Rezension zu den „Giftschränken“ in der Siebenbürgischen Zeitung

Was die kommunistischen, geheimen Sicherheitsorgane an Archivunterlagen hinterlassen haben, sind tatsächlich wahre Giftschränke. Ihre Aktenbestände geben nämlich Einsicht in die geheime, allumfassende Überwachung, Verfolgung, Verhaftung und Einkerkerung der als gefährlich eingestuften Bürger in den fünf Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft, über die getrof­fenen diktatorischen Maßnahmen gegen regimefeindliche Handlungen und Personen sowie über willkürliche Eingriffe. Suspekte Personen wurden den Gerichten ausgeliefert und mit hohen Kerkerstrafen belangt.

Die Einsicht in diese giftige Hinterlassenschaft wurde erst 1989/91 nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft in den Ostblockstaaten möglich. Es dauerte allerdings einige Jahre, bis die Giftschränke geöffnet wurden.

Was Forscher dabei entdeckten, bildet den Gegenstand der abgedruckten Referate des vorliegenden Bandes, die im Jahr 2015 auf einer internationalen Tagung des Instituts für deutsche Literatur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Humboldt-Universität Berlin geboten wurden.

 

Hier geht es zur vollständigen Rezension:

https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/ 

Moldau: Unabhängige Medien unter Druck

Am 11. Dezember 2018 ist auf der Website mmm.verdi.de (externer Link) ein Beitrag über das Mediensystem und die Rolle der Journalisten in der Republik Moldau von Vyacheslav Dolgov erschienen. Der Beitrag wurde zuerst im gerade erschienenen Band MEDIA BEYOND FRONTIERS veröffentlicht, der am 14. Dezember um 19.30 Uhr in der Bundeszentrale für Politische Bildung präsentiert wird.

In der Republik Moldau hat der unabhängige Journalismus gegenwärtig einen schweren Stand. Es gibt zwar eine Medienvielfalt, doch die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Eliten setzen die Presse- und Meinungsfreiheit unter Druck. Mutige Journalistinnen und Journalisten wehren sich dagegen. Die Medienlandschaft umfasst 463 Print-, Rundfunk- und Onlineangebote sowie sieben Presseagenturen. In den letzten Jahren lässt sich die Tendenz beobachten, dass Print und Rundfunk zunehmend in ihre Internetauftritte investieren.

Hier geht’s zum vollständigen Beitrag auf mmm.verdi.de (externer Link).

Jahrestagung: Association for Slavic, Eastern European and Eurasian Studies

In Boston, Massachussetts (USA), fand vom 6. bis 9. Dezember die 50. Jahrestagung der ASEEES (Association for Slavic, Eastern European and Eurasian Studies) statt. Das IKGS war dort mit seinem Mitarbeiter Tobias Weger präsent. Die ASEEES-Tagungen können ohne Übertreibung als eine Art Weltkongress der Osteuropaforschung bezeichnet werden. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Befassung mit Russland und dem postsowjetischen Raum, aber auch Zentral- und Südosteuropa sind thematisch stark vertreten. Neben einer Vielzahl von Panels zu historischen, kulturwissenschaftlichen, literaturhistorischen und politikwissenschaftlichen Themen bieten die ASEEES Conventions die Möglichkeit, andere Wissenschaftler/innen und neuere Arbeiten kennenzulernen.

 

Der Historiker John C. Swanson (University of Tennessee) hat sich in seinem Buch „Tangible Belongings. Negotiating Germanness in Twentieth‐Century Hungary. Pittsburgh 2017“, mit Identitätsfragen der Deutschen in Ungarn auseinandergesetzt. Für dieses Buch erhielt er jetzt in Boston den renommierten „Barbara Jelavich Book Prize“, den die ASEEES in Erinnerung an die Südosteuropahistorikerin Barbara Jelavich (1923–1995) vergibt. Eine deutsche Übersetzung dieses Standardwerks befindet sich gerade in Arbeit und wird voraussichtlich 2019 in der Buchreihe des IKGS erscheinen.

 

 

Während seines Aufenthalts konnte Tobias Weger auch einige Tage in der Boston Public Library, der zweitgrößten Kommunalbibliothek der USA, zu seinem aktuellen Forschungsprojekt zur Geschichte der Deutschen in bzw. aus der Dobrudscha recherchieren. Zwischen 1880 und 1914 wanderten viele Deutsche aus dem Donau-Schwarzmeer-Gebiet in die Vereinigten Staaten von Amerika bzw. nach Kanada aus. Über intensive wechselseitige Korrespondenzen und regelmäßige Reportagen blieben sie über den Atlantik hinweg mit den in der Dobrudscha verbliebenen Angehörigen und Nachbarn in Beziehung. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erneut Deutsche aus der Dobrudscha in Nordamerika eine neue Heimat.

Bericht: Lesung und Gespräch mit Noémi Kiss

Klug, leicht und mit sympathischer Hartnäckigkeit moderiert von der Münchnerin Enikő Dácz, die dank ihrer Textsicherheit eloquent durch den ersten Teil des Abends leitete und damit half, über verschiedenste Schichten des Romans die Brücke ins heutige Ungarn zu schlagen. So stellt sie Noémi Kiss zunächst als Autorin des Reisetagebuchs „Schäbiges Schmuckkästchen. Reisen in den Osten Europas“ vor. Über einen Zeitraum von weit mehr als zehn Jahren zeichnet Kiss darin ihre Eindrücke nach von Städten und Landschaften an den Rändern des ehemaligen Habsburger Reichs, in Galizien, der Bukowina, in Rumänien oder etwa in Serbien, die sie sich in der Nachwendezeit, gerade nicht in Richtung Westen, sondern nach Osten, erschließt. Schnell wird beim Reden deutlich, dass es Kiss ein wichtiges Anliegen ist, eine für das Unausgesprochene, auch in der Erinnerung, authentische literarische Sprache zu kreieren.

Den vollständigen Bericht von Anke Buettner im Blog der Münchner Stadtbibliothek finden Sie hier: blog.muenchner-stadtbibliothek.de (externer Link)

Anke Buettner verantwortet die Programm- und Öffentlichkeitsarbeit der Münchner Stadtbibliothek und leitet ab Januar 2019 die Monacensia im Hildebrandhaus.

Bericht: Konferenz „Mehrsprachigkeit in der Donaumonarchie“

Fruchtbare Auseinandersetzung: Konferenz „Mehrsprachigkeit in der Donaumonarchie (1848-1918)“

„Je fremder der Untersuchungsgegenstand, desto fruchtbarer die Auseinandersetzung“ – so bilanzierte PD Dr. Thomas Borgard, Koordinator des Internationalen Forschungszentrums Chamisso (IFC), die interdisziplinäre und internationale Konferenz „Mehrsprachigkeit in der Donaumonarchie (1848-1918). Wissen – Herrschaft – Soziale Praxis“, die vom 10. bis 12. Oktober in München stattfand. Eingeladen hatten mit dem IFC das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS), das Institut für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und die Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM), alle angesiedelt an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU).

Den vollständigen Bericht von Doris Roth in der Siebenbürgischen Zeitung finden Sie auf siebenbuerger.de/zeitung (externer Link).