Der Georg-Dehio-Kulturpreis 2023 geht an das Zentrum Gedankendach

Wir gratulieren unseren Freunden vom Zentrum Gedankendach an der Universität Czernowitz / Чернівецький національний університет імені Юрія Федьковича von Herzen zu dieser verdienten Auszeichnung durch das Deutsches Kulturforum östliches Europa. 
„In diesem Jahr vergibt die Jury den Hauptpreis an das seit 2009 bestehende Zentrum Gedankendach in Czernowitz/Tscherniwzi in der Ukraine, das sich der Bewahrung des kulturellen Erbes der Bukowina sowie dem wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen der Westukraine und den deutschsprachigen Ländern widmet. Mit seinen herausragenden Kunst- und Kulturprojekten bildet das Zentrum Gedankendach eine wichtige Plattform für den Erhalt und die Vermittlung des deutschsprachigen Kulturerbes. Als „Dach“ für drei Einrichtungen an der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz hat es zur länderübergreifenden Vernetzung beigetragen, deren Stärke sich auch nach Beginn des russischen Angriffskrieges unter Beweis stellt. So unterstützen zahlreiche humanitäre Hilfsaktionen des „Zentrums Gedankendach“ und seiner Partner vor allem Binnenflüchtlinge in der Ukraine. Die Art und Weise der Verbindung von hochqualifizierter kultureller Vermittlungsarbeit mit intensivem gesellschaftlichem Engagement hat die Jury überzeugt, aus einer Vielzahl von preiswürdigen Einreichungen für das Zentrum Gedankendach zu votieren”. 

Das Zentrum Gedankendach ist Mitglied im IKGS e.V. Das IKGS sammelt unter dem Spendenkonto: DE23 7015 0000 0907 2714 07 für die Hilfsmaßnahmen des Netzwerk Gedankendach. Weiterführende Informationen finden Sie hier: Bukowinahilfe 

Ein weiteres Projekt des IKGS, das unter anderem in Kooperation mit dem Zentrum Gedankendach verwirklicht wird, gilt dem Schutz von Kulturgut und Kulturerbe in der Bukowina: Kulturgutschutz Bukowina

Internationales Symposium I Humanität und Humanities | 8. Mai 2023, Wien

Im Rahmen des internationalen Symposiums „Humanität und Humanities: Herausforderungen für Wissenschaft und Kultur im Zeichen von Krieg und Krisen – Kulturerbe, Netzwerke, Kommunikation“ werden die zentralen Herausforderungen, die der Krieg in der Ukraine für die Humanities mit sich bringt, vorgestellt und diskutiert. Ausgehend vom Beispiel der ukrainischen Universität Tscherniwzi/Czernowitz, dessen Hauptgebäude zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, setzt sich das Symposium mit Fragen zur digitalen Transformation im Kulturgutschutz, zum humanitären, zivilgesellschaftlichen Engagement auf Basis wissenschaftlicher Netzwerke und zur Positionierung von Forschenden im öffentlichen Diskurs zum Krieg in der Ukraine auseinander. 

8. Mai 2023, 10-15 Uhr
Universität Wien, Sky Lounge, Oskar Morgenstern-Platz 1 (12. Stock) 

Anmeldefrist bis Dienstag, 2.5.

Besprechungen der IKGS-Neuerscheinungen zu Temeswar und dem Banat in der „Banater Zeitung“

Die „Banater Post” bespricht in ihrer Ausgabe vom 15. März 2023 die beiden anlässlich der Verleihung des Titels „Europäische Kulturhauptstadt 2023” an die Hauptstadt des Banats, Temeswar/Timișoara/Temesvár/Temišvar vom IKGS veröffentlichten Bücher.

Über den vom IKGS-Vorstandsmitglied Konrad Gündisch und vom wissenschaftlichen Mitarbeiter Tobias Weger verfassten Band „Temeswar / Timișoara. Eine kleine Stadtgeschichte” resümiert die Zeitung : „In ihrer besonderen Art ist „Die kleine Stadtgeschichte” etwas, was durchaus noch gefehlt hat im Portfolio der Temeswar-Literatur. Vielleicht auch deshalb, weil es nicht die Darstellung aus Sicht der deutschen Bevölkerung ist, sondern mit dem objektiven Blick des Historikers. Das heißt aber nicht, dass der Anteil der Deutschen an der Stadtgeschichte nicht gebührend und ausführlich gewürdigt wird. […] Das Buch empfiehlt sich für Kenner der Stadt ebenso wie für neugierige „Schnupperer”. Und das nicht nur im Kulturhauptstadt-Jahr.”

