Ausschreibung | Forschungspreis deutsche Geschichte und Kultur in Südosteuropa


Die Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa (KGKDS), das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) und das Zentrum zur Erforschung deutscher Geschichte und Kultur in Südosteuropa an der Universität Tübingen (ZDGS) vergeben den Forschungspreis deutsche Geschichte und Kultur in Südosteuropa für herausragende Dissertationen, Habilitationen und Forschungsarbeiten, die die deutsche Geschichte und Kultur im multikulturellen Umfeld der Region thematisieren.

Bewerben können sich Autorinnen und Autoren selbst oder auf Vorschlag Dritter. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine international besetzte Jury, die die drei auslobenden Einrichtungen bestimmen.

Bewerbungen sind bis zum 30. September 2020 an folgende Adresse einzureichen: Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa, Mohlstraße 18, D-72074 Tübingen, E-Mail: poststelle@idgl.bwl.de

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CfP | Interdisziplinäre Tagung „Mehrsprachigkeit und Identität“ | 14. und 15. Mai

Zur Beziehung von Sprache, Identität und Kultur unter besonderer Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit

 

 

Die Tagung findet vom 14.–15. Mai 2020 in der Österreich Bibliothek Bernhard Stillfried, Strada Horea 7, 400174 Cluj-Napoca (Klausenburg/Kolozsvár), Rumänien, statt.

Bei Interesse besteht eventuell die Möglichkeit, angenommene Beiträge in lektorierter Form im 10. Band der Österreichisch-Siebenbürgischen Kulturbeiträge (herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Gräf und Kerstin Katzlberger) zu veröffentlichen. Unter Umständen können Pauschalen zu Reise- und Übernachtungskosten ausgezahlt werden.

Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind schicken bis zum 29. Februar 2020 ein Abstract im Umfang von maximal einer Seite sowie einen kurzen Lebenslauf an die Organisatorinnen Franziska Schwantuschke, Kerstin Katzlberger und Rik Kießling, unter der E-Mail-Adresse: tagungcluj2020@gmail.com

Alle Details zur Tagung als PDF-Download hier

Einladung: Jugendforum | „Kultur leben, Erinnerung bewahren“

 

6. März 2020, 10 bis 16 Uhr
Konferenzsaal im Bayerischen Landtag in München (Karte)

75 Jahre Flucht und Vertreibung – wer kann sich überhaupt noch daran erinnern? Millionen Deutsche kamen damals nach Bayern. Doch was geht uns das heute noch an? Und was hat Heimat mit Europa zu tun?

Sie sind zwischen 14 und 35 Jahre alt und möchten mitreden? Ob Ihre Großeltern damals vertrieben wurden, Sie das ostdeutsche Kulturerbe faszinierend finden, oder sich für die Verständigung mit unseren Nachbarn in Ostmittel- und Südosteuropa interessieren.
Wir freuen uns auf Sie und Ihre Ideen!

Herzlich Willkommen zum Jugendforum!

Ihre Sylvia Stierstorfer, MdL

Die Anmeldung ist noch bis 15. Februar hier möglich.

CfP | Tagung „Freie Sprachwahl? Die Zugehörigkeits- und Distinktionsdimension des Deutschen in (Mittel- und Ost-)Europa“

 

Sprache ist nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern auch ein symbolisches Differenzmerkmal, mit dem Gruppen konstituiert, und, damit zusammenhängend, Ausgrenzung und Einbezug legitimiert werden. Prominentes Beispiel dafür ist die zentrale Rolle der Amtssprachen in der Entwicklung von Nationalstaaten. Beispiele in der Geschichte zeigen, dass eine bestimmte Sprache dabei als nationenbildende Sprache in den Vordergrund gestellt und andere Sprachen sowie deren Sprecher_innen unterdrückt werden bzw. wurden. Diese sozialen Prozesse führten und führen auch heute noch dazu, dass Menschen ‚lernen‘, dass eine bestimmte Sprache ihre nationale bzw. gruppenbezogene Identität ausmache. Was aber passiert, wenn im Zuge der Änderung der Machtstrukturen von Nationalstaaten, der Bildung supranationaler Strukturen, weiterer Effekte von Globalisierung, Flucht und Migration Sprachenordnungen irritiert werden? Inwiefern und wie wird interveniert und wie verschieben sich Zugehörigkeitsverhältnisse?
Im Rahmen unserer Tagung möchten wir die Rolle des Deutschen als Differenzmerkmal in den gegenwärtig von vielfältigen sozialen Veränderungen gekennzeichneten glokalen Gesellschaften in den Blick nehmen und eruieren, welche Prozesse der Gruppenkonstitution, des Einbezugs und der Ausgrenzung über die symbolische Dimension des Deutschen stattfinden. Dabei verfolgen wir eine internationale Perspektive; das heißt, uns interessiert die Rolle des Deutschen als symbolische Differenzsetzung in Ländern, in denen Deutsch die dominante Amtssprache darstellt, aber auch in Ländern, in denen Deutsch eine Minderheitensprache ist. Folgende Fragestellungen könnten im Rahmen der geplanten Tagung thematisiert werden:

