Neuerscheinung: Hannelore Baier (Hg.), Überwachung und Infiltration. Die Evangelische Kirche in Rumänien unter kommunistischer Herrschaft (1945-1969). Dokumentation

Die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR) wurde – wie alle Glaubensgemeinschaften des Landes – von der herrschenden Rumänischen Kommunistischen Partei (RKP) als Institution eingestuft, die der atheistischen, totalitären Politik im Wege stand; zudem war sie eine identitätsfördernde und die Gemeinschaft sichernde Einrichtung der Siebenbürger Sachsen. Sie behinderte die Integration der deutschen Minderheit in den kommunistischen Transformationsprozess der Gesellschaft. Ziel der RKP war deshalb die Gleichschaltung der EKR: Die Richtlinien gab die RKP vor, als Instrumente für deren Umsetzung dienten die Kultusoberbehörde und der Geheimdienst Securitate.

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Tagung „Zwischen Bollwerk und Brücke“ – Programm und Abstracts

Vom 28.9. bis 1.10.2022 findet in Sibiu/Hermannstadt/Nagyszeben, Rumänien, die vom IKGS mitveranstaltete Tagung „Zwischen Bollwerk und Brücke? Der habsburgische Südosten Europas. Kultur-Raum-Konzepte seit dem 18. Jahrhundert“ statt. Hier können Programm und Abstracts heruntergeladen werden.

Programm und Abstracts
Ankündigung der Tagung auf H-Soz-Kult

Call for Papers: Kind und Gesellschaft | Themenschwerpunkt der Spiegelungen, Ausgabe 1.23

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Ein bekanntes afrikanisches Sprichwort besagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen. Damit wird auf die maßgebende Rolle des Umfelds in der Erziehung hingewiesen, die über die Eltern und die Schule hinaus zur Aufgabe einer ganzen Gemeinschaft erklärt wird. Von dieser Prämisse ausgehend und vor dem Hintergrund vergleichender Forschungs¬ansätze zur Situation der Kinder in Zentral- und Osteuropa zu Krisenzeiten sowie der gut erforschten Schulgeschichte, stellen die Spiegelungen in ihrer Ausgabe 1.23 ausgewählte Aspekte der außerschulischen Bildung, Erziehung sowie Freizeitgestaltung von Kindern im südöstlichen Europa im 20. Jahrhundert und bis in die Gegenwart in den Fokus. Dabei stehen die einstigen bzw. heutigen deutschen Bewohner dieses Raumes im Mittelpunkt der Betrachtungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt interethnischen Interaktionen und deren Regulierung im gemeinschaftlichen Erziehungsprozess.

Fortepan, 32122_GGAABBOO_1900

Das 20. Jahrhundert mit seinen historisch-politischen Zäsuren im östlichen Europa lässt ganz unterschiedliche und zueinander im Widerspruch stehende Auffassungen im Hinblick auf die Erziehung und Bildung von Kindern erkennen, je nachdem, ob sie zu mündigen, selbstbestimmten Bürgern eines demokratischen Systems oder zu willfährigen Akteuren innerhalb eines autoritär verfassten Staates herangezogen werden sollten. In diesem Kontext sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Gemeinschaft und die eventuellen Freiräume, die sich den deutschen Minderheiten schaffen konnten, zu untersuchen.

Mögliche Themenbereiche für einzelne Beiträge könnten lauten:

  • Ideologien und Kindererziehung: zum Beispiel Analyse von Erziehungsratgebern,• außerschulische Sozialisierung in den Kirchen und in unterschiedlichen kulturellen Vereinen, außerschulische Sozialisierung Kinder anderer Ethnien in deutschen Institutionen,
  • Freizeitgestaltung, unter anderem in Sportvereinen,
  • „Kindertausch“, interkulturelle Kompetenz,
  • Kinder auf der Flucht infolge von Zwangsmigrationen,
  • Spracherwerb (Mehrsprachigkeit, Gebrauch von muttersprachlichen Varietäten)
  • Untersuchungen zur Kinder- und Jugendliteratur: Bücher, Zeitschriften. Verlage; Kinderbücher und Zensur bzw. als Möglichkeit, der Zensur auszuweichen, Übersetzungen usw.,
  • Kindersendungen (Rundfunk, Fernsehen) für die deutschen Minderheiten im östlichen Europa (aus der Perspektive der Produzenten und Rezipienten),
  • Prägung von Aussiedlerkindern in Westeuropa durch Traditionen der Elterngenerationen,
  • Methodische Fragen und Quellenlage.

Die Beiträge sollten 30.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten und bis zum 30. November 2022 eingereicht werden. Bitte beachten Sie bei der Gestaltung des Manuskripts unsere redaktionellen Richtlinien und fügen Ihrem Text ein englisches Abstract bei. Beiträge können auf Deutsch und Englisch eingereicht werden. Alle in den Spiegelungen publizierten wissenschaftlichen Aufsätze durchlaufen ein Double-Blind-Peer-Review-Verfahren nach internationalen Standards.
Interessenten senden bitte bis zum 15. Juni ein Abstract von max. 350 Wörtern an die Herausgeberin und den Herausgeber des Themenschwerpunktes: Enikő Dácz (dacz@ikgs.de) und Tobias Weger (weger@ikgs.de).

