Vortrag von Dr. Angela Ilić | Ost – West Kulturbegegnungen | 24. März 2022, online

Fortepan / Balázs Pálfi

 

Im Rahmen der Fachtagung zu evangelisch–orthodoxen Begegnungen „Orthodox–evangelische konfessionsverschiedene Ehen“ und Familien

24. März 2022, 17:40–18:20 Uhr, online

Die Tagung findet am 24. und 25. März 2022, jeweils nachmittags statt und wird von der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und dem Zentrum für Evangelische Theologie Ost (ZETO) in Kooperation mit dem Lutherischen Weltbund durchgeführt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
Anmeldung bei Eszter Huszar-Kalit unter eszter.huszar-kalit@elkb.de.

Neuerscheinung: SPIEGELUNGEN Heft 2/2021, Themenschwerpunkt „Transnationale Karpaten II“

 

Die Karpaten – jene Bergkette, die sich von Tschechien über die Slowakei, Ungarn, Polen, die Ukraine und Rumänien bis hin nach Serbien erstreckt – sind ein wichtiger geografischer, wirtschaftlicher und kultureller Marker in der zentraleuropäischen Region. Wie ihre größeren Verwandten, die Alpen, sind die Karpaten in den Literaturen der Kulturen, die sie räumlich prägen, präsent. Die aktuelle Ausgabe der Spiegelungen widmet sich der Frage, wie literarische Imaginationen der Karpaten ab dem 18. Jahrhundert zu Projektionsflächen sozialer, historischer und kultureller Werte wurden. Dabei steht das 20. Jahrhundert im Fokus, und es wird ein transnationaler und vergleichender Zugang bevorzugt, der die Karpaten-Konstruktionen auf ihre Funktion in ethnischen und nationalen Identifikationsprozessen befragt. Mit Ausgabe 2.21 wird der Themenschwerpunkt Transnationale Karpaten fortgeführt.

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Call for Papers | Danubiana Carpathica Band 60 (2023) | Thema: „Bewegung – Organisation – Ideologie. Sportliche Mobilisierung in Südosteuropa im 19. und 20. Jahrhundert“

CfP (deutsch) als PDF-Download
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Auch im südlichen Europa verbreiteten sich im 19./20. Jahrhundert unterschiedliche Formen der körperlichen Bewegung, etwa der Leibesübungen, des Turnens und des Vereinssports. Grundlagen für diese parallele Entwicklungen waren ein aus der Aufklärung resultierendes neues Verständnis von Körperlichkeit sowie vom Verhältnis von Mensch und Natur, ein wachsendes politisches Bewusstsein, verschiedene Ansätze hin zur sportlichen Betätigung (von national-mobilisierenden im Sinne der Jahnschen Turnerbewegung oder der bei den Slawen verbreiteten „Sokol“-Gruppen bis hin zu internationalistisch-sozialistischen) und ein neues Verständnis von Freizeit, das sich im bürgerlichen Milieu aus gewandelten Arbeitszeiten und einem neuen Konsumbegriff ableiteten. Im 19. Jahrhundert schuf das Bürgertum verbandliche Strukturen, die Freizeit und Bewegung in der freien Natur ermöglichten, etwa in den verbreiteten Wandervereinen, die vor allem Gebirgslandschaften durch infrastrukturelle Maßnahmen erschlossen und dabei mentale Abgrenzungen vornahmen.

Bis zum Ersten Weltkrieg vollzog sich im Bereich des Sports und der körperlichen Bewegung eine soziale Ausweitung, indem immer breitere Gesellschaftsschichten angesprochen und integriert wurden, andererseits eine Diversifizierung, indem immer neue Sportarten popularisiert wurden. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lässt sich die Rolle des Sports und der körperlichen Bewegung als Vehikel ethnischer, nationaler und sozialer Aspirationen beobachten, die als solche medial kommuniziert und von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. In der Zwischenkriegszeit bestanden sowohl Tendenzen hin zu einer uniformierenden und letztlich sogar paramilitärischen Auffassung vom Sport als auch vielfältige Formen der transnationalen Kooperation, etwa durch interethnische Vereinsaktivitäten oder die Mitwirkung nationaler Minderheiten in den nationalen olympischen Teams. Die totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts implizierten eine ideologische Vereinnahmung von Sport und Bewegung.

