Call for Papers: Kind und Gesellschaft | Themenschwerpunkt der Spiegelungen, Ausgabe 1.23

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Ein bekanntes afrikanisches Sprichwort besagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen. Damit wird auf die maßgebende Rolle des Umfelds in der Erziehung hingewiesen, die über die Eltern und die Schule hinaus zur Aufgabe einer ganzen Gemeinschaft erklärt wird. Von dieser Prämisse ausgehend und vor dem Hintergrund vergleichender Forschungs¬ansätze zur Situation der Kinder in Zentral- und Osteuropa zu Krisenzeiten sowie der gut erforschten Schulgeschichte, stellen die Spiegelungen in ihrer Ausgabe 1.23 ausgewählte Aspekte der außerschulischen Bildung, Erziehung sowie Freizeitgestaltung von Kindern im südöstlichen Europa im 20. Jahrhundert und bis in die Gegenwart in den Fokus. Dabei stehen die einstigen bzw. heutigen deutschen Bewohner dieses Raumes im Mittelpunkt der Betrachtungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt interethnischen Interaktionen und deren Regulierung im gemeinschaftlichen Erziehungsprozess.

Fortepan, 32122_GGAABBOO_1900

Das 20. Jahrhundert mit seinen historisch-politischen Zäsuren im östlichen Europa lässt ganz unterschiedliche und zueinander im Widerspruch stehende Auffassungen im Hinblick auf die Erziehung und Bildung von Kindern erkennen, je nachdem, ob sie zu mündigen, selbstbestimmten Bürgern eines demokratischen Systems oder zu willfährigen Akteuren innerhalb eines autoritär verfassten Staates herangezogen werden sollten. In diesem Kontext sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinschaft und die eventuellen Freiräume, die sich den deutschen Minderheiten schaffen konnten, zu untersuchen.

Mögliche Themenbereiche für einzelne Beiträge könnten lauten:

  • Ideologien und Kindererziehung: zum Beispiel Analyse von Erziehungsratgebern,• außerschulische Sozialisierung in den Kirchen und in unterschiedlichen kulturellen Vereinen, außerschulische Sozialisierung Kinder anderer Ethnien in deutschen Institutionen,
  • Freizeitgestaltung, unter anderem in Sportvereinen,
  • „Kindertausch“, interkulturelle Kompetenz,
  • Kinder auf der Flucht infolge von Zwangsmigrationen,
  • Spracherwerb (Mehrsprachigkeit, Gebrauch von muttersprachlichen Varietäten)
  • Untersuchungen zur Kinder- und Jugendliteratur: Bücher, Zeitschriften. Verlage; Kinderbücher und Zensur bzw. als Möglichkeit, der Zensur auszuweichen, Übersetzungen usw.,
  • Kindersendungen (Rundfunk, Fernsehen) für die deutschen Minderheiten im östlichen Europa (aus der Perspektive der Produzenten und Rezipienten),
  • Prägung von Aussiedlerkindern in Westeuropa durch Traditionen der Elterngenerationen,
  • Methodische Fragen und Quellenlage.

Die Beiträge sollten 30.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten und bis zum 30. November 2022 eingereicht werden. Bitte beachten Sie bei der Gestaltung des Manuskripts unsere redaktionellen Richtlinien und fügen Ihrem Text ein englisches Abstract bei. Beiträge können auf Deutsch und Englisch eingereicht werden. Alle in den Spiegelungen publizierten wissenschaftlichen Aufsätze durchlaufen ein Double-Blind-Peer-Review-Verfahren nach internationalen Standards.
Interessenten senden bitte bis zum 15. Juni ein Abstract von max. 350 Wörtern an die Herausgeberin und den Herausgeber des Themenschwerpunktes: Enikő Dácz (dacz@ikgs.de) und Tobias Weger (weger@ikgs.de).

