Veranstaltungsreihe: „Überraschende Übersetzungen. Literarische Übersetzungen ins Deutsche: Rumänien und Moldova im Fokus“

Auf Initiative des Internationalen Literatur- und Übersetzungsfestivals Iași – FILIT (Rumänien) laden mehrere Kulturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Gesprächen mit erfahrenen Übersetzer:innen ein, die aktuellen literarischen Texten aus Rumänien und Moldova eine deutsche Stimme geben. Die online geführten Gespräche rücken die Tätigkeit des Übersetzens in den Fokus, die sich in ihrer Vielfalt als Herausforderung im Spannungsfeld zwischen Schaffen und Vermitteln beleuchten lässt.

Themen und Termine:

  • Juni: Übersetzer Georg Aescht im Gespräch mit Ingrid Baltag, „Mögliche Welten hinter kruden Wirklichkeiten“
  • September: der Autor und Übersetzer Jan Koneffke im Gespräch mit Enikő Dácz, „Stimmenverleih ohne Übernahme“
  • Oktober: Übersetzer Yves Raeber im Gespräch mit Cécile Vilas, „Vor einer Diktatur fliehen: Zwischen verbriefter Vergangenheit und Flucht in eine neue Sprache“
  • November: Übersetzer und Autor Ernest Wichner im Gespräch mit Katharina Biegger, „Übersetzer und Übersetztes im Wandel“
  • Dezember: Übersetzerin Manuela Klenke im Gespräch mit Gundel Große, „Wem gehört meine ‚Treue‘?“

Die Veranstaltungen finden jeweils von 12:00–13:00 Uhr online statt.

Hier geht es zur Anmeldung

Das Internationale Literatur- und Übersetzungsfestival Iași – FILIT ist ein Projekt des Nationalmuseums für rumänische Literatur Iași. Überraschende Übersetzungen wird von Monica Salvan koordiniert und als Projekt von der IRENE Stiftung, Rümlang, gefördert. Kooperationspartner: ARTLIT – Asociația Română a Traducătorilor Literari, CEATL European Council of Literary Translators‘ Associations, Deutsches Kulturzentrum Iași, Deutsch-Rumänische Hefte/Deutsch-Rumänische Gesellschaft Berlin, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, Stiftung Litar, Literaturhaus Vorarlberg, Übersetzerhaus Looren.

Neue Rezensionen erschienen

Vor Kurzem wurden neue Rezensionen in der Online-Ausgabe der „Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas“ veröffentlicht.

Doris Roth schreibt über den aktuellen Roman von Betty Boras, in dem es über eine Familiengeschichte aus dem rumänischen Banat geht: „Das schönste aller Leben“.

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Die Historikerin Mariana Hausleitner rezensiert hingegen Fachliteratur: Schlojme Bickel schrieb in den 1960er Jahren aus einer der wenigen jiddischen Perspektiven über Großrumänien: „Geschichte, Literaturkritik, Erinnerungen“.

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Schließlich wurde auch der literaturwissenschaftliche Band Réka Jakabházis besprochen: „Literarische Grenzgänge. Transkulturelle Verflechtungen zwischen der deutschen, ungarischen und rumänischen Literatur“.

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Viel Spaß beim Schmökern wünscht Ihnen

Ihre Spiegelungen-Redaktion

Erhaltung des kulturellen Erbes der Deutschen in Südosteuropa

Der Bessarabiendeutsche Verein e.V. feierte am 7. Juni 2026 im Kursaal Bad Cannstatt im Rahmen seines 47. Bundestreffens sein 80-jähriges Bestehen. Die Bundesvorsitzende Brigitte Bornemann begrüßte alle, die zu diesem Anlass nach Stuttgart angereist waren. Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, hielt eine Festansprache, in der er die Aktivitäten des Vereins im Inland und in den Herkunftsgebieten Bessarabien und Dobrudscha würdigte.