Die Anfänge der Befassung mit der Sportgeschichte Südosteuropas liegen häufig in einer selbstbezogenen Chronistik einzelner Vereine, Städte, Teams oder nationaler Sportentwicklungen, die noch nicht methodisch reflektiert, überwiegend faktografisch und wenig anschlussfähig an die allgemeine Historiografie ist.[1] Erst in den letzten Jahrzehnten lassen sich neue Initiativen feststellen, verstärkt durch ein kulturwissenschaftlich geprägtes Verständnis von Geschichte und das Interesse an dem Zusammenhang von Sport und Nationalismus (etwa am Beispiel der Fußball-Forschung oder dem gewachsenen Interesse an Jugendbewegungen).[2]

Für den geplanten Band sind vor allem Querschnitt- und Längsschnittstudien von Interesse. Im Fokus steht dabei als gemeinsamer Nenner die Trias von Bewegung, Organisation und Ideologie. Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf Vereine und Bewegungen gelegt werden, die sich als „deutsch“ verstanden bzw. (zumindest zeitweise) deutschsprachig waren, aber auch auf deren Interaktionen mit Vereinen und Bewegungen von Vertretern anderer Ethnien und Sprachgruppen sowie mögliche Veränderungen ihres Selbstverständnisses. Besonders willkommen sind vergleichende und nationenübergreifende Untersuchungen.

In der Publikation sollen unter anderem folgende Fragen erörtert werden:

  • Auf welche Weise trugen Sportvereine zur politischen, sozialen und ethnischen/nationalen Mobilisierung bei?
  • Welche intraregionalen Verbindungen existierten in Südosteuropa zwischen sportlichen Vereinen und Verbänden unterschiedlicher Ethnien? Wie können zum Beispiel die jüdische Turnbewegung und jüdische Sportvereine darin verortet werden?
  • Wie war die sportliche Aktivität in ein breiteres gesellschaftspolitisches Engagement eingebunden, wenn man etwa an die Förderung von naturwissenschaftlichen, historischen und volkskundlichen Forschungen durch die Wandervereine oder auch durch Individuen bzw. deren Mitwirkung an Naturschutz und Förderung des Fremdenverkehrs denkt?
  • Welche Selbst- und Fremdbilder der sportlich ausgerichteten Vereine finden sich in unterschiedlichen Medien wie Zeitschriften, Plakaten, Fotografien, Filmen und literarischen Verarbeitungen? Welche Vorstellungen von Körperlichkeit traten dabei zutage? Welche Gesellschaftsentwürfe wurden entwickelt – vor allem: welche Teile der Gesellschaft wurden akzeptiert, welche möglicherweise ausgegrenzt (Stichworte: „Arierparagraphen“ der deutschen Turnvereine, konkurrierende Gesellschaftsentwürfe und nationale Selbstbilder)?
  • Welche Sportarten hatten die Funktion einer Breitenaktivität (etwa Wandern, Fußball), welche blieben elitäre Betätigungen bestimmter Gesellschaftsschichten? In welchen lokalen, regionalen oder nationalen Kontexten konnten bestimmte Vereine das Potenzial entfalten, als Anknüpfungspunkte für transnationale Aktivitäten zu fungieren bzw. eine ethnische Exklusivität zu propagieren?
  • Wie lässt sich der Sport in der historischen Topografie und im Stadtbild verorten? Welche Formen des Umgangs mit den materiellen Hinterlassenschaften der Sportgeschichte (z. B. Turnhallen, Sportplätze) lassen sich eruieren? Welchen Stellenwert hat die Sportgeschichte in der Erinnerung einzelner Städte, Regionen und sozialer Kollektive?