CfP: „Looking Beyond the Paradigm“ | Budapest | 8th–11th June 2023

Call for Papers
Looking Beyond the Paradigm: Reformation and Religious Diversity across Borders and Cultures in Central and Southeastern Europe
Budapest, 8th–11th June 2023

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The Reformation Research Consortium, the Institute for German Culture and History of Southeastern Europe at Ludwig-Maximilians-Universität München, the Lutheran Theological University in Budapest, the Association of Transylvanian Studies/Asociaţia de Studi Transilvane Sibiu and the Centre for Reformation Studies in Budapest invite submissions for an international academic conference focused on transcultural and transborder activities, initiatives and persons, who reached across cultural and linguistic divides in their efforts to spread and support or hinder the Protestant Reformation. The conference provides the occasion to establish a new book series: Studies of Early Modern Christianity in Central and Southeastern Europe.

The premise is to examine developments as parts of entangled histories in the region. The goal is not to negate existing historiographies, but rather to enrich them, to broaden academic horizons and to highlight the interconnectedness of societies, in particular concerning Protestants in the regions under scrutiny. Presentations should also take cultural-historical relevance into account. The conference organizers furthermore strive to present a critical approach, which focuses not only on best practices but also highlights conflicts, rivalries and estrangements. The planned conference aims to take a first step towards moving beyond the hitherto dominant national or denominational / ecclesial paradigm and explore some of the important contributions to Protestantism from the Reformation era until today in a multiperspectival way.

We invite paper proposals from various disciplines, with a focus on, but not limited to, church history, religious history, cultural history, history of literature, and theology. The submission of abstracts by two or more scholars who wish to present a joint paper exploring various cross-border or cross-cultural topics is possible.

Proposed papers may focus on:

  • cross-border and cross-linguistic contacts, Protestant networks and knowledge transfers in Central and Southeastern Europe during the time of the Protestant Reformation;
  • the frontiers of Reformation in Central and Southeastern Europe: the center and periphery pattern revisited;
  • uses and misuses of the comparative approach(es): time/timing, space, pace, narratives and processes;
  • the dilemmas of the historiography of Reformation in Central and Southeastern Europe: reception vs. native tradition;
  • the benefits of a Long Reformation (1500–1800) concept applied to Central and Southeastern European sources and historical realities;
  • linguistic and imagined communities, reformations and the emergence of the vernacular education in Central and Southeastern Europe;
  • early modern literature, literacy and mediality in the context of denominational traditions and beyond, transnational examples;
  • trans-, inter and supraconfessional phenomena amongst early modern Central European communites in the context of the multidenominational state;
  • the shared heritage of the Reformation today: memory cultures or commemorations that developed in the 19th and 20th centuries around persons or events bridging various cultures and languages.

Abstracts with a maximum length of 500 words are requested to be sent to Dr. Ulrich A. Wien at wien@uni-landau.de by 15th May 2022. Applicants will be informed about the decision of the organizers by the end of May 2022.

The conference is planned as an in-person event and will take place on the premises of the Lutheran Theological University in Budapest, Hungary. Depending on the further development of the COVID-19 pandemic, the conference may be held online. A publication of select papers from the conference is planned.

CfA: Sommerschule „Christen unter totalitärer Herrschaft“

Foto ©Angela Ilić

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Das Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südost­europa e.V. (IKKDOS), das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München e.V. (IKGS) und der Lehrstuhl für Kroatische und Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Split laden zu einer Sommer­schule von 6. bis 8. Juli 2022 in München ein.

Die Veranstaltung richtet sich an Studie­rende höherer Semester sowie Dokto­randInnen aller Disziplinen, insbesondere aus den Bereichen Geschichts­wissen­schaft, Kultur­wissen­schaft, Sozialwissen­schaften, Kirchen­geschichte und Theologie. Die Sommer­schule findet in Präsenz – oder der aktuellen Pandemielage entspre­chend in hybrider Form – statt, auch mit Teil­nahme von Studierenden von der Universität Split.

 

Seminarinhalte:

Das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete neue Jugoslawien stellte die Beziehung zwischen Staat und Kirche auf eine völlig neue Grundlage. Ausgewählte Autoren sprechen gar von einem „Krieg gegen die organisierte Religion“ nach 1945. Dieses, anfänglich von Misstrauen, ideologisch basierten Entfremdung und Rachenwunsch belastete und sich mit dem Verlauf der Zeit wandelnde Verhältnis widerspiegelte zum einen Titos Machtkonsoli­dierungs­maßnahmen im Lande, zum anderen seine Versuche, Jugoslawiens Position auf der politischen Weltbühne zu sichern.

