Ausstellung und Projekttage | Wir wohnen Wort an Wort. Banat – Siebenbürgen – Bukowina. Ein Ethnograffitti Südosteuropas

 

 

PASSPORT PLEASE!
Grenzstationen, Begegnungen, Gesprächspartner*innen, Nachtzüge, Volkstümelei, Securitate, Umbruch, Exodus, Revolution 1989, Medien, Wechselstuben und – vor allem – fragmentierte gesellschaftliche Gruppen, Gedächtnislinien und Diskurse: Aus diesem Dickicht an Eindrücken einer ethnographischen Forschungsreise zu den deutschsprachigen Minderheiten Rumäniens und der Ukraine ist eine Ausstellung entstanden.

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ausstellungskabinett im Universitätshauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1
Barrierefrei
Eintritt frei!

8. April bis 10. Mai 2019
Öffnungszeiten
Mo.–Do. 11–18 Uhr, Fr. 11–16:30 Uhr
(Karfreitag und Ostermontag geschlossen)

Vernissage:
Mittwoch, 10. April 2019, 18 Uhr

Projektwoche mit Lesungen, Musik u.v.m.:
5.–10. Mai 2019

Theatergastspiel am 21. Mai 2019

Podiumsdiskussion:
Endgültig verlassen und entfremdet?
Musealisierung deutschen und jüdischen Lebens in Rumänien und der südlichen Ukraine nach 1989

Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:30 Uhr
Katholisches Gemeindehaus „Gabriel Henry“, Wagnergasse 30, 07743 Jena

Teilnehmer der Podiumsdiskussion:
Dr. Cornelia Eisler, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg
Claudiu Florian, Rumänisches Kulturinstitut Berlin
Dr. Florian, Kührer-Wielach, IKGS München
Dr. Oxana Matiychuk, Ukrainisch-Deutsche Kulturgesellschaft Czernowitz am Zentrum Gedankendach
Dr. Michaela Nowotnick, Arno Schmidt Stiftung Bargfeld

Zur Seite des Veranstalters

Ausschreibung | DAAD-Sprachassistent/in an der Jurij-Fedkowytsch-Universität Tscherniwzi (Ukraine)

 

An der Jurij-Fedkowytsch-Universität Tscherniwzi ist im Rahmen des Sprachassistenten-Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zum 1. September 2019 eine Stelle als Sprachassistent/in zu besetzen.

Bis zum 15. März können sich Interessierte noch für ein Stipendium beim DAAD bewerben.

Die Sprachassistent*innen übernehmen an der Universität Deutschunterricht, Konversation und landeskundliche Lehrveranstaltungen für Studierende und/oder Lehrende. Das Stundendeputat beträgt in der Regel 8-10 Wochenstunden. Außerdem sind sie im deutschsprachigen und hilfsbereiten Team des Zentrums GEDANKENDACH integriert, das Kultur- und Bildungsprojekte durchführt, an denen man je nach eigener Interessenlage partizipieren bzw. die man mitorganisieren kann. Zudem besteht für die Sprachassistent*innen die Möglichkeit, eigene Projektideen umzusetzen.

Das Stipendium richtet sich vor allem an junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen der Fächer Germanistik, Deutsch als Fremdsprache, einer Regionalphilologie oder ggfs. anderer sozial- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.daad.de/ausland/lehren/sprachassistenzen/de/

Czernowitz – eine Gegend, in der Menschen und Bücher lebten

Am 28.11.2017 findet in Tutzing ein literarisch-musikalischer Abend über “Czernowitz – eine Gegend, in der Menschen und Bücher lebten” statt.

Czernowitz – das ist ein Name, der lockt und klingt. Ein Mythos, dessen Faszination bis in die Gegenwart reicht. Und eine Stadt, die einst als Schmelztiegel der Kulturen galt, gelegen im entferntesten der österreichisch-ungarischen Kronländer, der Bukowina.

Hatte sich im Gemisch der Sprachen hier bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine deutschsprachige Literatur etabliert, gelangte diese in der Zwischenkriegszeit zu ihrer Blüte. Kaum eine andere Stadt vergleichbarer Größe hat so viele Denker und Dichter hervorgebracht wie das „Jerusalem am Pruth“: Karl Emil Franzos, Rose Ausländer, Alfred Margul-Sperber und Georg Drozdowski sind nur einige der auch heute noch bekannten Namen, die der deutschsprachigen Lyrik der Bukowina zu ihrem Platz in der europäischen Dichtung verhalfen und das einmalige geistige Klima der Stadt begründeten.

Ein Mikrokosmos, der mit Einbruch des Zweiten Weltkriegs aufs Brutalste zerstört wurde. Emigration, Ghetto, Deportationen und Arbeitslager vernichteten das literarische und intellektuelle Leben und führten auch die Dichter der zweiten Generation – unter anderen Immanuel Weissglas, Alfred Gong, Paul Celan und Selma Meerbaum-Eisinger – in Tod und Exil.
Das Czernowitz von damals existierte nicht länger, der Mythos aber lebt bis heute fort. Überliefert in Geschichten und Gedichten der Poeten – geschrieben zwischen New York und Paris, Düsseldorf und Jerusalem, voller Nostalgie und Sehnen.