Abstracts als WORD-Dateien mit einem Umfang von max. 500 Wörtern werden erbeten bis spätestens 31.1.2022 an Dr. Angela Ilic (ilic@ikgs.de). Nach einer positiven Rückmeldung (die bis 15.2.2022 erfolgt) sollten die fertigen Beiträge mit einem Umfang von ca. 30.000 Zeichen bis spätestens 1.6.2022 eingereicht werden.

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[1] Vgl. etwa Nicolae Postolache: Istoria sportului în România. Date cronologice [Die Geschichte des Sports in Rumänien. Chronologische Daten]. București 1995; Alexe Nicu (Hg.): Enciclopedia educației fizice și sportului din România [Enzyklopädie der Leibeserziehung und des Sports in Rumänien]. 4 Bände. București 12002.

[2] Vgl. etwa John Hughson, Fiona Skillen (Hgg.): Football in Southeastern Europe. From Ethnic Homogenization to Reconciliation. Abingdon 2014; Dario Brentin, Dejan Zec (Hgg.): Sport in Socialist Yugoslavia. Abingdon 2020; Andrew Hodges: Fan Activism, Protest and Politics. Ultras in Post-Socialist Croatia. London 2020; Claudia Selheim, Barbara Stambolis (Hgg.): Aufbruch der Jugend. Deutsche Jugendbewegung zwischen Selbstbestimmung und Verführung. Nürnberg 2013. Katalog zur Ausstellung „Aufbruch der Jugend“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg 6. September 2013 – 19. Januar 2014.

Einführungsveranstaltung | 17 Ziele, die unsere Welt verändern – Die Sustainable Development Goals (SDGs) und ihre Bedeutung für Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen

 

7. Februar 2022, 14–17 Uhr, online

IKGS München in Zusammenarbeit mit EcoEmbassy und iCondu, exklusiv für das IKGS-Netzwerk

  • Praxisbericht des IKGS „Nachhaltigkeit im Institut“
  • Einführung in die Nachhaltigkeitsziele (kurz SDGs) der Vereinten Nationen
  • Vorstellung eines SDG-Planspiels und eines Workshop-Modells
  • Tipps für den Einstieg in eine nachhaltige Entwicklung für Institute

Die Sustainable Development Goals bilden die Basis für die Gestaltung von wirtschaftlichem Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und den ökologischen Grenzen der Erde. Auch unser(e) Zuwendungsgeber bzw. Trägereinrichtungen in Deutschland und anderen Europäischen Ländern berufen sich zunehmend auf diese Ziele. Welche Rolle könnten wir als von der öffentlichen Hand geförderte Einrichtung im internationalen Zukunftsplan der Vereinten Nationen einnehmen?

© Bild: Screenshot https://sdgs.un.org/goals

Online-Geschichtsseminar der SJD Bayern*

 

Am 11. Dezember 2021 fand das Online-Geschichtsseminar der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland, Landesgruppe Bayern (kurz: SJD Bayern) in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) über Zoom statt. 22 Personen beinahe aller Altersschichten lauschten ganz neugierig Dr. Florian Kührer-Wielach, dem Direktor des IKGS, während eines Streifzugs durch die siebenbürgische Geschichte.

Zum Beitrag in der Siebenbürgischen Zeitung

* Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland, Landesgruppe Bayern

CfA: Nachwuchsseminar und Exkursion für Studierende und Doktoranden | Erinnerungsorte und Räume im habsburgischen Südosten Europas

Zeit und Ort: 26.9. bis 28.9.2022, Raum Hermannstadt/Sibiu, Südsiebenbürgen

Leitung: Kurt Scharr (Innsbruck), Florian Kührer-Wielach (München)

Veranstalter: Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa (KGKDS), Tübingen; Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS), München; Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL), Tübingen

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende höherer Semester sowie Doktorand*innen aller Disziplinen, insbesondere aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Geographie, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft. Das Seminar findet nach zwei Vorbesprechungsterminen (online) en route im Raum Hermannstadt und Umgebung statt. Die Ergebnisse werden im Rahmen der anschließenden Tagung „Zwischen Bollwerk und Brücke? Der habsburgische Südosten Europas. Kultur-Raum-Konzepte seit dem 18. Jahrhundert“ (28.09.–01.10.2022) in Hermannstadt präsentiert. Die Teilnahme an der Tagung wird vorausgesetzt.