Über die „Kleine Geschichte des Banats” der Historikerin Irina Marin, heißt es anerkennend: „Fundiert und gut lesbar stellt Irina Marin mit diesem Band die Geschichte des Banats einem breiten Publikum vor. Die Übersetzung durch das IKGS macht diese zunächst auf Englisch erschienene Monografie nun auch einem deutschsprachigen Lesepublikum zugänglich.”

Buch über Hans Bergel von Cosmin Budeancă erschienen

Anlässlich des ersten Todestages des siebenbürgisch-sächsischen Schriftstellers Hans Bergel erschien Ende Februar  in Rumänien  das Buch „Hans Bergel. Privind mereu spre România“ [Hans Bergel. Mit stetem Blick auf Rumänien].

Der beim Verlag Fundaţia Culturală Memoria und Verlag MEGA veröffentlichte Band enthält eine biografische Studie über Hans Bergel auf der Grundlage von Dokumenten aus dem  Archiv  der Securitate (CNSAS) sowie die Transkription eines ausführlichen Interviews, das Cosmin Budeancă 2012 mit dem Autor geführt hat. Das Vorwort schrieb IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach.

Der erste Teil des schriftstellerischen Nachlasses von Hans Bergel befindet sich bereits im Archiv des IKGS.

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Bukowina-Reise von IKGS-Direktor Kührer-Wielach: Projekte, Bukowinahilfe und eine Ehrung

Die von IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach vom 26. bis 28. Februar 2023 unternommene Reise in die ukrainische Nordbukowina hatte mehrere Ziele: einerseits konnten gemeinsam mit Mitarbeitern der Universität Czernowitz/Tscherniwzi im rumänischen Suceava Hilfsgüter besorgt werden, insbesondere Medikamente und Lebensmittel. (Zugeladen wurden außerdem einige Generatoren, die die Universität Lübeck im Rahmen einer größeren Hilfsaktion für die Universität Czernowitz besorgt hatte und von Freunden aus dem siebenbürgischen Cluj-Napoca/Klausenburg zwischengelagert und nach Suceava verbracht wurden.)  

Besichtigung von Kulturgutschutzprojekten
Außerdem besuchte Kührer-Wielach während seines Aufenthalts in Czernowitz mehrere im Aufbau befindliche Museen, die im Rahmen des von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien geförderten und vom IKGS abgewickelten Kulturgutschutzprojekts „Schutz von Kulturgut und Kulturerbe in der Bukowina: Sprachen, Konfessionen und Kulturen – Stadt und Land in Wechselwirkung“ unterstützt wurden. Konkret handelt es sich um das historische und das ethnographische Museum der Universität Czernowitz sowie das ethnographische Museum der Gemeinde Woloka, die sich aus rumänischen und ukrainischen Siedlungsteilen zusammensetzt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich auch eine ehemalige deutsche Siedlung im Franztal.
Darüber hinaus wurden mögliche zukünftige Maßnahmen besprochen, die zur nachhaltigen Sicherung des architektonischen UNESCO-Kulturerbes des Hauptgebäudes und der besonders wertvollen Bestände der Universität beitragen können. Besucht und besichtig wurden unter anderem die Universitätsbibliothek, das paläontologische Institut sowie das Uhrwerk der großen Universitätsuhr auf dem Dachboden des Hauptgebäudekomplexes. 

Besuch in der Universitätsbibliothek. v. l.: Florian Kührer-Wielach (IKGS), Bilbiotheksdirektor Mychajlo Suschman und Oxana Matiychuk vom Zentrum Gedankendach/Universität Czernowitz © S. Lukanjuk Besuch in der Universitätsbibliothek. v. l.: Florian Kührer-Wielach (IKGS), Bilbiotheksdirektor Mychajlo Suschman und Oxana Matiychuk vom Zentrum Gedankendach/Universität Czernowitz © S. Lukanjuk

 

Verleihung der Ehrendoktorwürde
Einen Höhepunkt der Reise in die Nordbukowina stellte die Verleihung der Ehrendoktorwürde an IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach dar, die der Akademischen Rat der Universität in seiner Sitzung vom 28.11.2022 beschlossen hatte. Diese Ehrung sollte die über viele Jahre andauernde, insbesondere im letzten Jahrzehnt intensivierte Zusammenarbeit zwischen IKGS und Universität Czernowitz bekräftigen. Die in erste Linie wissenschaftliche Kooperation im Rahmen von gemeinsamen Tagungen, Publikationen und Projekten hat seit der Invasion der russischen Streitkräfte im vergangenen Jahr auch die Dimension einer gemeinsamen Hilfsaktion – die Bukowinahilfe des „Netzwerk Gedankendach“ – angenommen.
Die dem Akademischen Rat entgegengebrachten Dankesworte Kührer-Wielachs können hier in der mehrsprachigen Vortragsfassung sowie auf Deutsch und Ukrainisch nachgelesen werden.
Zum Bericht auf der Website der Universität. (Ukrainisch) 

