Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hat für 2018 ein Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes in Bibliotheken und Archiven in Deutschland ausgeschrieben (externer Link).

Der Projektantrag der Bibliothek des IKGS zur Entsäuerung und Restaurierung seltener deutscher Zeitungen und Zeitschriften zur Alltagskultur der vertriebenen deutschsprachigen Minderheit in Rumänien bis 1944 war erfolgreich und wird mit 12.000 € durch die Kulturstaatsministerin unterstützt.

Das Projekt soll den dauerhaften Originalerhalt von Zeitungen und Zeitschriften aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sicherstellen. Die ausgewählten Medien aus dem Bestand IKGS spiegeln allesamt die Alltagskultur in den deutschen Siedlungsgebieten in Rumänien wieder. Der Bestand besteht aus 26 Zeitungen und Zeitschriften, insgesamt sechs Regalmeter lang und 220 kg schwer. Er enthält u. a. Schulprogramme, Taschenkalender und Boulevardzeitungen. Auf die Flucht aus den Vertreibungsgebieten konnten meist nur wenige Habseligkeiten mit genommen werden. Verständlicherweise fielen Alltagsgegenstände und Dinge mit kurzzeitiger Bedeutung, wie Tageszeitungen, nicht darunter. Daher hat das IKGS an vielen der ausgewählten Titel entweder deutschlandweit Alleinbesitz oder den größten zusammenhängenden Bestand an Originalen. Hervorzuheben ist z. B. die Neue Jüdische Rundschau, eine deutschsprachige Wochenzeitung aus Czernowitz (Ukraine), die bisher nur im IKGS und in der Israelischen Nationalbibliothek nachgewiesen ist. Diese Zeitungen bilden somit „Brücken aus Papier“ zwischen den alten und den neuen Heimaten.

Die deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften sind in den Entstehungsgebieten entweder nicht erhalten oder nur selten in öffentlich zugänglichen Bibliotheken aufbewahrt und erschlossen. Sie stammen aus dem Zeitraum von 1837 bis 1944, in welchem industriell gefertigtes, säurehaltiges Papier verwendet wurde. Durch die Säure wird das Papier brüchig und droht zu zerfallen, ähnlich einer Brücke, die einstürzt, wenn sie nicht instandgehalten wird. Zudem weisen die Bestände zahlreiche Lagerungsschäden auf. Um einem drohenden Verfall vorzubeugen und eine Benutzung zu ermöglichen sind Entsäuerung, Restaurierung und Schutzverpackung dieser seltenen Bestände, auch im Hinblick auf eine spätere Digitalisierung, dringend notwendig. Dies kann nun durch die Förderung der BKM durchgeführt werden.