Vortrag von PD Dr. Tobias Weger, „München und die deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas nach 1945“

7. Oktober 2022, 16–17:45 Uhr
Saal des Münchner Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Der Vortrag findet im Rahmen der Tagung „Das osteuropäische München in der Nachkriegszeit und im Kalten Krieg“ statt, die vom 5. bis 7. Oktober 2022 vom Lehrstuhl für Geschichte Ost- und Südosteuropas der LMU in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum und dem Jüdischen Museum München organisiert wird.

Nähere Informationen zur Tagung und das Programm finden Sie hier.
Die Teilnahme ist kostenlos. Interessent/innen werden gebeten, sich hier zu der Tagung anzumelden.

Vortrag von PD Dr. Tobias Weger „Auswirkungen der rumänischen Agrarreform von 1921 auf die ländlichen deutschen Kolonisten in der Dobrudscha und ihre Nachbarn“

8. September 2022, 14:30 Uhr
Hermannstadt/Sibiu, Institut für Geisteswissenschaften

Der Vortrag findet im Rahmen der vom Arbeitskreis für siebenbürgische Landeskunde in Zusammenarbeit mit dem IKGS organisierten Tagung „Agrarreform in Rumänien im regionalen und internationalen Vergleich in der Zwischenkriegszeit (1918–1938)“ am 8./9. September 2022 statt.

Nähere Informationen und Tagungsprogramm

Deutsches Bauerngehöft in Tariverde, Dobrudscha (um 1917); Aufnahme: Paul Traeger

CfP: „Looking Beyond the Paradigm“ | Budapest | 8th–11th June 2023

Call for Papers
Looking Beyond the Paradigm: Reformation and Religious Diversity across Borders and Cultures in Central and Southeastern Europe
Budapest, 8th–11th June 2023

Download CfP as PDF

The Reformation Research Consortium, the Institute for German Culture and History of Southeastern Europe at Ludwig-Maximilians-Universität München, the Lutheran Theological University in Budapest, the Association of Transylvanian Studies/Asociaţia de Studi Transilvane Sibiu and the Centre for Reformation Studies in Budapest invite submissions for an international academic conference focused on transcultural and transborder activities, initiatives and persons, who reached across cultural and linguistic divides in their efforts to spread and support or hinder the Protestant Reformation. The conference provides the occasion to establish a new book series: Studies of Early Modern Christianity in Central and Southeastern Europe.

The premise is to examine developments as parts of entangled histories in the region. The goal is not to negate existing historiographies, but rather to enrich them, to broaden academic horizons and to highlight the interconnectedness of societies, in particular concerning Protestants in the regions under scrutiny. Presentations should also take cultural-historical relevance into account. The conference organizers furthermore strive to present a critical approach, which focuses not only on best practices but also highlights conflicts, rivalries and estrangements. The planned conference aims to take a first step towards moving beyond the hitherto dominant national or denominational / ecclesial paradigm and explore some of the important contributions to Protestantism from the Reformation era until today in a multiperspectival way.

We invite paper proposals from various disciplines, with a focus on, but not limited to, church history, religious history, cultural history, history of literature, and theology. The submission of abstracts by two or more scholars who wish to present a joint paper exploring various cross-border or cross-cultural topics is possible.

Proposed papers may focus on:

  • cross-border and cross-linguistic contacts, Protestant networks and knowledge transfers in Central and Southeastern Europe during the time of the Protestant Reformation;
  • the frontiers of Reformation in Central and Southeastern Europe: the center and periphery pattern revisited;
  • uses and misuses of the comparative approach(es): time/timing, space, pace, narratives and processes;
  • the dilemmas of the historiography of Reformation in Central and Southeastern Europe: reception vs. native tradition;
  • the benefits of a Long Reformation (1500–1800) concept applied to Central and Southeastern European sources and historical realities;
  • linguistic and imagined communities, reformations and the emergence of the vernacular education in Central and Southeastern Europe;
  • early modern literature, literacy and mediality in the context of denominational traditions and beyond, transnational examples;
  • trans-, inter and supraconfessional phenomena amongst early modern Central European communites in the context of the multidenominational state;
  • the shared heritage of the Reformation today: memory cultures or commemorations that developed in the 19th and 20th centuries around persons or events bridging various cultures and languages.

Abstracts with a maximum length of 500 words are requested to be sent to Dr. Ulrich A. Wien at wien@uni-landau.de by 15th May 2022. Applicants will be informed about the decision of the organizers by the end of May 2022.

The conference is planned as an in-person event and will take place on the premises of the Lutheran Theological University in Budapest, Hungary. Depending on the further development of the COVID-19 pandemic, the conference may be held online. A publication of select papers from the conference is planned.