12. Juni 2018 | Kunst und Kultur, Siebenbürgen
Das Haus des Deutschen Ostens präsentiert im Rahmen einer Veranstaltung am 5. Juli 2018 den Dokumentarfilm „Sie sollen sich nicht lassen – Erinnerungen und Entwicklungen in Siebenbürgen“ von Filmemacher Manuel Stübecke.
Manuel Stübecke, Journalist, Regisseur und Bildungsreferent, stellt mit Hilfe von Vortrags- und Filmelementen die Welt der Rumänien-Deutschen vor. Er hat zeitweise unter den Siebenbürger Sachsen gelebt und gearbeitet. Seine Dokumentarfilmreihe ist in den Jahren 2013 bis 2015 entstanden – 15 Interviews mit Vertretern der deutschen Minderheiten in Rumänien. Bekannte und unbekannte Menschen teilten ihre Erfahrungen. Nicht nur die Erinnerungen, sondern auch die aktuellen wie kommenden Entwicklungen sind Teil der Geschichte. Und die Entwicklungen haben eine klare Botschaft: In der letzten Folge wird der junge Bukarester Pfarrer Andrei Pinte, der orthodox getauft wurde und konvertierte, bei einem Hausabendmahl begleitet. Einer alten Siebenbürger Sächsin sagt er: „Sie sollen sich nicht lassen!“ Geben Sie sich nicht auf! Die Geschichte ist noch nicht zu Ende!
Hier geht’s zum Veranstaltungskalender des HDO: HDO Veranstaltungen (externer Link)
Haus des Deutschen Ostens
Am Lilienberg 5
81669 München
22. Mai 2018 | Call for Papers, Kunst und Kultur, Literatur, Sprache
vom 4. bis 6. Oktober 2018
in Zusammenarbeit mit der Filiale Veszprém der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Stiftung Előd Halász
Das Institut für Germanistik und Translationswissenschaft an der Pannonischen Universität Veszprém organisiert am 4.-6. Oktober 2018 eine interdisziplinäre Tagung, in deren Mittelpunkt der aus unterschiedlichen Wissens- und wissenschaftlichen Bereichen bekannte Begriff „Ereignis“ steht. Um uferlose interdisziplinäre Diskurse einzudämmen, möchte sich die Tagung vor allem auf linguistische (auch psycholinguistische), literatur- und kulturwissenschaftliche, literatursoziologische sowie translationswissenschaftliche Beiträge beschränken. Im Folgenden werden einige mögliche Zugänge zum Begriff bzw. dem Phänomen „Ereignis“ skizziert:
Linguistische Zugänge können beispielsweise von Pustejovskys Ansätzen der Ereignisstruktursemantik und der Wortfeldtheorie(n) von Wotjak, Geckeler und Lutzeier ausgehen. Es kann danach gefragt werden, wie anhand ereignisstruktursemantischer Analysen die Bedeutungsstruktur deutscher und anderssprachiger (z.B. englischer, ungarischer) verbaler Felder zu modellieren ist. Seit der kognitiven Wende in der Psychologie fragt man intensiv danach, wie die Bedeutungen der Wörter im Gehirn des Menschen repräsentiert werden. In Anlehnung an Engelberg kann man davon ausgehen, dass die Bedeutungsrepräsentation der Verben in ihren Ereignisstrukturen besteht. Die Verben bezeichnen Ereignisse, die aus miteinander über verschiedene Relationen verknüpften Teilereignissen verschiedener Arten bestehen. Es stellt sich dabei die Frage, wie eine angemessene Theorie zur Repräsentation der Verbbedeutung zu entwickeln bzw. der bereits vorhandene ereignisstrukturbasierte Ansatz vor dem Hintergrund einer kontrastiven semantischen Analyse weiterzuentwickeln ist. Das Korpus dazu können u.a. auch Wortfelder bilden. Es ist weiterhin zu untersuchen, wie Ereignisstrukturen in eine Rahmentheorie zur Repräsentation der Argumentstruktur und Valenz der Verben eingebettet werden können. Ein mögliches Untersuchungsziel könnte sein, den semantischen Gehalt der in den Ereignisstrukturen verwendeten Prädikate und Relationen möglichst präzise zu bestimmen und (intra- und/oder interlingual) zu vergleichen. Zu prüfen ist auch, ob das gesamte semantische Kenntnissystem als Ereignisstruktur aufgefasst werden kann.