In der Sommerschule wird das komplexe Verhältnis von Religion und Gesellschaft durch die Analyse der Rolle der verschiedenen Religionsgemeinschaften und Kirchen am Beispiel der Entwicklungen auf dem Gebiet des sozialistischen Jugoslawiens unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erforscht. Die Beschäftigung mit dem Thema soll einen differenzierten und genauen Blick auf den Themenkomplex ermöglichen.

Die Erforschung des Lebens von Christen unter totalitären Herrschaften bedarf einer Vielzahl von Zugängen und methodologischen Ansätzen. Es wird daher in der Sommerschule bei der Behandlung des kirchlichen Lebens unter der kommunistischen Herrschaft eine Zusammenschau der religiösen Vorsätze und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen geben. Auch der komparative Blickwinkel und die Kontextua­li­sierung spielen eine wichtige Rolle sowie die Einbeziehung von mikro- und makro­historischen Ansätzen.

 

Inhaltliche Perspektiven und Fragen, die anhand ausgewählter Lektüre thematisiert werden:

  • Die ideologischen/politischen Rahmenbedingungen („Eiserner Vorhang“, Kalter Krieg), die gesellschaftlichen Veränderungen (Technisierung, Urbanisierung, wie wir sie in den westlichen Gesellschaften in den 1950er-Jahren kennen) und ökonomische Umstrukturierungen sollen in ihren Folgen auf den Alltag, in dem religiöse Gemeinschaften lebten, befragt werden.
  • Herrschaftsnähere und herrschaftsfernere Gruppen: Konfessionen im Vergleich. Welche Faktoren bestimmten die Gruppenidentität? Gab es formale, strukturelle, gar auch inhaltliche Parallelen zwischen der Herrschaftsideologie und religiöse Aussagen? Diente Ideologie als Ersatzreligion?
  • Reaktion auf Repression im alltäglichen Leben, in der Theologie, „Widerstand“: Gab es in der Auseinandersetzung mit totalitären Systemen neben Konfrontation auch Phasen der Anpassung, vielleicht auch der Resignation? Oder gar der Kollaboration? Wer war aus welchen Gründen und mit welchen Intentionen dazu bereit?
  • Welche Motive für Überlebensstrategien, für Anpassung, aber auch für Non-Konformität, für Widersetzen und Widerstand lassen sich jeweils feststellen? Welche Auffassung vom Menschen, von der Kirche, von den Aufgaben der Seelsorge, vom Staat verbirgt sich dahinter?

 

Teilnahme:

Die Veranstalter vergeben eine begrenzte Zahl an Stipendien für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Sommerschule. Diese Stipendien beinhalten zwei Übernachtungen, Verpflegung und die Übernahme von Reisekosten unter den vom Bundesreisekosten­gesetz vorgeschriebenen Bedingungen bis zu einer maximalen Höhe von 150 €. Bei der Veranstaltung wird ein der aktuellen Situation angemessenes Hygienekonzept verwendet.

Interessierte werden gebeten, sich bis zum 1. April 2022 um eine Teilnahme an der Sommerschule mit folgenden Unterlagen ausschließlich in elektronischer Form zu bewerben:

  • Motivationsschreiben (max. 2.500 Zeichen), in dem die Gründe für eine Teilnahme an der Sommerschule erläutert werden;
  • tabellarischer Lebenslauf mit vollständiger Anschrift (Email- und Postadresse).

Die Bewerbung ist an Robert Pech, bertpech@yahoo.com, zu schicken. Die ausgewählten TeilnehmerInnen werden bis zum 30. April 2022 benachrichtigt und erhalten anschließend von den Veranstaltern weitere Informationen und Unterlagen (Lektüre) für die Vorbereitung.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Aleksandar Jakir (Universität Split), Dr. Angela Ilić (IKGS München), Prof. Dr. Rainer Bendel (IKKDOS Tübingen)

CfP: „Das neue Fremde/Eigene“ | 12. GGR-Kongress |
2.–6.9.2022, Constanța

 

Das IKGS lädt gemeinsam mit den Germanistischen Lehrstühlen der Babeș-Bolyai- sowie der Partium-Universität ein, deutschsprachige literarische Felder und Netzwerke der Zwischenkriegszeit in Ostmittel- und Südosteuropa über nationale Grenzen hinaus zu untersuchen.

