Die Evakuierung der Deutschen aus der Slowakei 1944/45. Verlauf und Deutungen, Kontexte und Vergleich

Das Collegium Carolinum, das Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei veranstaltet in Kooperation mit dem Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften und der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien München-Regensburg am 28. April 2017 die Konferenz „Die Evakuierung der Deutschen aus der Slowakei 1944/45. Verlauf und Deutungen, Kontexte und Vergleich“.
Die Evakuierung und Flucht der deutschen Zivilbevölkerung aus dem östlichen Europa 1944/45 wird bis heute vornehmlich mit dem Geschehen in den ehemaligen deutschen Ostprovinzen in Verbindung gebracht. Weitaus weniger Beachtung erfuhr dagegen bisher die Entwicklung in den Staaten Ostmittel- und Südosteuropas.
Am Beispiel der Slowakei werden auf dem Workshop Planungen, Verlauf und Folgen der Evakuierung der Deutschen untersucht und in den Kontext der nationalsozialistischen Umsiedlungs- und Evakuierungspolitik eingeordnet und zudem Zusammenhänge mit den politisch-militärischen Ereignissen sowie der Arbeitskräfterekrutierung untersucht. Dabei geht es darum, das Ineinandergreifen von politisch-weltanschaulichen Prinzipien, staatlicher Regulierung, militärischer Logik und dem Agieren der Betroffenen unter den Bedingungen 1944/45 zu erfassen.
Im Rahmen des Workshops werden erste Ergebnisse des gleichnamigen, durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien geförderten Forschungsprojektes vorgestellt und diskutiert. Zugleich werden die Vorgänge in der Slowakei mit den unterschiedlichen Evakuierungen aus Südosteuropa und aus dem deutsch-französischen Grenzraum während des Zweiten Weltkriegs verglichen.

Um Anmeldung bis 24.4.2017 wird gebeten: Post.cc@collegium-carolinum.de

Geschützt vor dem Schweigen. Gedichte aus vier Jahrzehnten. Richard Wagner zum 65. Geburtstag

Richard Wagner zählt seit langem zu den bedeutendsten rumäniendeutschen Autoren. Er wurde am 10. April 1952 im rumänischen Banat geboren, wanderte 1987, zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Herta Müller, nach Deutschland aus und lebt seither als freier Schriftsteller in Berlin. Richard Wagner war führendes Mitglied der Aktionsgruppe Banat, eines literarischen Kreises junger banatdeutscher Autoren, die in Konflikt mit dem Repressionsapparat des kommunistischen Regimes in Rumänien gerieten. Das politisch Brisante ist seit seinen literarischen Anfängen eine Konstante des Oeuvres Richard Wagners geblieben. Dem frühen Debüt folgten viele erfolgreiche Bücher, die von der Vielschichtigkeit seiner Begabung zeugen: Gedicht- und Kurzprosabände, Romane, kulturgeschichtliche und –kritische Essays. Davon gibt die Ausstellung im Deutschen Lesesaal einen Eindruck. Der Lyrik misst Richard Wagner selbst eine zentrale Rolle bei. Darin kommen seine Experimentierfreude, die kritische Distanz zu jeglichem Gesellschaftssystem und sein Sprachbewusstsein am deutlichsten zum Ausdruck. Auf dieses Zusammenspiel geht Maria Irod in ihrer Rede ein.
Maria Irod ist Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin und zur Zeit Postdoc-Stipendiatin des New Europe College in Bukarest.

Reformatio Transilvaniae 500 – Sakrale Räume und Symbole im Wandel

Das Teutsch-Haus zeigt aktuell die Ausstellung „Reformatio Transilvaniae 500 – Sakrale Räume und Symbole im Wandel“. Beabsichtigt ist eine Darstellung des reformationsbedingten Wandels der liturgischen Ausstattung, einschließlich der räumlichen Metaphorik, ausgehend von der politisch hart umkämpften Abendmahlslehre und -praxis der nachmaligen Evangelischen Kirche A.B. Reproduzierte Urkunden und deren zweisprachige Regesten machen die politischen und die dogmatischen Herausforderungen des 16. Jahrhunderts nachvollziehbar, suggestive Exponate stehen für die kostbaren geistlichen Inhalte. In der Präsentation des thematischen Duktus der Ausstellung kommt die Zusammenarbeit mit dem Siebenbürgischen Museum Gundelsheim zum Tragen.

Der Eintritt ist frei.