  • Wann und inwieweit geben Angehörige der sich als deutsche Minderheiten verstehenden Gruppen das Deutsche auf?
    Wie wird dies von den deutschsprachigen Gemeinschaften in Mittel- und Osteuropa wahrgenommen und inwiefern
    werden den Switchern soziale Sanktionen auferlegt?
  • Inwieweit bewirkt die Aufrechterhaltung bzw. die Aneignung des Deutschen beziehungsweise das Ablegen dieser
    Sprache sich auf die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft aus, die sich als deutschsprachige definiert?
  • Wird von Migrant_innen erwartet, dass sie (neben der Standardsprache Deutsch oder einer anderen Standardsprache
    der Umgebung) die örtlichen deutschen Dialekte übernehmen? Inwieweit sind davon auch Menschen anderer Sprachen
    oder anderer Varietäten des Deutschen, die nach Mittel- und Osteuropa einwandern, betroffen?
  • Wie wirken sich der als plurizentrisch geltende Charakter des Deutschen und seine Varietäten auf die Zugehörigkeit der Migrierenden zur Aufnahmegesellschaft aus?
  • Was wird von den Migrierenden in den de facto mehrsprachigen Ländern des amtlich deutschen Sprachraums erwartet? Dürfen sie, sollen sie oder müssen sie das Deutsche übernehmen? Werden sogenannte Non-Native-Varianten des Deutschen akzeptiert?
  • Inwieweit lassen sich die Verhältnisse im amtlich deutschen Sprachraum und in Mittel- und Osteuropa mit jenen in anderen Staaten, in denen das Deutsche eine (regionale) Amtssprache darstellt, etwa Belgien, Luxemburg oder Italien, vergleichen?
  • Welchen Stellenwert und welches Prestige genießen das Deutsche und andere Sprachen in den jeweiligen Ländern oder Regionen?
    Welche Rolle spielen welche Herkunftssprachen in Migrationskontexten innerhalb des amtlich deutschsprachigen Raums?
  • Wie werden Zugehörigkeiten und Nicht-Zugehörigkeiten und in Verbindung damit soziale Chancen über sprachliche Merkmale zugeschrieben oder verweigert?

Die Tagung wird von İnci Dirim (Deutsch als Zweitsprache, Universität Wien), Sorin Gadeanu (German Studies und Angewandte Germanistik, Technische Universität für Bauwesen Bukarest und Universität Wien) und Claus Altmayer (Landeskunde/Kulturstudien, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Herder-Institut, Universität Leipzig) organisiert.

Eine Veröffentlichung der Tagungsbeiträge in einem Band ist geplant. Eine Entscheidung über die Annahme der Vorträge erfolgt bis zum 30. April 2020. Es wird eine Tagungsgebühr von 10 Euro erhoben. Reise- und Unterkunftskosten können leider nicht übernommen werden.

Die Tagung findet vom 19. bis 20. Juni 2020 in Wien statt.

Kontakt: angewandte.germanistik.wien@gmail.com

İNCİ DİRİM
Universität Wien, Arbeitsbereich DaZ

SORIN GADEANU
Technische Universität für Bauwesen Bukarest

CLAUS ALTMAYER
Universität Leipzig, Herder-Institut

Ernest Wichner erhält Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung

© privat

 

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht Ernest Wichner den mit 15.000 Euro dotierten Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung.

Ernest Wichner wird für seine einzigartigen Verdienste um die rumänische Literatur ausgezeichnet. Durch ihn haben so großartige Autoren wie M. Blecher, Nora Juga, Daniel Banalesco, Norman Manea, Catalin Mihuleac und nicht zuletzt Mircea Cartarescu Eingang gefunden in die deutsche Sprache und Literatur .

Der Preis wird am 23. Mai 2020 in Essen verliehen im Rahmen der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Informationen zum Johann-Heinrich-Voß-Preis finden Sie hier.