Die Sektion findet im Rahmen des XII. Internationalen Kongresses der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens vom 2.–6. September 2022 an der Ovidius-Universität in Constanța statt.

Den CfP finden Sie hier.
Mehr über den Kongress erfahren Sie hier (externer Link).

Call for Papers | Danubiana Carpathica Band 60 (2023) | Thema: „Bewegung – Organisation – Ideologie. Sportliche Mobilisierung in Südosteuropa im 19. und 20. Jahrhundert“

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Auch im südlichen Europa verbreiteten sich im 19./20. Jahrhundert unterschiedliche Formen der körperlichen Bewegung, etwa der Leibesübungen, des Turnens und des Vereinssports. Grundlagen für diese parallele Entwicklungen waren ein aus der Aufklärung resultierendes neues Verständnis von Körperlichkeit sowie vom Verhältnis von Mensch und Natur, ein wachsendes politisches Bewusstsein, verschiedene Ansätze hin zur sportlichen Betätigung (von national-mobilisierenden im Sinne der Jahnschen Turnerbewegung oder der bei den Slawen verbreiteten „Sokol“-Gruppen bis hin zu internationalistisch-sozialistischen) und ein neues Verständnis von Freizeit, das sich im bürgerlichen Milieu aus gewandelten Arbeitszeiten und einem neuen Konsumbegriff ableiteten. Im 19. Jahrhundert schuf das Bürgertum verbandliche Strukturen, die Freizeit und Bewegung in der freien Natur ermöglichten, etwa in den verbreiteten Wandervereinen, die vor allem Gebirgslandschaften durch infrastrukturelle Maßnahmen erschlossen und dabei mentale Abgrenzungen vornahmen.

Bis zum Ersten Weltkrieg vollzog sich im Bereich des Sports und der körperlichen Bewegung eine soziale Ausweitung, indem immer breitere Gesellschaftsschichten angesprochen und integriert wurden, andererseits eine Diversifizierung, indem immer neue Sportarten popularisiert wurden. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lässt sich die Rolle des Sports und der körperlichen Bewegung als Vehikel ethnischer, nationaler und sozialer Aspirationen beobachten, die als solche medial kommuniziert und von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. In der Zwischenkriegszeit bestanden sowohl Tendenzen hin zu einer uniformierenden und letztlich sogar paramilitärischen Auffassung vom Sport als auch vielfältige Formen der transnationalen Kooperation, etwa durch interethnische Vereinsaktivitäten oder die Mitwirkung nationaler Minderheiten in den nationalen olympischen Teams. Die totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts implizierten eine ideologische Vereinnahmung von Sport und Bewegung.

Die Anfänge der Befassung mit der Sportgeschichte Südosteuropas liegen häufig in einer selbstbezogenen Chronistik einzelner Vereine, Städte, Teams oder nationaler Sportentwicklungen, die noch nicht methodisch reflektiert, überwiegend faktografisch und wenig anschlussfähig an die allgemeine Historiografie ist.[1] Erst in den letzten Jahrzehnten lassen sich neue Initiativen feststellen, verstärkt durch ein kulturwissenschaftlich geprägtes Verständnis von Geschichte und das Interesse an dem Zusammenhang von Sport und Nationalismus (etwa am Beispiel der Fußball-Forschung oder dem gewachsenen Interesse an Jugendbewegungen).[2]

Für den geplanten Band sind vor allem Querschnitt- und Längsschnittstudien von Interesse. Im Fokus steht dabei als gemeinsamer Nenner die Trias von Bewegung, Organisation und Ideologie. Ein besonderer Schwerpunkt sollte auf Vereine und Bewegungen gelegt werden, die sich als „deutsch“ verstanden bzw. (zumindest zeitweise) deutschsprachig waren, aber auch auf deren Interaktionen mit Vereinen und Bewegungen von Vertretern anderer Ethnien und Sprachgruppen sowie mögliche Veränderungen ihres Selbstverständnisses. Besonders willkommen sind vergleichende und nationenübergreifende Untersuchungen.

