Die deutsche Sprache im Karpatenbecken

Am 15. November 2017 spricht Prof. Dr. Nelu Bradean-Ebinger über „Die deutsche Sprache im Karpatenbecken“ im Rahmen der Vortragsreihe des Forschungs- und Kooperationszentrums ForumOst, um 18 Uhr an der Universität Augsburg.

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Jahrestagung des IVDE Freiburg

Vom 9.–10.11.2017 findet die Jahrestagung des IVDE Freiburg unter dem Thema „Bildungseinrichtungen der ‚auslanddeutschen Volkstumsarbeit'“ in Freiburg statt.

Spätestens mit der Gründung des Allgemeinen Deutschen Schulvereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande (1881) wurde das kulturelle, wirtschaftliche und imperiale Interesse im Deutschen Reich an den „Auslanddeutschen“ offenkundig. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg entwickelte es sich zur „Mode“. Außerhalb des Reichs hatten im 19. Jahrhundert die ethnischen Auseinandersetzungen zugenommen, die sich ab 1918 mit der Gründung neuer Staaten verstärkten. Ab dieser Zeit wurde die Kooperation zwischen privaten und staatlichen Stellen im Reich und den Organisationen und Institutionen der „Auslanddeutschen“ verstärkt ausgebaut. Diese Aktivitäten erstreckten sich auf ein ideologisches Spektrum von ethnischer Selbstbehauptung bis radikaler völkischer Indoktrination sowie von Minderheitenschutz bis zu Grenzrevisionen. Unter dem Label „auslanddeutsche Volkstumsarbeit“ wurde massenwirksam auf diese Ziele hingearbeitet. In Vereinen, Kirchen, aber besonders in Schulen sollte nicht nur die deutsche Sprache und Kultur gepflegt werden, sondern die Schülerinnen und Schüler geschlechtsspezifisch für das Deutschtum gewonnen werden, was auch eine politische Instrumentalisierung einschloss.
Zur Förderung einer ethnischen Elite wurden beginnend mit der Gründung der Deutschen Burse zu Marburg im Jahre 1920 weitere Bursen gegründet, also Wohnheime, in denen neben ihrem Studium ausland-und grenzlanddeutsche Studenten als künftige Akteure für die „Volksgruppen“-Führungen herangezogen werden sollten. Hierboten sich vor allem Schulen, aber auch entsprechende Organisationen und Institutionen außerhalb des Reichs als „Lieferanten“ von Burseninsassen an.
Die interdisziplinäre Tagung will neben der Geschichte den Lehrinhalten und vermittelten kulturellen Praxen dieser Bildungseinrichtungeninner-und außerhalb des Deutschen Reiches nachgehen. Des Weiteren werden sowohl das ideologische Gedankengut als auch die jeweiligen Netzwerkethematisiert.

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Rumänische Kulturtage

Unter dem Motto „Deutsch-Rumänische Freundschaft – Fokus Kultur“ finden die diesjährigen „Rumänischen Kulturtage“ vom 7.–25. November 2017 statt.

Das IKGS ist mit zwei Veranstaltungen vertreten. Am 24. November 2017 hält Prof. Dr. Rainer Schubert einen Vortrag über „Lucian Blaga aktuell: Ein bedeutender rumänischer Philosoph“ im Generalkonsulat von Rumänien. Beginn der Veranstaltung ist um 18.30 Uhr.

Über das Thema „Deutsch-Rumänische Freundschaft – Fokus Kultur“ diskutieren am 25. November 2017, um 17 Uhr im Gasteig München, neben dem IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach auch Dr. Anneli Ute Gabanyi, Christel Ungar-Țopescu, Claudiu Florian und Dietmar Gross. Die Moderation übernimmt der Leiter der Rumänien-Redaktion der Deutschen Welle Robert Schwartz.

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„Maiglöckchenweiß. Ein Fall für Milena Lukin“

Autorenlesung und Gespräch mit Jelena Volić und Christian Schünemann am 19. Oktober 2017, Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm, 19 Uhr. Eintritt: 5 Euro

Belgrad, Metropole an zwei wunderbaren Flüssen, Stadt der Brücken und Paläste, ist erneut Schauplatz für einen Thriller, der in die Vergangenheit Serbiens führt: Maiglöckchen stehen an der Belgrader Straße, wo einst ein kleiner Roma-Junge von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde. Einer der beiden Täter kam damals in Haft, der andere konnte fliehen. Nach fünfundzwanzig Jahren kehrt der Geflüchtete nach Belgrad zurück, stellt sich seiner Vergangenheit und wird kurz darauf tot an der Donau aufgefunden. Selbstmord, behauptet die Polizei und stellt die Ermittlungen ein. Der Anwalt des Toten und die Kriminologin Milena Lukin stehen vor einem Rätsel. Bis sie auf ein Indiz stoßen, das sie zu einem Mord führt, der einst das Schicksal eines ganzen Landes bestimmte.

„Bilder“ vom Krieg ‒ Facetten der Widerspiegelung des Ersten Weltkriegs in der Literatur

Seit einigen Jahren beschäftigt der Erste Weltkrieg aus Anlass seiner 100. Wiederkehr Öffentlichkeit und Wissenschaft. Es sind vor allem Ausstellungen sowie historische und kunsthistorische Aktivitäten, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Auch hat es einige literarische Wiederentdeckungen gegeben (z.B. Edlef Köppen). Die geplante Tagung widmet sich ausschließlich der literarischen Verarbeitung des Ersten Weltkriegs bis etwa 1945.

