CfA: Sommerschule „Christen unter totalitärer Herrschaft“

Foto ©Angela Ilić

Den CfA als PDF-Datei finden Sie hier.

Das Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südost­europa e.V. (IKKDOS), das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München e.V. (IKGS) und der Lehrstuhl für Kroatische und Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Split laden zu einer Sommer­schule von 6. bis 8. Juli 2022 in München ein.

Die Veranstaltung richtet sich an Studie­rende höherer Semester sowie Dokto­randInnen aller Disziplinen, insbesondere aus den Bereichen Geschichts­wissen­schaft, Kultur­wissen­schaft, Sozialwissen­schaften, Kirchen­geschichte und Theologie. Die Sommer­schule findet in Präsenz – oder der aktuellen Pandemielage entspre­chend in hybrider Form – statt, auch mit Teil­nahme von Studierenden von der Universität Split.

 

Seminarinhalte:

Das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete neue Jugoslawien stellte die Beziehung zwischen Staat und Kirche auf eine völlig neue Grundlage. Ausgewählte Autoren sprechen gar von einem „Krieg gegen die organisierte Religion“ nach 1945. Dieses, anfänglich von Misstrauen, ideologisch basierten Entfremdung und Rachenwunsch belastete und sich mit dem Verlauf der Zeit wandelnde Verhältnis widerspiegelte zum einen Titos Machtkonsoli­dierungs­maßnahmen im Lande, zum anderen seine Versuche, Jugoslawiens Position auf der politischen Weltbühne zu sichern.

In der Sommerschule wird das komplexe Verhältnis von Religion und Gesellschaft durch die Analyse der Rolle der verschiedenen Religionsgemeinschaften und Kirchen am Beispiel der Entwicklungen auf dem Gebiet des sozialistischen Jugoslawiens unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erforscht. Die Beschäftigung mit dem Thema soll einen differenzierten und genauen Blick auf den Themenkomplex ermöglichen.

Die Erforschung des Lebens von Christen unter totalitären Herrschaften bedarf einer Vielzahl von Zugängen und methodologischen Ansätzen. Es wird daher in der Sommerschule bei der Behandlung des kirchlichen Lebens unter der kommunistischen Herrschaft eine Zusammenschau der religiösen Vorsätze und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen geben. Auch der komparative Blickwinkel und die Kontextua­li­sierung spielen eine wichtige Rolle sowie die Einbeziehung von mikro- und makro­historischen Ansätzen.

 

Inhaltliche Perspektiven und Fragen, die anhand ausgewählter Lektüre thematisiert werden:

  • Die ideologischen/politischen Rahmenbedingungen („Eiserner Vorhang“, Kalter Krieg), die gesellschaftlichen Veränderungen (Technisierung, Urbanisierung, wie wir sie in den westlichen Gesellschaften in den 1950er-Jahren kennen) und ökonomische Umstrukturierungen sollen in ihren Folgen auf den Alltag, in dem religiöse Gemeinschaften lebten, befragt werden.
  • Herrschaftsnähere und herrschaftsfernere Gruppen: Konfessionen im Vergleich. Welche Faktoren bestimmten die Gruppenidentität? Gab es formale, strukturelle, gar auch inhaltliche Parallelen zwischen der Herrschaftsideologie und religiöse Aussagen? Diente Ideologie als Ersatzreligion?
  • Reaktion auf Repression im alltäglichen Leben, in der Theologie, „Widerstand“: Gab es in der Auseinandersetzung mit totalitären Systemen neben Konfrontation auch Phasen der Anpassung, vielleicht auch der Resignation? Oder gar der Kollaboration? Wer war aus welchen Gründen und mit welchen Intentionen dazu bereit?
  • Welche Motive für Überlebensstrategien, für Anpassung, aber auch für Non-Konformität, für Widersetzen und Widerstand lassen sich jeweils feststellen? Welche Auffassung vom Menschen, von der Kirche, von den Aufgaben der Seelsorge, vom Staat verbirgt sich dahinter?

 

Teilnahme:

Die Veranstalter vergeben eine begrenzte Zahl an Stipendien für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Sommerschule. Diese Stipendien beinhalten zwei Übernachtungen, Verpflegung und die Übernahme von Reisekosten unter den vom Bundesreisekosten­gesetz vorgeschriebenen Bedingungen bis zu einer maximalen Höhe von 150 €. Bei der Veranstaltung wird ein der aktuellen Situation angemessenes Hygienekonzept verwendet.

Interessierte werden gebeten, sich bis zum 1. April 2022 um eine Teilnahme an der Sommerschule mit folgenden Unterlagen ausschließlich in elektronischer Form zu bewerben:

  • Motivationsschreiben (max. 2.500 Zeichen), in dem die Gründe für eine Teilnahme an der Sommerschule erläutert werden;
  • tabellarischer Lebenslauf mit vollständiger Anschrift (Email- und Postadresse).

