Exportgut Reformation

Soeben erschienen ist das Buch von Ulrich A. Wien, Mihai-D. Grigore (Hgg.): „Exportgut Reformation. Ihr Transfer in Kontaktzonen des 16. Jahrhunderts und die Gegenwart evangelischer Kirchen in Europa“.
Erstmals europaweit werden Transferprozesse der Reformation über die „Grenzen“ des deutschen Sprachraums in die Nachbarbevölkerungen dargestellt. Nach einem gesamteuropäischen Überblick behandeln die Einzelbeiträge international renommierter Forscher zunächst die Entwicklungen im 16. Jahrhundert in den Kontakträumen zu Nachbarn des deutschen Sprachgebiets. Dabei beschreibt der Band die Verhältnisse – ausgehend vom Ostseeraum – in einem über West-, Süd- und Osteuropa reichenden geographischen Rahmen. Der Sammelband zeichnet nach, welche Strategien und Maßnahmen politischer und theologischer Förderung in Kontaktzonen dazu führten, dass bei ethnisch und politisch differierenden Nachbarn trotz bestehender Unterschiede eine zum großen Teil nachhaltige Resonanz auf die Reformation möglich wurde. Die differierenden Ansätze zur Konfessionsbildung werden erkennbar. Im zweiten Hauptteil werden in parallelen Länderbeiträgen die Entwicklungen und Gegenwartssituation der geschichtlichen, aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen in den ursprünglichen Transferzonen vorgestellt. Nach einer fast fünfhundertjährigen Geschichte zeigen Experten besonders zwischen Nord-, West- bzw. Osteuropa grundlegende Differenzen auf, die einerseits von Gegensätzen – zwischen der Ausprägung von Staatskirchen und extremer Diasporasituation – gekennzeichnet sind. Vitale protestantische Existenz in Kontakträumen und multiethnischen Begegnungszonen Europas gehört andererseits vor dem Hintergrund der Transferprozesse in der Reformationszeit auch heute zu den nachhaltig wirksamen Kennzeichen Europas.

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Reformation im östlichen Europa

Die Ausstellung „Reformation im östlichen Europa“ im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm bietet einen Überblick über das Reformationsgeschehen in weiten Teilen des mittleren und östlichen Europa. Die Ausstellung läuft vom 4.5.–18.6.2017.
Die Reformation, die mit Martin Luthers Thesenanschlag 1517 begann, erfasste nicht nur die Länder des Römisch-Deutschen Reichs, sondern auch die östlich gelegenen Nachbarregionen. Eine große Rolle spielten dabei diejenigen Städte und Gegenden, in denen deutsch gesprochen wurde.
Das östliche Mitteleuropa war sehr empfänglich für die Ideen einer Erneuerung der Kirche und einer Intensivierung des Glaubens. Die hussitische Glaubensbewegung wirkte in Böhmen schon seit einem Jahrhundert reformatorisch. Während sich die deutschen Länder bald am Glaubensbekenntnis des jeweiligen Landesherrn orientieren mussten, wurde Ostmitteleuropa zu einer von Glaubensvielfalt geprägten Region.
Die Ausstellung zeigt, wie sich die Reformation nach Osten ausbreitete und welche Wirkung sie dort bis heute zeigt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Donauraum: Siebenbürgen und die Slowakei (das einstige Oberungarn) werden detailliert dargestellt.
Eine Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa (Potsdam), die von diesem gemeinsam mit Partnereinrichtungen entwickelt wurde. Die Ausstellung wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

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Jews in the Balkans: History, Religion, Culture

Gemeinsam mit der Faculty of Humanities and Social Science der Universität Split führt das Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam vom 8. bis 10. Mai 2017 eine internationale Konferenz zum Thema „Jews in the Balkans: History, Religion, Culture“ in Split (HR) durch. Sie wird sich u. a. mit der dynamischen Geschichte jüdischen Lebens in Balkan-Städten wie Bitola (Mazedonien), Salona (Kroatien/Dalmatien) und Thessaloniki (Griechenland), aber auch mit Biographien, Verfolgung und Shoah, jüdischem Widerstand im Zweiten Weltkrieg und jüdischem Leben auf dem Balkan nach 1945 beschäftigen. Unter den Referent/innen befinden sich Wissenschaftler/innen aus Mazedonien, dem Kosovo, Kroatien, Serbien, Italien, Israel, Deutschland, Österreich, Griechenland, Spanien, Großbritannien und den USA.

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Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten

Am 12. Juni 2017 veranstalten die BKM, das BKGE und die Katholische Akademie in Berlin e. V. eine Tagung unter dem Titel: „Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten“.

Europa ist in Bewegung – politisch, gesellschaftlich und mental. Viele Menschen sind durch die aktuellen Entwicklungen verunsichert, einige sehen in Ausgrenzung, Abschottung und Nationalismus einen Ausweg. Dabei sind Migrationen ebenso wie die im wechselseitigen Austausch gewachsene kulturelle Vielfalt ein wesentliches Charakteristikum Europas.
Es ist diese kulturelle Beziehungsgeschichte, die weiterhin als Katalysator der europäischen Integration wirkt. Ein Beispiel dafür ist das kulturelle Erbe der Deutschen im östlichen Europa. Es spiegelt eine Jahrhunderte zurückreichende Geschichte des Zusammenlebens von Völkern und Nationen, eine Geschichte von friedlichem Miteinander ebenso wie von Konfrontation und Kompromiss, von Verbindendem und Trennendem. Es geht um Themen, die Deutschland und Europa heute mehr denn je beschäftigen: um Fragen von Toleranz und Respekt vor Andersdenkenden, des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Religionen, des Austauschs und der gegenseitigen Wahrnehmung und nicht zuletzt um Werte wie Freiheit und Demokratie.
Die Bewahrung, Erforschung und Vermittlung deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa zu fördern, gehört zu den Aufgaben der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 2016 wurde die Förderkonzeption unter dem Motto „Erinnerung bewahren – Brücken bauen – Zukunft gestalten“ im Geist der verstärkten europäischen Integration weiterentwickelt. Zentrale Aspekte sind dabei der Erinnerungstransfer unter den Bedingungen des demografischen Wandels und die Digitalisierung als Mittel zur Erschließung und Vermittlung des kulturellen Erbes.
Die Tagung möchte die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die Chancen richten, die eine multiperspektivische Sicht auf die Vergangenheit für die Verständigung über Grenzen hinweg und für den kulturellen Austausch in Europa eröffnet.
Die Tagung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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