Mit Musik und Texten nähert sich der Abend der reichen literarischen Tradition von Czernowitz an und versucht die Faszination zu ergründen, die bis heute von dem Namen der Stadt in der heutigen Ukraine ausgeht.

Lesung mit Graziella Rossi und Helmut Vogel
Klarinetten: Martha Rüfli
Eintritt 10.– / erm. 5.– Euro.
Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Programm

Die Bukowina, eine wiederentdeckte Kulturlandschaft in der Mitte Europas

8.–10.12.2017, Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“, Bad Kissingen

In dieser Seminarreihe wird die Kultur und Geschichte von Regionen im östlichen Mitteleuropa aufgegriffen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der deutschen Kultur und Geschichte, immer verstanden als gemeinsamer Kultur- und Beziehungsgeschichte mit anderen sprachlichen, religiösen und ethnischen Gemeinschaften. Die Bukowina, das Buchenland, ist eine relativ kleine historische Region (rund 10.000 km²) groß, die von 1776 bis 1918 zur Habsburgermonarchie und in der Zwischenkriegszeit zu Rumänien gehörte. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie mehrfach besetzt und danach zwischen der Sowjetunion – heute Ukraine – und Rumänien geteilt. Gegenwärtig kann die Nord- und Südbukowina ungezwungen bereist werden und besitzt einen besonderen landschaftlichen Charme an den Ausläufern der Karpaten, auch wenn in der Nachbarschaft – in der Ostukraine – ein brutaler Krieg geführt wird. Es ist das Verdienst von Journalisten, Wissenschaftlern, Essayisten oder Dokumentarfilmern diese Kulturlandschaft nach 1989 wiederentdeckt zu haben, die zwischenzeitlich nur als Mythos vom außerordentlich toleranten und friedlichen Zusammenleben der ethnischen und religiösen Gruppen bis in die Zwischenkriegszeit, sowie einer versunkenen Kultur- und Literaturlandschaft überlebt hat. Die Provinzhauptstadt Czernowitz und die Bukowina sind vor allem durch Paul Celan, Rose Ausländer und die buchenländer Dichterkreise der Zwischenkriegszeit zu herausragenden Orten deutscher Literatur geworden. Die jüngeren Studien und Publikationen über die ethnischen, religiösen, kulturellen Verhältnisse der Bukowina sind kaum mehr zu überblicken. Die Tagung soll zur Verbreitung und Vertiefung von Kenntnissen über die deutsche Kulturgeschichte im östlichen Europa beigetragen. Sie wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Es konnten folgende Referenten gewonnen werden: Prof. Heinz und Marianne Acker, Heidelberg: Gregor von Rezzori – Maghrebinische Geschichten in Wort, Bild und Ton; Prof. Dr. Isabel Röskau-Rydel, Pädagogische Universität, Krakau/Krakow: Einführung in die Geschichte Galiziens und der Bukowina; Dr. Meinolf Arens, München: Die kleineren Bevölkerungsgruppen (Szekler; Armenier, Lipovener…); Dr. Ortfried Kotzian, Augsburg: Die Deutschen der Bukowina; PD Dr. Mariana Hausleitner, Berlin: Die „rumänische“ Zeit in der Bukowina. Prof. Dr. Hans-Jürgen Schrader, Genf: Czernowitzer Kindheitswelten. Gregor von Rezzori: „Blumen im Schnee“ und Ilana Shmueli: „Ein Kind aus guter Familie“; Katharina Haberkorn, Augsburg: RandSteine Europas. Materielle Spuren einer verlorenen und/ oder wiederentdeckten Kulturlandschaft. Am Samstagabend stellen der Tenor und Nachlassverwalter Alfred Fassbind, Zürich, und Carsten Eichenberger, Stuttgart, den einst weltberühmten Tenor; Synagogensänger und Filmschauspieler aus der Bukowina vor, der vor genau 75 Jahren als Flüchtling in der Schweiz gestorben ist.

Die Tagung beginnt am Freitagabend mit dem gemeinsamen Abendessen und ist am Sonntag nach dem Mittagessen zu Ende. Die Teilnahme kostet 60 € (ermäßigt für Studierende, Teilnehmer aus Ostmitteleuropa, Bedürftige: 20 €) und ggf. EZ-Zuschlag 20 €, zuzüglich 3,50 € Kurtaxe, jeweils für den gesamten Zeitraum. Der Teilnahmebeitrag beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Programmkosten. Bitte melden Sie sich umgehend, spätestens bis zum 1. Dezember 2017 an. Anmeldungen und Anfragen sind unter dem Stichwort: „Bukowina“ ab sofort möglich an: Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“, Alte Euerdorfer Straße 1, 97688 Bad Kissingen, Telefon: 0971-714 70, Fax: 0971-714 717, E-Mail: info@heiligenhof.de