30. Jan. 2019 | Geschichte, Szene

Donnerstag, 14. Februar 2019, 19 Uhr
Balassi Institut
Ungarisches Kulturinstitut
Haußmannstr. 22
70188 Stuttgart
Eintritt frei
Von deutschen Donauhäfen aus fuhren im 18. Jahrhundert regelmäßig Schiffe flussabwärts. Menschen, die sich im südöstlichen Mitteleuropa eine bessere Zukunft versprachen, ließen sich einschiffen. Die meisten stammten aus den südwestlichen Ländern des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Ihr Ziel war das Königreich Ungarn. Die Einwanderer nannte man unabhängig von ihrer Herkunft »Schwaben«. Nach 1918 gehörten diese nun »Donauschwaben« genannten Gruppen drei verschiedenen Staaten an. Ab 1944 verloren Hunderttausende durch Flucht, Vertreibung und Deportation ihr Zuhause, Tausende ihr Leben. Ein Großteil fand in Süddeutschland Zuflucht. Die Verbliebenen bilden heute aktive deutsche Minderheiten in ihren Heimatstaaten.
Eine im Oktober 2018 erschienene, vom Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Donauschwäbischen Zentralmuseum herausgegebene Buchpublikation widmet sich diesem wichtigen Kapitel europäischer Migrationsgeschichte.
Mitwirkende:
Dr. Gerhard Seewann, Historiker, Autor
Dr. Michael Portmann, Historiker, Autor
Christian Glass, Direktor des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm
Dr. Ingeborg Szöllösi, Südosteuropa-Referentin des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam
Weitere Informationen hier.
Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa und des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Zusammenarbeit mit dem Ungarischen Kulturinstitut Stuttgart.
Dr. Ingeborg Szöllösi
Deutsches Kulturforum östliches Europa
Berliner Straße 135
14467 Potsdam
T: +49 (0)331 20098-11
F: +49 (0)331 20098-50
E-Mail: szoelloesi@kulturforum.info
29. Jan. 2019 | Kunst und Kultur, Szene

In einem selbst geschriebenen Theaterstück befassen sich Schüler*innen des Illertal-Gymnasiums Vöhringen mit Flucht und Vertreibung der Donauschwaben nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit ihrem Stück wollen sie zum Nachdenken anregen.
Vorhang auf! Elf Schülerinnen und Schüler des Illertal-Gymnasiums bringen die Geschichte der Donauschwaben auf die Bühne. Monatelang haben Sie im DZM recherchiert und Gespräche mit Zeitzeugen geführt, die Flucht und Vertreibung als Kinder erlebten. Was sie daraus gemacht haben, ist sehenswert. Ein frischer, unverstellter und dennoch einfühlsamer Blick auf das Schicksal junger Donauschwäbinnen und Donauschwaben. Das Publikum war von der Aufführung im letzten Jahr derart begeistert (Standing Ovations!), dass schnell klar war: Dieses Stück muss noch einmal im DZM auf die Bühne gebracht werden.
In Kooperation mit dem Illertal-Gymnasium Vöhringen
Freitag, 8. Februar 2019, um 19 h im DZM
Eintritt frei
Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum
Schillerstraße 1
89077 Ulm
www.dzm-museum.de/veranstaltungen (externer Link)
12. Dez. 2018 | Szene
Am Mittwoch, dem 19. Dezember 2018, hält Jasmina Tumbas, Ph.D. (Buffalo, NY) in München im Rahmen der Begrüßungsfeier der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien einen Kolloquiumsvortrag mit dem Titel:
Ethnic Roma in Fortress Europe: Art and Resistance Beyond Citizenship
Die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien lädt Sie sehr herzlich zu diesem Kolloquium ein. Es findet in einem besonderen Rahmen statt: Der gemeinsamen Feier zur Begrüßung der neu assoziierten Promovierenden der Graduiertenschule und der Studierenden des 15. Jahrgangs des Elitestudiengangs Osteuropastudien.
Die Begrüßungsfeier beginnt um 10:30 Uhr (der Festvortrag um ca. 12 Uhr); die Veranstaltung findet statt in der Bibliothek am Standort der Graduiertenschule in München (Maria-Theresia-Str. 21).
Jasmina Tumbas, Ph.D. ist Assistant Professor am Department of Global Gender and Sexuality Studies der State University of New York at Buffalo. Im Dezember 2018 und Januar 2019 ist sie als Visiting Research Fellow zu Gast an der Graduiertenschule in München.
Ihr Forschungsschwerpunkte sind feministische Geschichte und Theorien der Performance-, Körper- und Konzeptkunst, der sozialistische Film, Geschlecht und Sexualität in Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg (mit Schwerpunkt auf dem ehemaligen Jugoslawien) sowie zeitgenössische aktivistische Kunst von ethnischen Roma in der Balkanregion.
Da der Vortrag Teil der Begrüßungsfeier ist, bitten wir um eine Anmeldung – da die Anmeldefrist bereits verstrichen ist, bitte unmittelbar an Caroline.Fricke@lmu.de.
