DONAUWELLEN

Der Südostcast

Menschen, Themen und Bücher

Das IKGS auf der Audiospur

#5: Rolf Bossert und sein Preis
Der Schriftsteller, Übersetzer und Satiriker Hellmut Seiler ist der Initiator des 2019 ins Leben gerufenen Rolf-Bossert-Gedächtnispreises. Seiler blickt im Gespräch mit Podcast-Gastgeber Florian Kührer-Wielach auf die Aktionsgruppe Banat und den Adam-Müller-Guttenbrunn-Literaturkreis zurück und schlägt den Bogen ins Jetzt zu den Deutschen Literaturtage im Banater Reschitza/Reșița (Rumänien). Außerdem spricht er über den Bossert-Preis und die ersten Preisträger:innen, Alexander Estis (2020) und Britta Lübbers (2021), den Exil-PEN und vor allem über den genialen, viel zu früh verstorbenen rumäniendeutschen Lyriker Rolf Bossert und viele weitere Akteurinnen und Akteuren der rumänischen, deutschen und rumäniendeutschen Literatur wie Nicolas Born, Rolf Dieter Brinkmann, Helmuth Frauendorfer, Nora Iuga, Klaus Konjetzky, Werner Kremm, Johann Lippet, Peter Motzan, Herta Müller, Horst Samson, Dieter Schlesak, Werner Söllner, Anton Sterbling, Erwin Josef Țigla, William Totok, Richard Wagner und Ernest Wichner. 

Facebook-Seite der Deutschen Literaturtage in Reschitza
Ernest Wichner über Bosserts „Reise“ (FAZ)
Webseite des Exil-PEN 

Informationen über das IKGS finden Sie unter www.ikgs.de. Kontakt: podcast@ikgs.de. Das Institut wird von der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien institutionell gefördert. 

Creativ Commons-Lizenz: BY-NC-ND 

# 4: Die Vermessung der Ghettos – Digitale Geschichtsvermittlung zwischen Krieg, Pandemie und Diktatur
Projektleiter Markus Winkler (Berlin) und Mykola Kuschnir, Direktor des jüdischen Museums in Czernowitz, berichten über das trinationale Digital-Projekt „Die Vermessung der Ghettos“, das mit Studierenden und Schüler:innen in Grodno (Belarus), Czernowitz (Ukraine) und Chișinau (Republik Moldau) realisiert wurde. Es waren äußerst schwierige Bedingungen, unter denen die zahlreichen Mikroprojekte durchgeführt wurden: Neben der Pandemie müssen die Ukraine und die Republik Moldau mit frozen conflicts leben, in Belarus kämpft die Zivilgesellschaft gegen den Diktator Lukaschenko. Am Projekt beteiligte Journalisten gerieten sogar in Untersuchungshaft.
Im Gespräch mit dem Donauwellen-Gastgeber Florian Kührer-Wielach erzählen sie von den Erfahrungen und Chancen, die in hybriden Formaten zu finden sind, und von neuen großen Vorhaben. 

Zur sechssprachigen Projektwebsite
Wikipedia-Eintrag über das jüdische Museum Czernowitz 

# 3: Die Bukowina – ein Europa im Kleinen?
Maren Röger und Alexander Weidle vom Bukowina-Institut Augsburg spre­chen über ihren neuen Band „Bukowina-Deutsche. Erfindungen, Erfahrungen und Erzählungen einer (imaginierten) Gemeinschaft seit 1775“, den aktuellen Stand der Bukowina-Forschung, die Arbeit des Instituts und das aktuelle Zeitzeugen-Projekt.
Maren Röger und Alexander Weidle vom Bukowina-Institut Augsburg sprechen über ihren neuen Band „Bukowina-Deutsche. Erfindungen, Erfahrungen und Erzählungen einer (imaginierten) Gemeinschaft seit 1775“, den aktuellen Stand der Bukowina-Forschung und die Arbeit des Instituts. Im Dialog mit Florian Kührer-Wielach suchen sie nach den Ursprüngen des Mythos dieser einst habsburgischen, später rumänischen, sowjetischen und nun ukrainischen Region und ihrer Hauptstadt Czernowitz, berichten über die historische Rolle der in der jungen BRD entstandenen Landsmannschaft und das aktuelle Zeitzeugen-Projekt zur deutschen Bevölkerung des Buchenlandes und ihrer Nachkommen.
Maren Röger, Alexander Weidle (Hgg.): Bukowina-Deutsche. Erfindungen, Erfahrungen und Erzählungen einer (imaginierten) Gemeinschaft seit 1775. Berlin, Bosten 2020. Danubiana Carpathica, Band 10 (57). 318 Seiten, EUR 69.

Das Jahrbuch „Danubiana Carpathica. Jahrbuch für Geschichte und Kultur in den deutschen Siedlungsgebieten Südosteuropas.“ erscheint im Oldenbourg Verlag München. Weitere Informationen zu m Jahrbuch und diesen Band finden Sie hier.