Im Mittelpunkt translationswissenschaftlicher Forschungsarbeit kann die Translation als kommunikatives und interkulturelles Ereignis stehen, wobei der Prozessaspekt und die interkulturelle Dimension betont werden (Snell-Hornby). In diesem Zusammenhang sind weitere Beispiele für unterschiedliche Konzeptionen das Übersetzen als hermeneutischer Prozess des Verstehens von Texten (Stolze), das Übersetzen als interkulturelle Vermittlung im Sinne des interkulturellen Managements (Katan), das Übersetzen als Verhandlungsprozess (Eco), das Übersetzen als kreative Sprachentwicklung, das Übersetzen als funktionaler Prozess (Nord) und das Übersetzen als sozialer Prozess (Beiträge in Wolf/Fukari). Die Forschung im Bereich der Dolmetschwissenschaft kann sich auf sprachwissenschaftliche Themen in Bezug auf die kognitive Belastung (Effort Model), das Arbeitsgedächtnis, die Hirnfunktionen und Aktivierungsmuster sowie auf die Nutzererwartungen, Bewertungen und Reaktionen als Qualitätsindikatoren konzentrieren. Zur starken Zunahme der Dolmetschaktivität und -wissenschaft im 21. Jahrhundert zählen weitere Dolmetschereignisse wie das Dolmetschen der Gebärdensprache, das Dialog- und Teledolmetschen, das Videodolmetschen, die Speech-to-Speech-Übersetzungssysteme wie auch die Entwicklung von Tools und Technologien zur Datensammlung und Analyse von Sprachdaten.
Literaturwissenschaftlich-narratologische Zugänge können von Jurij Lotmans Definition des Begriffs „Ereignis“ als der „Verletzung irgendeines Verbotes“, bzw. von der Relation zwischen „Ereignis“ und „Sujet“ (beide aufgefasst von Lotman als topologische Kategorien) ausgehen. Betrachtet werden können etwa Novellen im Hinblick auf das „Novum“, wie dieses zumindest seit Goethe zur Grundstruktur der Novelle gehört bzw. auf den Wendepunkt der Novelle als grundsätzliche Strukturkomponente und lesersteuerndes Deutungspotenzial. Will man überdies das Ereignis mit Wolf Schmid (Elemente der Narratologie) als „eine Zustandsveränderung, die besondere Bedingungen erfüllt“ unter die Lupe nehmen, ergeben sich Fragen nach dem Beziehungsgeflecht Ereignis-Ereignishaftigkeit-Erzählwürdigkeit, Faktizität oder Realität der Veränderung, oder nach dem Grad der Ereignishaftigkeit (Relevanz, Imprädiktabilität, Konsekutivität, Irreversibilität, Non-Iterativität) bzw. ihrem intertextuellen und (inter)kulturellen Kontext usw. Einbezogen werden können auch Ereignishaftigkeit als kultur-und literaturhistorisches Phänomen oder Relationen zwischen Ereignishaftigkeit und Ritualität. Bevorzugt werden dabei Beiträge, die die obigen Begriffskomplexe auf (deutschsprachige) literarische Texte beziehen bzw. jene mit diesen „illustrieren“.
Literatursoziologisch und rezeptionsgeschichtlich lässt sich ein literarisches Werk als ein Ereignis auffassen, wenn es durch sein Erscheinen und seine Wirkungspotenz einen rezeptiven Diskurs auslöst, der „eventuell“ auch andere „Felder“ (Pierre Bourdieu) als das literarische, nämlich das soziale oder das politische Feld berührt oder mit ihnen in Konflikt gerät. Man kennt z.B. den Skandal, den Gerhart Hauptmann mit seinem Vor Sonnenaufgang oder Rolf Hochhuth mit seinem Stellvertreter auslöste, die diskursive Wirkung, die diese Stücke auf soziale und politische Felder der gegebenen Epoche ausübten. In anderen Fällen sind diese Wirkungen selbst innerhalb des literarischen Feldes subtiler oder erst aus einer bestimmten zeitlichen Distanz erkennbar. Das Ereignis manifestiert sich dann als Eingang in die Geschichte der poetischen Sprache, als Anfang einer neuen poetischen Ausdruckform. Überlegenswert scheint schließlich der Moment der Begegnung des literarischen Textes mit einem anderen Medium, wodurch Ereignis zur intermediellen Transformation wird. In diesem Fall könnte danach gefragt werden, inwiefern die diversen Medien (z.B. Musik oder Film) das Zum-Ereignis-Werden des literarischen Textes beisteuern.