26. Nov. 2018 | Geschichte, Szene
Das Jahr 2018 ist das Jahr des 65. Jubiläums des BVFG. Dieses Gesetz hat die erfolgreiche Integration von Millionen Vertriebenen in der jungen Bundesrepublik in die Wege geleitet. Mit der Tagung sollen der Erfolg des Gesetzes gewürdigt und die mögliche Modellhaftigkeit in der Bewältigung anderer Vertreibungsprozesse aufgezeigt werden.
Darüber hinaus soll diskutiert werden, wie das Gesetz zur europäischen Verständigung und zur Verständigung mit der Mehrheitsgesellschaft beigetragen hat und weiter beitragen wird.
Welche Folgen hatte das Gesetz für die Vertriebenen und für die Bundesrepublik? Kann es als Modell für die Lösung von mit Vertreibungsprozessen der jüngeren Zeit verbundenen Folgen – etwa auf dem Balkan – dienen? Diesen Fragen widmet sich die Tagung.
Dabei soll der Blick nicht nur in die Vergangenheit gerichtet werden. Wir werden ebenfalls diskutieren, welche Lehren aus der Integration von Vertriebenen und Spätaussiedlern in der Bundesrepublik für den heutigen Umgang mit Volksgruppen und Minderheiten gezogen werden können. Darüber hinaus stehen die kulturelle Dimension des Bundesvertriebenengesetzes und die aktuelle Konzeption der Bundesregierung in diesem Zusammenhang auf der Tagesordnung.
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie im Flyer der Deutschen Gesellschaft e. V. (PDF-Datei).
15. Nov. 2018 | Geschichte, Szene
Von 9. bis 14. Dezember 2018 findet die Tagung „Erinnerungskulturen in Mitteleuropa“ der Akademie Mitteleuropa e. V. in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen statt. Neben zahlreichen anderen Referenten wird auch Enikő Dácz vom IKGS einen Vortrag halten.
Den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt das Gelehrtenehepaar Aleida und Jan Assmann. Die Preisträger beschäftigten sich in in ihren wissenschaftlichen Werken über Jahrzehnte mit dem Thema „Erinnerungskulturen“, beteiligten sich an den öffentlichen Diskursen und trugen zur Popularisierung dieses Bereiches bei. Für die Bildungs- und verständigungspolitische Arbeit der Akademie Mitteleuropa sowie der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk sind die Anregungen und Forschungen durch das Ehepaar Assmann von grundlegender Bedeutung. Das was man heute Erinnerungskulturen und -politiken benennt, war – und ist es z. T. bis heute – jeweils nur ein nationales Projekt. Jedes Volk gedachte vor allem – und durchaus zurecht – nur der eigenen Opfer und eigenen Leidensgeschichte. Dass Erinnerungskultur und -politik nur mit Blick auf alle Opfergruppen und die „Leiden der Anderen“ glaubwürdig ist, ist ein langwieriger Lernprozess. Es darf keine Opferkonkurrenz geben. Es soll im Seminar den Erinnerungskulturen in Deutschland und den östlichen Herkunftsländern der Teilnehmenden (vor allem Polen, Ungarn, Rumänien, Ukraine), um die (ehemals) multiethnischen und -kulturellen Räume Ostmitteleuropas, die auch von Deutschen und Juden geprägt wurden, gehen. Durch die beiden Weltkriege, neue Grenzziehungen, Umsiedlungen, die Shoa und Vertreibungen sind diese Regionen ethnisch homogener geworden. Es ist das Ziel einer jungen Generation Mitteleuropäer, die ihre bewusste Prägung nach der Jahrtausendwende erfahren haben, Kenntnisse über die Zeitgeschichte und dem Umgang mit „schwierigen“ Vergangenheiten in Europa zu vermitteln.
Es haben folgende Referenten zugesagt: Dr. Meinolf Arens: Tiefe Brüche: Erinnern an das Jahr 1918 und seine langen Folgen aus vergleichender Perspektive; Dr. Peter Varga: Erinnerungsnarrative in Mitteleuropa der Jahrtausendwende – Kunst und Literatur; Dr. Boris Blahak: Der Untergang des Ostjiddischen; Dr. Orsolya Lénárt: Repräsentationen des Eigenen und Fremden; Eszter Gombocz: Die Schule als Erinnerungsraum; ÉvaVarga/Eszter Éva Kovács: Stolpersteine in Ungarn am Beispiel der Stadt Debrezin; Dr. Andrea Bánffi-Benedek: Ein vergessener Ort. Der jüdische Friedhof in Großwardein; Dr. Enikö Dacz: Kronstadt/Brașov/Brassó, eine ostmitteleuropäische Stadt als geteilter Erinnerungsort in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; Dr. Alice Buzdugan: Nationale Propaganda und Kulturphilosophie in der Zwischenkriegszeit in Großrumänien; Dr. Szabolcs János: Fremdwahrnehmung und ethnische Stereotype in Siebenbürgen; Drd. Renáta Stoicu-Crișan: Erinnerungslandschaft Siebenbürgen in Literatur und Film am Beispiel der Werke von Eginald Schlattner. Außerdem ist ein Besuch der Ausstellung „Jüdisches Leben“ in Bad Kissingen unter der Fragestellung: Wie geht eine deutsche Stadt mit dem jüdischen Erbe um? und eine Busexkursion zur Gedenkstätte Point Alpha an der ehemaligen innerdeutschen Grenze vorgesehen.