In der Publikation sollen unter anderem folgende Fragen erörtert werden:

  • Auf welche Weise trugen Sportvereine zur politischen, sozialen und ethnischen/nationalen Mobilisierung bei?
  • Welche intraregionalen Verbindungen existierten in Südosteuropa zwischen sportlichen Vereinen und Verbänden unterschiedlicher Ethnien? Wie können zum Beispiel die jüdische Turnbewegung und jüdische Sportvereine darin verortet werden?
  • Wie war die sportliche Aktivität in ein breiteres gesellschaftspolitisches Engagement eingebunden, wenn man etwa an die Förderung von naturwissenschaftlichen, historischen und volkskundlichen Forschungen durch die Wandervereine oder auch durch Individuen bzw. deren Mitwirkung an Naturschutz und Förderung des Fremdenverkehrs denkt?
  • Welche Selbst- und Fremdbilder der sportlich ausgerichteten Vereine finden sich in unterschiedlichen Medien wie Zeitschriften, Plakaten, Fotografien, Filmen und literarischen Verarbeitungen? Welche Vorstellungen von Körperlichkeit traten dabei zutage? Welche Gesellschaftsentwürfe wurden entwickelt – vor allem: welche Teile der Gesellschaft wurden akzeptiert, welche möglicherweise ausgegrenzt (Stichworte: „Arierparagraphen“ der deutschen Turnvereine, konkurrierende Gesellschaftsentwürfe und nationale Selbstbilder)?
  • Welche Sportarten hatten die Funktion einer Breitenaktivität (etwa Wandern, Fußball), welche blieben elitäre Betätigungen bestimmter Gesellschaftsschichten? In welchen lokalen, regionalen oder nationalen Kontexten konnten bestimmte Vereine das Potenzial entfalten, als Anknüpfungspunkte für transnationale Aktivitäten zu fungieren bzw. eine ethnische Exklusivität zu propagieren?
  • Wie lässt sich der Sport in der historischen Topografie und im Stadtbild verorten? Welche Formen des Umgangs mit den materiellen Hinterlassenschaften der Sportgeschichte (z. B. Turnhallen, Sportplätze) lassen sich eruieren? Welchen Stellenwert hat die Sportgeschichte in der Erinnerung einzelner Städte, Regionen und sozialer Kollektive?

Abstracts als WORD-Dateien mit einem Umfang von max. 500 Wörtern werden erbeten bis spätestens 31.1.2022 an Dr. Angela Ilic (ilic@ikgs.de). Nach einer positiven Rückmeldung (die bis 15.2.2022 erfolgt) sollten die fertigen Beiträge mit einem Umfang von ca. 30.000 Zeichen bis spätestens 1.6.2022 eingereicht werden.

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[1] Vgl. etwa Nicolae Postolache: Istoria sportului în România. Date cronologice [Die Geschichte des Sports in Rumänien. Chronologische Daten]. București 1995; Alexe Nicu (Hg.): Enciclopedia educației fizice și sportului din România [Enzyklopädie der Leibeserziehung und des Sports in Rumänien]. 4 Bände. București 12002.

[2] Vgl. etwa John Hughson, Fiona Skillen (Hgg.): Football in Southeastern Europe. From Ethnic Homogenization to Reconciliation. Abingdon 2014; Dario Brentin, Dejan Zec (Hgg.): Sport in Socialist Yugoslavia. Abingdon 2020; Andrew Hodges: Fan Activism, Protest and Politics. Ultras in Post-Socialist Croatia. London 2020; Claudia Selheim, Barbara Stambolis (Hgg.): Aufbruch der Jugend. Deutsche Jugendbewegung zwischen Selbstbestimmung und Verführung. Nürnberg 2013. Katalog zur Ausstellung „Aufbruch der Jugend“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg 6. September 2013 – 19. Januar 2014.

