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Vergessener Holocaust in Transnistrien? Eine Erinnerungswerkstatt und Filmdokumentation

(April – Dezember 2019)

Teilnahmewettbewerb für Schüler/innen und Studierende aus der Ukraine und der Republik Moldau

Gemeinsam mit Experten und Zeitzeugen erkunden 20 Schüler/innen und Studierende aus jeweils zwei ukrainischen und moldauischen Städten (Czernowitz, Bălți, Chișinău und Mohyliw-Podilskyj) die Ghetto- und Deportationsgeschichte von Mohyliw-Podilskyj und Transnistrien in den Jahren 1941 bis 1944.
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Ausschreibungen zur Erinnerungswerkstatt in weiteren Sprachen: ukrainisch und rumänisch.

Vergessener Holocaust in Transnistrien? Eine Erinnerungswerkstatt und Filmdokumentation

(April – Dezember 2019)

 

Ein Projekt des IKGS, in Zusammenarbeit mit dem Museum für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina (Czernowitz, Ukraine), der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität (Czernowitz) und der Staatlichen Universität der Republik Moldau (Chișinău).

Blick über Otaci, Dnister und Mohyliw-Podilskyj ©Markus Winkler (zum Vergrößern Bild anklicken)

Projektförderung durch das Auswärtige Amt aus Mitteln des Programms zum Ausbau der Zusammenarbeit mit den Zivilgesellschaften in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland.

Projektinhalt: Erinnerungswerkstatt und Filmdokumentation über die Deportation der jüdischen Bevölkerung in die Lager Transnistriens. Das Projekt vernetzt Multiplikatoren und möchte die Gedenkkultur und den Wertediskurs in der Ukraine und der Republik Moldau fördern. Teilnehmende sind zivilgesellschaftliche Akteure, Multiplikatoren, Zeitzeugen sowie 20 Studierende und Schüler der gymnasialen Oberstufe aus beiden Ländern. Eine
Abschlussveranstaltung mit Filmpräsentation und Diskussion der Projektpartner findet im Dezember 2019 in Berlin statt.

Ehemaliges Jüdisches Haus in Czernowitz, beherbergt seit 2008 das Jüdische Museum ©Markus Winkler

Zum Hintergrund der Region: Das Gouvernement Transnistrien bestand von 1941 bis 1944 zwischen den Flüssen Dnister und Südlicher Bug (heute Ukraine) auf einer Fläche von ca. 42.000 km². Auf diesem Territorium, das seit dem Abkommen von Tighina im August 1941 unter rumänischer Besatzungsverwaltung stand, war im Zweiten Weltkrieg ein Lagersystem errichtet worden. Mehr als 150.000 Juden wurden aus der Bukowina und Bessarabien in Ghettos, Arbeitskolonien und Zwangsarbeitslager deportiert, die in rund 175 Ortschaften (Städte, Kleinstädte, Dörfer, ländliche Niederlassungen und Kolchosen) eingerichtet worden waren. In den von der rumänischen Gendarmerie bewachten Lagern kam es zu Exekutionen, viele Menschen starben vor Hunger und an Typhus. Zwei Drittel der Deportierten überlebten die Lager nicht. Im März 1944 wurden die Lager von der sowjetischen Armee befreit. Die Geschehnisse in Transnistrien waren Teil der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, fanden aber lange Zeit wenig Beachtung in der Öffentlichkeit.

Felix Zuckermann und Mykola Kuschnir (Museumsdirektor) im Gespräch im Jüdischen Museum Czernowitz, Vorbereitung der Filmdokumentation ©Markus Winkler

Das Vernetzungstreffen im April 2019 in der Ukraine und der Republik Moldau führte die Projektpartner aus Czernowitz, Chișinău und Mohyliw-Podilskyj zusammen. In Czernowitz wurde mit Felix Zuckermann, dem Hauptprotagonisten des geplanten Dokumentarfilms (Drehzeit 6.-16. Oktober 2019), eine Vorauswahl der Drehorte besprochen. Das Projektteam besuchte während seiner Recherchereise auch Mohyliw-Podilskyj am Dnister, wo sich zwischen 1941 und 1944 das größte Ghetto in der Region befand. Dieser Ort war aber auch Durchgangslager für viele Juden aus der Bukowina und Bessarabien während der Deportation in die Ghettos und Lager Transnistriens. Es wurden Erinnerungsorte aufgesucht und mit Multiplikatoren und Zeitzeugen vor Ort gesprochen. Dr. Galina Corman (Staatliche Universität der Republik Moldau, Chișinău) und Mykola Kuschnir (Direktor des Jüdischen Museums, Czernowitz), die gemeinsam die handlungsorientiere Erinnerungswerkstatt in Mohyliw-Podilskyj leiten werden (10.-13. Oktober 2019, mit 20 ukrainischen und moldauischen Schülern und Studierenden), tauschten sich mit dem Projektleiter Dr. Markus Winkler über die Inhalte und Formate aus.

#CivilSocietyCooperation

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Dr. Markus Winkler
Projektleitung

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