In den Vorträgen sollen jeweils Einzelanalysen präsentiert werden – die Texte können aus allen Gattungen stammen. Das Ziel ist, mit einem genaueren Blick auf das jeweils einzelne Werk die „Mechanik“ der poetischen Umgestaltung dieses epochalen Ereignisses sowie dessen Einbindung in die verschiedenen Diskurse der Zeit herauszuarbeiten. Für bekanntere Autoren wie etwa Jünger oder Remarque könnten sich dabei durchaus auch neue Aspekte ergeben.

Aufschlussreich und sehr wünschenswert ist es aber auf jeden Fall, unbekanntere Autoren und Werke in den Fokus der Betrachtung zu rücken. Auf der Tagung selbst und schließlich auch im Tagungsband verbinden sich alle diese Einzelstudien zu einem Ganzen. Dabei gibt es keinen einheitlichen theoretischen, poetologischen oder ästhetischen Überbau, unter dem sich alle Detailergebnisse subsummieren ließen. Vielmehr zeigt die Spannweite der dichterischen Realisationen die Vielfalt, Brüchigkeit, Unvollständigkeit, Singularität der Literatur zu diesem Thema innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens.

Sehr willkommen ist die Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus dem westlichen und östlichen Europa!

Erwünscht sind weitere Vorschläge für Vorträge; die beigefügte Liste ist lediglich als Anregung und nicht als ausschließende Aufstellung gedacht.

Ort: Institut für Germanistik der Universität Szeged
Zeit: 2.-4.5.2018
Organisatoren: Dr. Csilla Mihaly/Szeged, apl. Prof. Dr. Detlef Haberland/Oldenburg,
Prof. Dr. Dr. Magdolna Orosz/Budapest
Anmeldung bei: mihalycs@lit.u-szeged.hu, detlef.haberland@bkge.uni-oldenburg.de, magdolna.orosz@gmail.com
Anmeldefrist: 31.10.2017
Modalitäten: Arbeitstitel mit Kurzexposé

Literatur über/zum Ersten Weltkrieg aus dem westlichen und östlichen Europa
A – Autobiographie/Tagebuch, D – Drama, E – Erzählung, Ess – Essay/theor. Text, F – Feuilleton, H – Hörspiel, N – Novelle, R – Roman

Vicki Baum: Hunger (1922) E
Bertolt Brecht: Legende vom toten Soldaten (1922) L
Hermann Broch: 1918 Hugenau oder die Sachlichkeit (1932) R
Franz Theodor Csokor: 3. November 1918 (1936) R
Alfred Döblin: Reims (1914) Ess
Alexander M. Frey: Die Pflasterkästen. Ein Feldsanitätsroman (1929) R
Walter Flex: Der Wanderer zwischen zwei Welten (1916) E
Stefan George: Der Krieg (1917) L
Ernst Glaeser: Jahrgang 1902 (1928) R
Hans H. Grimm: Geschichten und Abenteuer aus dem … des … Musketiers Emil Schulz (1928) R
Alfred Hein: Eine Kompanie Soldaten. In der Hölle von Verdun (1929) R
Walther Heymann: Kriegsgedichte und Feldpostbriefe (1915) L
Arthur Holitscher: In England − Ostpreußen − Südösterreich. Gesehenes und Gehörtes (1915) F
Meinrad Inglin: Schweizerspiegel (1938) R
Ernst Johannsen: Brigadevermittlung 1929) H
Ernst Jünger: In Stahlgewittern (1920) A
Egon Erwin Kisch: Als Soldat im Prager Korps (1922) A
Edlef Köppen: Heeresbericht (1930) R
Siegfried Kracauer: Ginster (1928) R
Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit (1918) D
Andreas Latzko: Menschen im Krieg (1917) N
Alexander Lernet-Holenia: Die Standarte (1934) R
Thomas Mann: Betrachtungen eines Unpolitischen (1918) Ess
Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (1929) R
Ludwig Renn: Krieg (1928) R
Rainer Maria Rilke: Fünf Gesänge (1914) L
Joseph Roth: Radetzkymarsch (1927) R
Joseph Roth: Flucht ohne Ende (1927) R
Felix Salten: Abschied im Sturm (1915) N
Arthur Silbergleit: Die Balaleika. Ein Versreigen (1920) L
Luis Trenker: Berge in Flammen. Ein Roman aus den Schicksalstagen Südtirols (1931) R
Arnold Zweig: Der große Krieg der weißen Männer (1931-1957) R

Eine Donaureise zur Quelle

Lesung mit BBC-Korrespondent Nick Thorpe

DZM Ulm, Donnerstag, 21. September 2017, 19 Uhr, Eintritt 5 Euro

Ziemlich am Ende seiner Donaureise kommt der in Budapest lebende Brite Nick Thorpe auch nach Ulm, „die letzte Stadt vor der Donauquelle“. Anders als alle anderen Donaubeschreiber reist Nick Thorpe nicht von der Quelle zur Mündung, sondern in umgekehrter Richtung. „Mit der Sonne, mit der Türkei und dem mit dem riesigen Schilfgebiet vom Donaudelta hinter mir sehe ich Europa ganz anders. Ich wollte die Perspektive verstehen, die ein Osteuropäer hatte, als er die Reise nach Westen unternahm.“ In Ulm besucht er nicht nur die Sehenswürdigkeiten, er spricht auch mit einem türkischen Schneider – einem modernen Schneider von Ulm – wie er sich als Türke unter Schwaben fühlt. In seinem Reisebericht sucht Nick Thorpe gerade die einfachen Leute auf, die am Ufer der Donau wohnen; er streut aber auch seine kulturgeschichtlichen Kenntnisse über die europäische Geschichte links und rechts der Donau ein.

In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Mahr, Langenau