahres 1918 und seines historischen Kontextes gezeichnet.

Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei)

Mihai-D. Grigore / Florian Kührer-Wielach (Hgg.)
Orthodoxa Confessio?: Konfessionsbildung, Konfessionalisierung und ihre Folgen in der östlichen Christenheit Europas

Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Band 114, Vandenhoeck & Ruprecht, ab EUR 64,99

In diesem Band liegen die Ergebnisse der Tagung »Orthodoxa Confessio? Konfessionsbildung, Konfessionalisierung und ihre Folgen in der östlichen Christenheit Europas (13.–20. Jahrhundert)« vor, das das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz gemeinsam mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München veranstaltet hat. Hiermit schließt sich eine Forschungslücke: Im Rahmen der Veranstaltung wurden die für West- und Mitteleuropa entwickelten Thesen zu Konfessionsbildung und Konfessionalisierung erstmals systematisch auf ihre Anwendbarkeit für die spezifischen historischen Kontexte im östlichen und südöstlichen Europa geprüft. Ihr interdisziplinärer und auf eine Sicht der longue durée ausgerichteter Zugriff sollte es ermöglichen, einen maßgeblichen theoriebildenden Beitrag zu einer Neubewertung der europäischen Konfessionsgeschichte unter Einbeziehung des ostkirchlichen Kultur- und Einflussraums zu leisten. Der Band liefert die Basis, auf der weitere empirisch und theoriebildend angelegte Forschungsvorhaben zur konfessionellen Dynamik in Europa aufbauen können.

 

Michaela Nowotnick / Florian Kührer-Wielach (Hgg.)
Wohnblockblues mit Hirtenflöte: Rumänien neu erzählen
WAT, EUR 13,90

Rumänien. Das sind Walachei und Schwarzes Meer, Transsilvanien und Karpaten. Verwunschene Landschaften, uralte Städte, Armut und Idyll. Abseits von Klischees schreiben Autorinnen und Autoren hier über eine weitgehend unbekannte, ganz zeitgenössische europäische Literaturlandschaft.
Mara-Daria Cojocaru, Tanja Dückers, Elke Erb, Dana Grigorcea, Noémi Kiss, Jan Koneffke, Eginald Schlattner, Ingo Schulze, Uwe Tellkamp und andere nähern sich dem Land, seinem historischen und landschaftlichen Reichtum und seinen Bewohnern, die in diesem vielfältigen Mikrokosmos leben.
Es ist Europa im Kleinen. Insider und Außenseiter, Eingeweihte und Staunende, Gegangene und Gekommene, Bleibende und Suchende sind die Handlungsträger dieser radikal persönlichen Texte, in denen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Erlebtes und Gehörtes auf ungeahnte Weise verdichten. Rumänien, für die einen Heimat oder Wahlheimat, für die anderen Station auf einer Reise oder Sehnsuchtsort, immer aber ein literarisches Herzensland – trotz oder gerade wegen der verwirrenden Widersprüchlichkeit und der Gleichzeitigkeit vieler sprachlicher und kultureller Welten.
In diesem Resonanzraum eröffnen sich bislang ungeahnte Verbindungen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zu einer wenig bekannten europäischen Literaturlandschaft an der unteren Donau, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Rezensionen
Angelika Marks, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 2.5.2018
Doris Roth, Siebenbürgische Zeitung, 4.5.2018
Luise Frank, Landsmannschaft der Banater Schwaben e. V., 26.6.2018
Andrei Corbea, Observator Cultural, 13.7.2018
Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 7.8.2018

 

Richard Wagner / Christina Rossi
Poetologik. Der Schriftsteller Richard Wagner im Gespräch
Wieser Verlag, EUR 20,00