Bukowina-Institut Augsburg
Oral-History-Projekt zu den Bukowina-Deutschen

#2 „Brassó ist Scheiße, Kronstadt ist eine Welt“. Mehrsprachigkeit, Transkulturalität und Rauminszenierungen am Beispiel einer Stadt in Siebenbürgen
Die Literaturwissenschaftlerinnen Dr. Enikő Dácz (IKGS München) und Dr. Réka Jakabházi (Klausenburg/Cluj-Napoca, Rumänien) sprechen mit Florian Kührer-Wielach über ihren Themenband zu „Literarische Rauminszenierungen in Zentraleuropa. Kronstadt/Brașov/Brassó in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. In der von Ungarn, Rumänen und Deutschen geprägten Stadt im Karpatenbogen existierte in den bewegten Jahrzehnten nach dem Ersten Weltkrieg ein vielstimmiger und vielschichtiger Literaturbetrieb – der, wie das Zitat im Titel dieser Folge belegt, auch Ambivalenzen erzeugt. Theoretisch und methodisch fundiert zeigen die beiden Herausgeberinnen und ihr Autorenteam neue literaturgeschichtliche Wege auf und legen den Fokus auf eine vermeintliche Randzone, verlieren dabei aber nie die „Mitte“ aus den Augen.

Enikő Dácz, Réka Jakabházi (Hgg.): Literarische Rauminszenierungen in Zentraleuropa. Kronstadt/Brașov/Brassó in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Regensburg 2020. IKGS-Reihe beim Verlag Friedrich Pustet, Band 141. 341 Seiten, EUR 34,95.

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#1 Wie kam der Nachlass Zillich ins IKGS? Über Vertrauen, Forschungspotentiale und Publikationsethik zwischen Zeitgeschichte und Literaturwissenschaft
Die Literaturwissenschaftlerin und Südosteuropa-Expertin Dr. Michaela Nowotnick (Arno Schmidt Stiftung Bargfeld und Humboldt-Universität zu Berlin) berichtet gemeinsam mit Podcast-Gastgeber Florian Kührer-Wielach über den aus Siebenbürgen stammenden Schriftsteller und Vertriebenenfunktionär Heinrich Zillich. Als Herausgeber der bedeutendsten deutschsprachigen Literaturzeitschrift Südosteuropas in der Zwischenkriegszeit hatte er sich der Völkerverständigung verschrieben, später hing er der nationalsozialistischen Ideen an und wurde im „Dritten Reich“ zum „gottbegnadeten“ Bestseller-Autor. 1945 konnte er an seine Publikumserfolge nicht anschließen. Sein umfangreicher Nachlass, der aktuell im Rahmen eines großen Projektes im IKGS bearbeitet wird, umfasst Material aus neun Jahrzehnten, dessen Relevanz weit über die Südosteuropa-Forschung hinausreicht. Um diesen einzigartigen Quellenbestand – und die Teile, die fehlen – geht es in dieser Folge der „Donauwellen“.

#0 „Kilometer Null“. Was Sie im neuen Podcast des IKGS erwartet (Pilotfolge)
 Podcast-Producer Ralf Grabuschnig spricht in dieser „Folge Null“ mit dem Gastgeber der „Donauwellen“ Florian Kührer-Wielach über Sinn, Zweck und Zielgruppen dieses neuen Formates und die Inhalte, die die Hörerinnen und Hörer auf der Reise die Donau hinab und die Karpaten hinauf erwarten. 

Die „Donauwellen“ rücken Zentral- und Südosteuropa in den Mittelpunkt.

Podcast-Gastgeber Florian Kührer-Wielach spricht mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Kultur und Zivil­gesellschaft über Vergangen­heit, Gegenwart und Zukunft des Donau-Karpaten-Raums. Menschen, Themen und Bücher rund um das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) werden vorgestellt.

Einst Teil Österreich-Ungarns, zum Zarenreich gehörend oder im Einflussbereich des Osmanischen Reichs stehend, leben und lebten in vielen bis heute multikulturell geprägten Regionen Kroatiens, der Republik Moldau, Rumäniens, Serbiens, der Slowakei, Sloweniens, der Ukraine und Ungarns Menschen mit deutschen bzw. „altösterreichischen“ Wurzeln. Ein großer Teil von ihnen und ihren Nachkommen wohnen nach Flucht, Vertreibung und Aussiedlung heute in Deutschland, Österreich oder anderen Teilen Europas oder in Übersee. Auch um diese Menschen, ihre Migrationserfahrungen und ihre „alte Heimat“, an der sie seit Jahrhunderten teilhaben, geht es in den „Donauwellen“.

Konzept, Redaktion und Moderation:
Florian Kührer-Wielach

Produktion: Ralf Grabuschnig

Design und Technik: Hans Peter Schuster

Kontakt: podcast@ikgs.de
IKGS München 2021