Last but not least: Innerhalb der Tagung wird auch eine Jugend-Sektion geplant, zu der ungarische und ausländische Nachwuchsgermanisten sowie Germanistik-, Translations- und Dolmetschwissenschaft-Studierende und Doktorand(inn)en eingeladen werden. Es handelt sich um eine selbständige Sektion, die zur Vorstellung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern dient, ohne dass eine strenge Anknüpfung an die obigen Themen erforderlich wäre.
Für die einzelnen Vorträge sind 20 Minuten, für die anschließende Diskussion 10 Minuten vorgesehen. Abstracts im Umfang von max. 2500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) müssen spätestens bis 31. Mai 2018 an die folgenden Adressen geschickt werden:
ereignis@mftk.uni-pannon.hu und vszabol@gmail.com
Über die Annahme der Beitragsvorschläge wird bis Ende Juni 2018 entschieden. Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten können von den Veranstaltern leider nicht übernommen werden.
Die Registrationsgebühr beträgt 15.000 HUF/50 EUR, (Phd-)Studentengebühr 7500 HUF/25 EUR (Nachweis erforderlich) und beinhaltet: Abstractheft, Tagungsbüfett in den Pausen, Empfang, Publikationsmöglichkeit im Tagungsband.
Einzahlung der Registrationsgebühr bis. 31. Juli 2018
Die Bankverbindung zur Überweisung:
Halász Előd Alapítvány
IBAN: HU51 1174 8007 2481 2441 0000 0000
BIC (SWIFT): OTPVHUHB
Bitte unbedingt angeben: Ereignis – Registrationsgebühr – Nachname
Die Konferenzsprachen sind Englisch, Deutsch und Ungarisch.
Weitere Informationen zur Tagung (Programm, Plenarvorträge etc.) finden Sie ab Mitte Juli 2018. unter http://german.uni-pannon.hu/index.php/hu.
Das Organisationskomitee:
Dr. habil. Katalin Ortutay,
Dr. habil. József Tóth,
Dr. habil. László V. Szabó
17. Mai 2018 | Call for Papers, Germanistik
This proposed thematic issue of Oxford German Studies (https://www.tandfonline.com/toc/yogs20/current) deals with the relationship between space and identity in German-language minority literature outside of Germany, Austria and Switzerland from multilingual areas in Europe such as South Tyrol, Luxembourg, East Belgium, Northern Schleswig; Transylvania, Bukovina, Alsace, Silesia written after 1990. The discourses of national belonging, of cultural self-definition and self-understanding which come to the fore in these literary texts, will be the object of the issue. In the post-national constellation of Europe, a vigorous resurgence of German minority culture can be observed. The changing minority-majority relationship after the disappearance of the Iron Curtain and the related processes of Europeanization of opportunity structures for the political and cultural mobilization of language minorities has given a strong impetus to the visibility of minority literature. The border regions and enclaves the German-language authors write from play an important role in their conception of Europe as a multi-centered space of democratic values. In their heterotopical writing, they reflect a variety of possible relationships to German culture as well as of the cultural, literary, and historical contexts of the countries of which they are citizens. Their literary significance cannot be grasped solely in relationship of one regional or national space of belonging. The protagonists in the novels or lyrical personae in the poems of these authors often collect experiences of space, piece them together into a patchwork, and endow them with value by drawing connections over time and space. From their personal transcultural locations formed out of multiple connections and allegiances, each protagonist reinvents the space he inhabits, endowing it with deeply personal meaning coloured by the diverse cultural strands deriving from his experience. Paradigmatically, the German-Hungarian poet Valeria Koch, calls this transcultural and translingual space the “Land von Nirgendwo und Irgendwo” (1994). Yet, the transitive European dimensions of these texts – e.g. East Belgian author Freddy Derwahl’s magnificent Bosch in Belgien (2006) – has been largely neglected by German Studies, often depicting them as nostalgic, self-reflexive provincial literature.