Die Bewerbung ist an Robert Pech, bertpech@yahoo.com, zu schicken. Die ausgewählten TeilnehmerInnen werden bis zum 30. April 2022 benachrichtigt und erhalten anschließend von den Veranstaltern weitere Informationen und Unterlagen (Lektüre) für die Vorbereitung.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Aleksandar Jakir (Universität Split), Dr. Angela Ilić (IKGS München), Prof. Dr. Rainer Bendel (IKKDOS Tübingen)

Kulturhauptstadt 2020 | Stadtschreiberin von Rijeka startet ihren Blog


© DKF, I. Szöllösi

 

Journalistin Alexandra Stahl berichtet ab sofort in einem Internettagebuch über ihre Annäherungsversuche an die Europäische Kulturhauptstadt 2020 Rijeka (ung./it. Fiume, dt. St. Veit am Pflaum). Die kroatische Hafenstadt an der Adria ist ihr zwar momentan nicht zugänglich, aber virtuell sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Den Blog erreichen sie hier.

Er kann kostenlos abonniert werden. Sie erhalten bei jedem neuen Blog-Eintrag eine kurze Benachrichtigung per E-Mail.

Alexandra Stahl wird ihren fünfmonatigen Aufenthalt in Rijeka – sobald die Corona-Reiseeinschränkungen aufgehoben sind – antreten und ihren Blog fortsetzen: mit Begegnungen und Begebenheiten live aus der Stadt. Die Übersetzung der Einträge ins Kroatische ist hier abrufbar.

Ausschreibung | Stadtschreiberin/Stadt­schreiber Rijeka 2020


© Deutsches Kulturforum östliches Europa 2019, I. Szöllösi

 

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa schreibt in Zusammenarbeit mit der Stadt Rijeka und der Agentur Rijeka 2020 ein von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien dotiertes Stipendium einer Stadtschreiberin/eines Stadtschreibers in Rijeka/Fiume/St. Veit am Pflaum (Kroatien) aus.
Bewerbungsschluss ist der 11. Oktober 2019.

Deutschsprachige oder deutsch schreibende Autorinnen und Autoren, die bereits schriftstellerische oder journalistische Veröffentlichungen vorweisen können, sind eingeladen, sich um das Stipendium in Rijeka zu bewerben. Insbesondere werden solche Autorinnen und Autoren angesprochen, die sich auf die Wechselwirkungen von Literatur und historischem Kulturerbe der Stadt, der Region und des Landes einlassen wollen.
Das Stadtschreiber-Stipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa hat als Ziel, das gemeinsame kulturelle Erbe der Deutschen und ihrer Nachbarn in Regionen Mittel- und Osteuropas, in denen einst (auch) Deutsche gelebt haben und heute noch leben, in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen sowie herausragendes Engagement für gegenseitiges Verständnis und interkulturellen Dialog zu fördern.
Die Stadtschreiberin/der Stadtschreiber soll am kulturellen Leben der Stadt Rijeka teilnehmen und Themen der gemeinsamen Kultur und Geschichte in der Stadt in ihrem/seinem Werk thematisieren und reflektieren sowie breiten Kreisen anschaulich vermitteln. Die literarischen Annäherungen an die Stadt und deren Kulturlandschaft sollen laufend in einem Internet-Blog dokumentiert werden, der auch ins Kroatische übersetzt wird.
Über die Vergabe der Stadtschreiberstelle, verbunden mit einem monatlichen Stipendium von 1.300 Euro für fünf Monate (Frühjahr bis Herbst 2020), einer kostenlosen Wohnmöglichkeit in Rijeka und Reisemitteln, entscheidet im Dezember 2019 eine fünfköpfige Jury.

Interessenten senden bis zum 11. Oktober 2019 (Datum des Poststempels) ihre Bewerbungsunterlagen an das Deutsche Kulturforum östliches Europa. Nur vollständige Bewerbungsunterlagen können berücksichtigt werden.

Das Bewerbungsformular finden Sie hier.

Stellenausschreibung | Wissenschaftliche/r Projektmitarbeiter/in

 

Das Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm sucht zur teilweisen Neukonzeption seiner ständigen Ausstellung zur Geschichte der deutschen Minderheiten an der mittleren Donau und des Donauraums eine/n wissenschaftliche/n Projektmitarbeiter/in in Vollzeitanstellung befristet vom 1. Dezember 2019 bis 31. Dezember 2021 gemäß § 14 Absatz 1 Punkt 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG (E 13 TVöD Bund).

Die komplette Stellenausschreibung finde Sie hier als PDF-Download (externer Link).