Am Nachmittag hatte Heinke Fabritius, Kulturreferentin für Siebenbürgen, Bessarabien, die Dobrudscha und den Karpatenraum, eine Zukunftswerkstatt unter der Fragestellung „Wie erhalten wir das kulturelle Erbe der Deutschen in Südosteuropa?“ organisiert. Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Maria Muscan, Germanistin an der Ovidius-Universität in Constanța, Dr. Lilia Antipow vom Haus des Deutschen Ostens in München und IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger. Die Kurzpräsentationen ausgewählter Forschungs-, Erfassungs- und Vermittlungsprojekte animierten eine angeregte Diskussion zu Fragen des Selbstverständnisses und zu Strategien grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

© Foto: Dr. Cornelia Schlarb

© Foto: Dr. Cornelia Schlarb

Doktorandenseminar zur Kultur und Geschichte der Moldau

​IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach und IKGS-Mitarbeiter PD Dr. Tobias Weger nahmen am 19./20. Mai 2026 am Doktorandenseminar teil, das in diesem Jahr zum dritten Mal im Rahmen des Internationalen Forums Moldova (IFM) von der Konrad-Adenauer-Stiftung Moldova und dem IKGS in Kooperation mit weiteren Partnern veranstaltet wurde. Insgesamt 16 Doktorandinnen und Doktoranden aus verschiedenen europäischen Ländern und aus unterschiedlichen Fachgebieten stellten ihre Projekte vor. Das Seminar fand in diesem Jahr an der Staatlichen Universität „Alecu Russo“ in Bălți statt. Die Teilnehmenden hatten auch Gelegenheit, Bălți, die zweitgrößte Stadt der Republik Moldau, sowie die am Dnjestr gelegene Stadt Soroca mit ihrer zum Teil rekonstruierten spätmittelalterlichen Festung kennenzulernen.

© Foto: Tobias Weger/IKGS

© Fotos: Tobias Weger/IKGS

Besprechungen zu Franz Hodjak veröffentlicht

Vor Kurzem wurden zwei literarische Besprechungen zum im Juli letzten Jahres verstorbenen Schriftsteller Franz Hodjak veröffentlicht.

In den zwei vorletzten, noch zu Lebzeiten Hodjaks erschienenen Gedichtbänden findet ein lebenslanges literarisches Schaffen in einer eindringlichen Poetik des Abschieds seine Verdichtung: „Ich verirrte mich im Nadelöhr“ und „Ewig ist das Vorläufige“.

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Wenn man das Buch „Wäre es gegangen, wäre es anders gelaufen“ liest, das Franz Hodjak uns noch mit auf den Weg gab, so ist es, als hörten wir einem guten Freund zu, der einem noch schnell die Augen öffnen will, bevor er vorauseilt. Die editorische Geschichte des Bandes passt zum Schalk im Nacken des Autors, der in all seinen Büchern aufblitzt.

Zur Besprechung

Ein Gespräch mit Franz Hodjak aus dem Februar 2024 können Sie sich hier anhören.

Vernetzung von Lokalmuseen in Bessarabien

In zahlreichen Orten im ukrainischen Budschak und in der Republik Moldau, in denen bis 1940 Bessarabiendeutsche gelebt hatten, sind in den vergangenen Jahren Lokalmuseen entstanden, die sich dieser historischen Minderheit annehmen und die Erinnerung an sie aufrechterhalten. Eines dieser Museen befindet sich in dem 60 Kilometer südwestlich von Chișinău gelegenen Dorf Jekaterinowka/Ecaterinovca. Dessen Initiator Sergej Černeckij lud am 16. Mai 2026 Kollegen und Interessierte aus beiden Ländern sowie aus Deutschland – darunter auch Botschafter Hubert Knirsch – zu einer Vernetzungstagung ein. Seitens des IKGS nahm PD Dr. Tobias Weger an dieser Veranstaltung teil und gewann wertvolle Einblicke in diese vielfältigen Initiativen von unten. Vertreter des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. aus Stuttgart schenkten dem Museum in Jekaterinowka originale Objekte, die künftig in der dortigen Ausstellung gezeigt werden.

© Fotos: Tobias Weger/IKGS