Das Buch reflektiert in Gesprächsform die poetologischen Grundlagen und ästhetischen Achsen des umfangreichen Werkes des zeitgenössischen rumäniendeutschen Schriftstellers Richard Wagner (*1952). Wagner formuliert anhand zahlreicher Einlassungen zu Sprache, Literatur, Politik und Zeitgeschehen sein dichterisches Selbstverständnis und sein literarisches Anliegen. Immer wieder plädiert er in pointierter und provokanter Weise für das Querdenken und das Hinterfragen und Brechen des öffentlichen Diskurses. Mit Blick auf seine fortgeschrittene Parkinsonerkrankung und seine dadurch radikal veränderte Lebenswirklichkeit öffnet er im Nachdenken über die Grenzen der menschlichen Logik und Existenz den Raum der Sprache hinein in das essenzielle Anliegen der Literatur. In diesem Gespräch tritt so das Bild eines feinsinnigen Intellektuellen zu Tage, dessen künstlerischer Anspruch von zahlreichen Diskursen geformt und durchdrungen ist und dessen Werk in der Lektüre in einer unvermuteten Vielschichtigkeit erscheint.
Das Gespräch wird durch eine Materialsammlung in Form von Debuttexten und Essays Wagners aus dem Zeitraum 1967–2015 ergänzt, die teilweise unveröffentlicht bzw. an heute nicht mehr verfügbaren Stellen veröffentlicht sind und in denen Wagner sein spezifisches Verhältnis zu Sprache und Ästhetik diskutiert.

Volume 23, Number 4, August 2016
European Review of History: Revue européenne d’histoire
Taylor & Francis Group

The European Review of History – Revue européenne d’histoire is an international journal covering European history of all centuries and subdisciplines. It aims to create a forum for ideas from across Europe, to encourage the most innovatory research, to make diverse historiographies better known and to practically assist exchanges between young historians.
The new issue includes a dossier on „Transformation in East Central Europe: 1918 and 1989. A Comparative Approach“ guest edited by Florian Kührer-Wielach and Sarah Lemmen.

Enikő Dácz, Christina Griessler, Henriett Kovács (Hgg.)
Der Traum vom Frieden – Utopie oder Realität? Kriegs- und Friedensdiskurse aus historischer, politologischer und juristischer Perspektive (1914-2014)
Das Werk ist Teil der Reihe Andrássy Studien zur Europaforschung, Band 15, Nomos Verlag, Baden-Baden, EUR 58,00

Der Konferenzband setzt sich die Aufgabe, auf Kriegs- und Friedensdiskurse aus historischer, ideengeschichtlicher und politologischer Perspektive einzugehen und aus der Vergangenheit einen Bogen in die Gegenwart zu spannen, indem er den Krieg als „Auslöser“ für Friedensbemühungen wahrnimmt. Zeitlich sind die präsentierten Themen vor dem Ersten Weltkrieg bis in der heutigen Zeit verortet und haben einen geografischen Schwerpunkt auf Mittel- und Südosteuropa. Ziel der Herausgeberinnen war, durch eine interdisziplinäre Herangehensweise (Kulturwissenschaft, Geschichte, Internationales Recht und Politische Theorie) neue Perspektiven und weiße Flecken in der Forschung aufzuweisen. Die grundlegende Frage ist, ob eher die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, der internationalen Institutionen und Ansätze einer Verrechtlichung von Frieden, oder aber die Entwicklung der Waffentechnik Kriege verhindern und verunmöglichen.

Enikö Dácz (Hg.)
Minderheitenfragen in Ungarn und in den Nachbarländern im 20. und 21. Jahrhundert
Das Werk ist Teil der Reihe Andrássy Studien zur Europaforschung, Band 8. Nomos-Verlag 2013, 393 S., Broschiert, EUR 69,-

Der Band sammelt Beiträge der internationalen Tagung Minderheitenfragen in Ungarn und in den Nachbarländern im 20. und 21. Jahrhundert, die am 21.-22. Februar 2013 an der Andrássy Universität Budapest stattfand. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Der erste Abschnitt widmet sich rechtlichen Fragen und der europäischen Dimension der Thematik. Der zweite Teil bietet historische Perspektiven an, wobei zwei Schwerpunkte gesetzt wurden. Der erste liegt auf der multiethnischen Region Siebenbürgen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der zweite auf den Ungarndeutschen in Zeiten des Umbruchs und der Krise. Der dritte Teil des Bandes widmet sich Minderheitenfragen in der Gegenwart, indem er drei Themenfelder fokussiert: Beziehungen zwischen Minderheiten sowie Mehrheiten, Romastrategien und rumänische Minderheitenpolitik im europäischen Kontext.

Rezension
Rainer Hofmann, MenschenRechtsMagazin, Jg. 20 (2015), H. 1, S. 64