Die Tagung beginnt am Sonntagabend mit dem Abendessen und ist am folgenden Freitag nach dem Frühstück zu Ende. Die Teilnahme kostet für Teilnehmer aus der Bundesrepublik 150 € zuzüglich Kurtaxe (8,50 €) und ggf. EZ-Zuschlag (40 € für den gesamten Zeitraum) und beinhaltet Unterkunft und Verpflegung. Für Studierende gilt ein Sonderpreis von 50 €! Es können für Ostmitteleuropäer Fahrtkostenzuschüsse gewährt werden. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat gefördert.
Bitte melden Sie sich umgehend, spätestens bis zum 6. Dezember 2018 an. Anmeldungen und Anfragen sind unter dem Stichwort „Erinnerungskulturen in Mitteleuropa“ ab sofort möglich: „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen, Telefon: 0971/ 714 70, Fax: 0971/714 747 oder per Mail an: info@heiligenhof.de.
8. Nov. 2018 | Bessarabien, Dobrudscha, Szene, Ukraine
Die Akademie Mitteleuropa e. V. lädt in Zusammenarbeit mit der Bessarabiendeutschen Historischen Kommission vom 7. bis 9. Dezember 2018 zur Seminarreihe „Die Schwarzmeerdeutschen“ in die Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ ,Bad Kissingen.
In dieser Seminarreihe werden Aspekte der Kultur und Geschichte sowie die gegenwärtigen Verhältnisse von Regionen im östlichen Europa aufgegriffen, wo Deutsche gelebt haben bzw. immer noch leben. Nunmehr steht die Geschichte der ehemaligen deutschen Siedlungen an der Nord- und Westküste des Schwarzen Meeres: der Deutschen um Odessa, auf der Krim, in Bessarabien und der Dobrudscha im Fokus des Interesses. Die Schwarzmeerdeutschen zählen historisch zu den Russlanddeutschen. Sie wurden vor etwas über 200 Jahren vom russischen Zaren als Kolonisten angesiedelt. Ihre kollektive Existenz ist durch Umsiedlungen und Vertreibungen im Zweiten Weltkrieg sowie durch Aussiedlungen in die Bundesrepublik Deutschland vor und nach dem Zerfall der Sowjetunion an ein Ende gekommen.
Es haben ihre Mitwirkung zugesagt:
- Prof. Dr. Victor Krieger (Universität Heidelberg): Deutsche Siedlungsgeschichte in Südrussland im 19./20. Jahrhundert (Schwarzmeer-/Bessarabiendeutsche)
- Dr. Hans Rudolf Wahl (Universität Bremen): Bessarabien und die Bessarabiendeutschen während der Russischen Revolution 1917/18
- PD Dr. Mariana Hausleitner (Berlin): Die staatlichen Maßnahmen zur Romanisierung und ihre Folgen für die Minderheiten
- Dr. Cornelia Schlarb (Universität Göttingen): Die Rolle der evangelischen Kirche in Bessarabien (Schule, Sozialwesen usw.)
- Pastor D. Min. Arnulf Baumann (Wolfsburg): Einflüsse des Nationalsozialismus auf die Deutschen in Bessarabien (1930er Jahre)
- PD Dr. Ute Schmidt (Freie Universität Berlin): Die Umsiedlung der Deutschen aus Bessarabien
- Dr. Katharina Haberkorn (Augsburg): Deutsche in der Ukraine. Bemühungen um Anerkennung und Bewahrung der Kultur nach 1939
- PD Dr. Günter Koch (Universität Passau): Die Ansiedlung der Bessarabiendeutschen in Polen in der Zeit von 1941 – 1944. Ein Zeitzeugenprojekt
- Dr. Meinolf Arens (Geseke): Städteporträt Odessa.
Die Teilnahme kostet 60 € (ermäßigt für Studierende, Teilnehmer aus Ost- und Ostmitteleuropa, Bedürftige: 20 €) und ggf. EZ-Zuschlag 16 €, zuzüglich 3,50 € Kurtaxe, jeweils für den gesamten Zeitraum. Der Teilnahmebeitrag beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Programmkosten. Die Veranstaltung wird voraussichtlich von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.
Bitte melden Sie sich umgehend unter dem Stichwort: „Schwarzmeerdeutsche“ an. Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen, Telefon: 0971-714 70, Fax: 0971-714 717, E-Mail: info@heiligenhof.de