CfA: Nachwuchsseminar und Exkursion für Studierende und Doktoranden | Erinnerungsorte und Räume im habsburgischen Südosten Europas

Zeit und Ort: 26.9. bis 28.9.2022, Raum Hermannstadt/Sibiu, Südsiebenbürgen

Leitung: Kurt Scharr (Innsbruck), Florian Kührer-Wielach (München)

Veranstalter: Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa (KGKDS), Tübingen; Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS), München; Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL), Tübingen

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende höherer Semester sowie Doktorand*innen aller Disziplinen, insbesondere aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Geographie, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft. Das Seminar findet nach zwei Vorbesprechungsterminen (online) en route im Raum Hermannstadt und Umgebung statt. Die Ergebnisse werden im Rahmen der anschließenden Tagung „Zwischen Bollwerk und Brücke? Der habsburgische Südosten Europas. Kultur-Raum-Konzepte seit dem 18. Jahrhundert“ (28.09.–01.10.2022) in Hermannstadt präsentiert. Die Teilnahme an der Tagung wird vorausgesetzt.

Seminarinhalte
Das 20. Jh. weist markante Brüche auf. Dazu gehören 1918, 1945 und die Jahre der Wende 1989/91. Sie alle veränderten staatliche Grenzen, politische Zugehörigkeiten und ethnische Zusammensetzung dieses Raumes gravierend. Geographische Bilder und räumliche Vorstellungen begleiteten hingegen im Vorfeld entscheidend diese Entwicklungen und prägen unsere Perspektiven bis heute. Sie setzen im 18. Jh. ein, als sich sowohl das Zaren- wie auch das Habsburgerreich in ihrer Machtausdehnung in diesen südosteuropäischen, vermeintlichen Peripherraum vorschoben. Zudem erhielten zunächst weitgehend imperial gedachte Räume spätestens zur Mitte des 19. Jh. massive Konkurrenz seitens nationalstaatlicher Konzepte, die auf eine weitergehende Homogenisierung des Raumes gerichtet waren als zuvor. Die Diskussion rund um das Weltkriegsgedenken 2014/18 hat gezeigt, dass Raumkonzeptionen und damit verbundene Vorstellungswelten ein Forschungsdesiderat darstellen. Im Zentrum der Tagung steht die Diskussion von Raumkonzeptionen und -theorien, mit einem Fokus auf Mittel- und Südosteuropa seit dem 18. Jh., unter Miteinbeziehung der jeweils zeitgenössischen Öffentlichkeit des politischen und gesellschaftlichen Feldes.
Das Nachwuchsseminar will hier in zweifacher Form eine Vertiefung erarbeiten. Zunächst gilt es, die Thematik inhaltlich um den Aspekt der Erinnerungsräume zu erweitern. Auf Basis von Texten und Quellen erfolgt ein individuelles Studium sowie die Diskussion mit der Seminarleitung. In einem zweiten Schritt werden diese Ergebnisse in einem Feldpraktikum vor Ort am Objekt geschärft und für die Präsentation während der Tagung aufbereitet. Dafür wird von drei inhaltlichen wie räumlich konkreten Ansatzpunkten ausgegangen:

  • Perspektive habsburgischer Eroberung
  • Multiperspektivität von Herrschaft & Inbesitznahme
  • Konfessionelle Vielfalt & politische Dominanz

 

© Wikimedia

 

Teilnahme
Interessierte werden gebeten, sich bis zum 1. März 2022 um eine Teilnahme am Seminar mit folgenden Unterlagen ausschließlich in elektronischer Form zu bewerben:

  • Motivationsschreiben (max. 2.500 Zeichen), in dem die Gründe für eine Teilnahme am Seminar erläutert werden und welche Voraussetzung der*die Bewerber*in mitbringt;
  • tabellarischer Lebenslauf mit vollständiger Anschrift, Email- und Postadresse.
    Die Veranstalter übernehmen die Fahrtkosten der Teilnehmer*innen sowie die Kosten für die Unterkunft und für die Verpflegung vor Ort von 26.9. bis zum 1.10.2022. Ein Unkostenbeitrag von 50.- € wird mit den Reisekosten verrechnet.

Die Bewerbung ist an Florian Kührer-Wielach (kuehrer@ikgs.de) zu schicken. Die ausgewählten Teilnehmer*innen werden bis zum 14. März 2022 benachrichtigt und erhalten anschließend von den Veranstaltern weitere Informationen und Unterlagen für die Vorbereitung.