Entsäuerte und restaurierte Bücher kehren ins IKGS zurück

Alle Fotos © Tobias Weger

Knapp 1.500 Bücher aus dem Bestand der Bibliothek, die im Rahmen des Projektes „Nimm ihm Saures!“ gereinigt, entsäuert, restauriert oder neu gebunden und schutzverpackt wurden, sind wieder im IKGS eingetroffen. Die Kosten der Maßnahme in Höhe von mehr als 70.000 € wurden über das Sonderprogramm für Bestandserhaltung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) finanziert.

#KoordiniertSchützen

 

 

 

 

 

Ausschreibung | Nachwuchsseminar für Studierende und Doktoranden


 

Tübingen, 25. Juni 2020, 9–16 Uhr

Im Rahmen der internationalen Tagung „Die Vermessung des Donauraums. Multidisziplinäre Zugänge“ bieten die Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa e. V. in Kooperation mit dem Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde und das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München e.V.  Studierenden höherer Semester sowie Promovierenden aller Disziplinen, insbesondere aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Geographie, Literaturwissenschaft und Empirische Kulturwissenschaft ein Nachwuchsseminar für Studierende und Doktoranden an.
Leiter des Nachwuchsseminars sind Prof. Dr. Attila Verók und Prof. h.c. Josef Wolf.

Schicken sie ihre Bewerbung bis zum 30. April 2020 an den Vorsitzenden der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa, Dr. habil. Mathias Beer, Mohlstraße 18, 72074 Tübingen (poststelle@idgl.bwl.de). Hier erhalten Sie bei Bedarf auch weitere Informationen.

Alle Details zum Nachwuchsseminar auf Deutsch und auf Englisch.

 

Ein gutes Neues Jahr beginnt mit dem IKGS …


Im Bild: “Deutsche Zeitung” aus Temeswar (1935)

 

Seit 2017 existiert das BKM-Sonderprogramm zum Erhalt schriftlichen Kulturguts, finanziert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), das von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) koordiniert wird. Dieses Programm fördert die Mengenbearbeitung von schriftlichem Kulturgut mit dem Ziel des Originalerhalts. Um diese bereits drei Jahre andauernde, erfolgreiche Zusammenarbeit für den Originalerhalt zu feiern, hat die KEK für 2020 einen hochwertigen Wandkalender mit 12 Fotografien produziert. Dafür wurden aus ca. 300 Projekten 12 Institutionen ausgewählt, deren Bestände, Maßnahmen und Geschichte in ganzseitigen Legendentexten im Kalender erläutert werden. Das Projekt „Brücken aus Papier“ der IKGS-Bibliothek hat die Ehre, auf dem ersten Kalenderblatt das neue Jahr zu eröffnen.

Weitere Informationen zum IKGS-Projekt

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Tagungsbericht | Writing History in Multicultural Regions of Southeastern Europe: The Role of Special Libraries and Archives

 

Mihovil Dabo, Department of History, Juraj Dobrila University of Pula, David Orlovic, Elementary School, Dr. Mate Demarin, Medulin berichten auf hsozkult.de über die Konferenz „Writing History in Multicultural Regions of Southeastern Europe: The Role of Special Libraries and Archives“ die vom 2.–4. Oktober 2019 in Pazin und Pula stattfand.

It was for good reason that this academic conference dedicated to the problems of studying and writing the history of multicultural regions was organized in Istria. The past of the peninsula, which after multiple changes of political and national borders during the modern and contemporary periods is nowadays divided between Croatia, Slovenia and Italy, has been interpreted in different ways since the 19th century, most often within the framework of national historiographies and through the prism of political history.

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Bücherspende an die Ungarndeutsche Bibliothek in Budapest

© Ungarndeutsche Bibliothek Budapest

 

Mitte November spendete das IKGS mehr als 150 Bücher aus dem Eigenverlag an die Ungarndeutsche Bibliothek in Budapest. Péter Bús, Referent für deutsche Sprache und Nationalität und stellvertretender Abteilungsleiter in der Fremdsprachenbibliothek, der im Herbst im IKGS eine Forschungsstipendium absolvierte, nahm die Bücher bei seiner Abreise dankenswerterweise mit nach Budapest. Dort war die Freude beim Auspacken und Sichten groß.

Eintrag auf der Seite der Ungarndeutschen Bibliothek in Budapest

Czernowitz lebt und gedeiht | Leserbrief von Florian Kührer-Wielach

Ehemaliges Jüdisches Haus in Czernowitz, beherbergt seit 2008 das Jüdische Museum  © Markus Winkler

 

Als Reaktion auf Sonja Margolinas Gastkommentar in der Neuen Zürcher Zeitung „Spuren der Abwesenheit – Czernowitz ist ein tief ins Unheil des 20. Jahrhunderts eingelassener Ort, in dem schwer sesshaft zu werden ist“, hat IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach einen Leserbrief verfasst, der in der NZZ vom 15.11.2019 veröffentlicht wurde:

Czernowitz lebt und gedeiht
Sonja Margolina beschreibt Czernowitz in ihrem Gastkommentar vom 7.11.2019 als einen „tief ins Unheil des 20. Jahrhunderts eingelassenen Ort, in dem schwer sesshaft zu werden“ sei. Ihre Skizze rückt eine tendenziell trost- und hoffnungslose ukrainische Gegenwart in den Mittelpunkt. Der „alltägliche Überlebenskampf“ scheint die Einheimischen davon abzuhalten, sich um das Kulturerbe der Stadt zu kümmern.
Tatsächlich ist Czernowitz mit Wunden übersät, die auch nicht vom „vollkommen“ aussehenden, habsburgischen Pflaster überdeckt werden können. Zwischen dem altösterreichischen Czernowitz und Tscherniwzi, wie die Stadt heute genannt wird, liegen Jahrzehnte des erzwungenen Wandels und der totalen Gewalt. Wir sehnen die „untergegangene Kulturmetropole“ (Helmut Braun) herbei und zurück, ein Shangri-La im Karpatenbogen, diesen Parspro-Toto-Prototyp eines halbwegs friedlichen Europas. Doch warum dann ihren Untergang weiterschreiben, warum dieser Pessimismus?
Es sind heute in erster Linie Ukrainer, lokale Einwohner, die nach den „Spuren der Abwesenheit“ suchen und sie uns (zurück)übersetzen: Das jüdische Museum in Czernowitz wird mit Leidenschaft geführt, die Veranstaltungen des Paul-Celan-Literaturzentrums sind äusserst gut besucht, das Meridian-Poesiefestival versammelt eine internationale Literaturszene, und an der Universität widmet sich das „Zentrum Gedankendach“, gerade zehn Jahre alt geworden, zeitgemässen Zugängen zu Kultur und Geschichte der Stadt und der Region.
Mit Mut und Energie wird in Tscherniwzi heute an einer europäischen Zukunft gearbeitet. Diese Art des „Überlebenskampfs“ können wir aber letztlich nur gemeinsam führen, Einheimische, Zugereiste, Ausgewanderte und all jene, die diese Stadt um ihrer selbst willen lieben, wo auch immer auf dieser Welt.

Florian Kührer-Wielach,
Direktor des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München