Seminarinhalte
Das 20. Jh. weist markante Brüche auf. Dazu gehören 1918, 1945 und die Jahre der Wende 1989/91. Sie alle veränderten staatliche Grenzen, politische Zugehörigkeiten und ethnische Zusammensetzung dieses Raumes gravierend. Geographische Bilder und räumliche Vorstellungen begleiteten hingegen im Vorfeld entscheidend diese Entwicklungen und prägen unsere Perspektiven bis heute. Sie setzen im 18. Jh. ein, als sich sowohl das Zaren- wie auch das Habsburgerreich in ihrer Machtausdehnung in diesen südosteuropäischen, vermeintlichen Peripherraum vorschoben. Zudem erhielten zunächst weitgehend imperial gedachte Räume spätestens zur Mitte des 19. Jh. massive Konkurrenz seitens nationalstaatlicher Konzepte, die auf eine weitergehende Homogenisierung des Raumes gerichtet waren als zuvor. Die Diskussion rund um das Weltkriegsgedenken 2014/18 hat gezeigt, dass Raumkonzeptionen und damit verbundene Vorstellungswelten ein Forschungsdesiderat darstellen. Im Zentrum der Tagung steht die Diskussion von Raumkonzeptionen und -theorien, mit einem Fokus auf Mittel- und Südosteuropa seit dem 18. Jh., unter Miteinbeziehung der jeweils zeitgenössischen Öffentlichkeit des politischen und gesellschaftlichen Feldes.
Das Nachwuchsseminar will hier in zweifacher Form eine Vertiefung erarbeiten. Zunächst gilt es, die Thematik inhaltlich um den Aspekt der Erinnerungsräume zu erweitern. Auf Basis von Texten und Quellen erfolgt ein individuelles Studium sowie die Diskussion mit der Seminarleitung. In einem zweiten Schritt werden diese Ergebnisse in einem Feldpraktikum vor Ort am Objekt geschärft und für die Präsentation während der Tagung aufbereitet. Dafür wird von drei inhaltlichen wie räumlich konkreten Ansatzpunkten ausgegangen:

  • Perspektive habsburgischer Eroberung
  • Multiperspektivität von Herrschaft & Inbesitznahme
  • Konfessionelle Vielfalt & politische Dominanz

 

© Wikimedia

 

Teilnahme
Interessierte werden gebeten, sich bis zum 1. März 2022 um eine Teilnahme am Seminar mit folgenden Unterlagen ausschließlich in elektronischer Form zu bewerben:

  • Motivationsschreiben (max. 2.500 Zeichen), in dem die Gründe für eine Teilnahme am Seminar erläutert werden und welche Voraussetzung der*die Bewerber*in mitbringt;
  • tabellarischer Lebenslauf mit vollständiger Anschrift, Email- und Postadresse.
    Die Veranstalter übernehmen die Fahrtkosten der Teilnehmer*innen sowie die Kosten für die Unterkunft und für die Verpflegung vor Ort von 26.9. bis zum 1.10.2022. Ein Unkostenbeitrag von 50.- € wird mit den Reisekosten verrechnet.

Die Bewerbung ist an Florian Kührer-Wielach (kuehrer@ikgs.de) zu schicken. Die ausgewählten Teilnehmer*innen werden bis zum 14. März 2022 benachrichtigt und erhalten anschließend von den Veranstaltern weitere Informationen und Unterlagen für die Vorbereitung.