This thematic issue has one primary and two secondary aims. The primary aim: Through a close reading of selected literary texts (prose and poetry), contributions will discuss the status of the literary representation of minority culture as a space (be it geographic, cultural, linguistic, political, social, ethnic, institutional, ideological, or aesthetic) in which global and local forces interact. Through issues such as dwelling and displacement, dialect and multilingualism, country side and city, periphery and centre, regionalism and national identity, they will investigate how aesthetic forms and cultural expressions engage with and shape the ongoing redefinition of collective identity represented in minority literature. Thus, the special issue aims at reworking the topics of locality and place while recalling the historical events of their dislocation as key moments of collective memory and identity. The link between space and identity can hardly be overlooked: The field of contemporary German-language minority literature in Europe – and specifically in Eastern Europe – is littered with memories of German guilt as well as of spatial images of flight, expulsion, and exile on the one hand and of marginalization and isolation as ‘Hitler’s fifth column’ (M. Zeman) on the other hand.
The special issue wants to deconstruct the idea of an homogeneous ‘ethno-linguistically’ defined ‘auslandsdeutsche Literatur’. Therefore, we welcome contributions on literatures which may not be easily labelled ‘German literature’, such as Luxemburgish literature (even if written in German), as they are fundamentally multilingual, transcultural in their textual foundation, and anchored in non-germanophone societies. What links nearly all of the narratives envisaged in this issue is the interdependence between concepts of familiarity and foreignness, home and estrangement, national language(s) and literary language. Informed by transareal literary theory (cf. Ottmar Ette in Literatur in Bewegung, 2001; ZwischenWeltenSchreiben. Literaturen ohne festen Wohnsitz, 2005; Homi K. Bhabha in The Location of Culture, 1997), this proposed issue takes the reconfiguration of European boundaries – together with the renegotiation of senses of place – as a point of departure for exploring literary representations of regional, national, and European space.
In this way, as a first complementary aim, the issue wants to make a meaningful theoretical contribution to the concept of transcultural majority-minority interaction in literary texts and fill the lacunae in the field of the transfer of cultural codes and the area of imagology, the study of the formation of images, national awareness and stereotypes (cf. Joep Leerssen). The idea of transculturation implies, on the one hand, a substantial difference in terms of power between the two (or more) groups in contact, and, on the other, an ingenious creativity which allows the marginal group to transform the acquired material in order to produce a qualitatively new culture. The issue wants to offer a corrective to the idea of unidirectionality in cultural exchange and will propose a model of reciprocal interaction in German minority literature. The second complementary aim of this issue consists of the comparative interest in bringing out the specificity of German minority literature in comparison with national majority literatures and to provide a tentative answer to the complex question of a European literature in transnational terms.
The deadline for contributions is 1 November, 2018. Contributions may be written in German or English and count max. 10.000 words (footnotes included). Style guidelines can be found at: https://www.tandfonline.com/action/authorSubmission?journalCode=yogs20&page=instructions
Please send all inquiries to:
Prof. Arvi Sepp
University of Antwerp/Free University of Brussels (VUB) – German Department
Contact: arvi.sepp@vub.be
9. Mai 2018 | Geschichte, Szene
Das Netzwerk Historische Minderheitenforschung lädt zu seinem zweiten Workshop am 21. und 22. November 2018 nach Flensburg zum Thema „Historische Minderheitenforschung in Deutschland. Institutionen, AkteurInnen, Profile“ ein. Mit dem Netzwerk soll ein überregionales, interdisziplinäres Diskussions- und Kommunikationsforum für Forschende und NachwuchswissenschaftlerInnen aus dem weiten Bereich der historisch arbeitenden minority studies geschaffen werden, das einen kontinuierlichen fachlichen Austausch befördert und damit zu einer Profilschärfung der Historischen Minderheitenforschung beiträgt.
Die OrganisatorInnen laden VertreterInnen einschlägiger Forschungseinrichtungen sowie alle interessierten KollegInnen herzlich zur Beteiligung ein. Ziel des Workshops ist ein Austausch über Profile, Kompetenzen und Interessen sowie davon ausgehend eine Diskussion über die Perspektiven der Historischen Minderheitenforschung und die Potenziale des Netzwerks.
Alle Interessierten können sich bis zum 21. Mai 2018 per E-Mail an folgende Adressen anmelden:
- Sebastian Lotto-Kusche (Europa-Universität Flensburg): lotto-kusche@izrg.de
- Friedrich Pollack (Sorbisches Institut Bautzen): friedrich.pollack@serbski-institut.de
- Sonja Wolf (European Centre of Minority Issues Flensburg): wolf@ecmi.de
Weitere Informationen zum Workshop finden Sie auf serbski-institut.de (externer Link).