Der Leiter des International Office der Universität, Serhij Lukanjuk, Germanist und Celan-Experte Petro Rychlo, der ebenfalls geehrte ehemalige Rektor Prof. Stepan Melnychuk, IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach und die Leiterin des Zentrum Gedankendach, Dr. Oxana Matiychuk (v. l.) Der Leiter des International Office der Universität, Serhij Lukanjuk, Germanist und Celan-Experte Petro Rychlo, der ebenfalls geehrte ehemalige Rektor Prof. Stepan Melnychuk, IKGS-Direktor Florian Kührer-Wielach und die Leiterin des Zentrum Gedankendach, Dr. Oxana Matiychuk (v. l.)

 

Die Bukowinahilfe wird fortgesetzt
In diesem Sinne wurde im Rahmen verschiedener Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität auch über die Fortsetzung der humanitären Hilfe gesprochen: das IKGS wird auch weiterhin als erste Anlaufstelle in Deutschland fungieren, während die Beurteilung der aktuellen Bedarfe und die Verteilung der Hilfsgüter auch in Zukunft bei der Universität Czernowitz liegen. Über die Bukowinahilfe hinaus konnte Kührer-Wielach dem ärztlichen Leiter des Fischer’schen Kinderspitals eine von niederösterreichischen Spenderinnen und Spendern aufgebrachte Summe überreichen. 

Ein Blick ins Lager der Universität. Die meisten Hilfsgüter gehen binnen weniger Tage zu jenen, die sie benötigen: Binnenflüchtlinge in den Studentenheimen und in der Region, Angehörige von Studierenden und Universitätspersonal im Einsatz sowie Partneruniversitäten im Osten. © F. Kührer-Wielach Ein Blick ins Lager der Universität. Die meisten Hilfsgüter gehen binnen weniger Tage zu jenen, die sie benötigen: Binnenflüchtlinge in den Studentenheimen und in der Region, Angehörige von Studierenden und Universitätspersonal im Einsatz sowie Partneruniversitäten im Osten. © F. Kührer-Wielach

 

Weitere wissenschaftliche Zusammenarbeit
Arbeitsgespräche mit der Universitätsleitung und den Dekanen der geistes- und sozialwissenschaftlichen sowie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät unterstrichen auch die Absicht, weiterhin eng auf wissenschaftlicher Basis zu kooperieren. Insbesondere Projekte zur Regional- und zur Universitätsgeschichte wurden ins Auge gefasst. Einerseits kann die Bukowina – auch jenseits aller Mythisierung – als historisches Laboratorium gelungenen Zusammenlebens fungieren. Andererseits wird die heute nach dem auf Ukrainisch und Deutsch schreibenden, österreichischen Schriftsteller Jurij Fedkowytsch (1834–1888) benannte Universität, die in der Tradition der 1875 gegründeten Francisco-Josephina steht, in wenigen Jahren ihr 150jähriges Bestehen feiern – hoffentlich in Frieden.

Kriegerdenkmal im Franztal (Nordbukowina) für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Hier verlief einst die wichtigste Nord-Süd-Route in der Region. Auf den Gedenktafeln finden sich deutsche, rumänische, ukrainische und ungarische Namen. © F. Kührer-Wielach Kriegerdenkmal im Franztal (Nordbukowina) für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Hier verlief einst die wichtigste Nord-Süd-Route in der Region. Auf den Gedenktafeln finden sich deutsche, rumänische, ukrainische und ungarische Namen. © F. Kührer-Wielach

Filmvorstellung und Diskussion | Holocaustul uitat – o călătorie în Transnistria

Am 17. Februar 2023, 11 Uhr wird der Film Holocaustul uitat – o călătorie în Transnistria an der Staatlichen Universität Chișinău, Fakultät für Geschichte und Philosophie, Aula „Regina Maria“, str. Mateevici 60 vorgestellt. Eine Diskussion rundet die Filmvorführung ab.

Moderation: Dr. Paulus Adelsgruber und Dr. Galina Corman

Zum Veranstaltungsplakat mit weiteren Informationen
Zum Film (Fassung mit rumänischen UT)
Zur Aufzeichnung der Veranstaltung

Inschrift an der Universitätsstraße – Glaube, Liebe und Hoffnung überall in der Bukorwina