Paths of Transition / Transformation

Conference Transition / Transformation

Opening of the conference by the IKGS‘ director Florian Kührer-Wielach

 

Bericht: Paths of Transition / Transformation: Local Societies in Southeastern Europe in Transition from Empires to Nation States after World War I.

On 23rd and 24th November 2017, the IKGS, the Institute of Political History in Budapest, the Graduate School for East and Southeast European Studies, and Collegium Carolinum hosted the conference “Paths of Transition / Transformation: Local Societies in Southeastern Europe in Transition from Empires to Nation States after World War I” on the premises of the graduate school in Munich.

IKGS Director Florian Kührer-Wielach opened the conference and welcomed the 25 participants to Munich. His opening remarks were followed by Gábor Egry, director of the Institute of Political History, and Martin Zückert, managing director of Collegium Carolinum. The presence of these three institutions already set the stage for what was to follow. The primary research regions of the three institutes served as a common theme throughout the conference as conference participants regularly referenced Romania, Hungary and the former Czechoslovakia in the following days.

The conference was organised into five panels over the course of the two days. Panel One approached the broader conference topic by highlighting the issues of “Nations and New Orders”. In his presentation on transfer, transition, and transformation in Transylvania and beyond, Florian Kührer-Wielach introduced many of the topics discussed by the conference’s participants. Johannes Gleixner (Munich) followed by introducing the case of the Czech lands and looking into progressives and socialists in Czech republican ideology in the years leading up to World War I. A similar time was discussed by Călin Cotoi (Bucharest), who presented his research on public hygiene in the context of nation building in 19th and early 20th-century Romania. Ota Konrád (Prague) then shifted the temporal focus to the years after the war, highlighting the role of violence in the immediate transition period from 1917 to 1923 in the Bohemian and Austrian lands. Thomas Varkonyi (Vienna) closed the panel by analysing the attribute “Galician” as anti-Semitic code in Hungary throughout the 1910s and 1920s.

In the afternoon of this first day, Panel Two moved on to post-imperial biographies, to add a bottom-up perspective to the discussion. The panel was opened by Rok Stergar (Ljubljana), who described the end of the Habsburg Empire through the lives of writers and bureaucrats in the Slovene lands. Svetlana Suveica (Regensburg, Chișinău) offered a related perspective on the case of Bessarabia and the biography of Chișinău’s former mayor, Panteleimon V. Sinadino. With the biography of György Bernády, former mayor of Târgu Mureș, János Fodor (Cluj-Napoca) ended the panel.

On the second conference day, Panel Three opened by discussing local societies in transformation. Attila Simon (Komárno) presented the case of Košice in the immediate post-war period, followed by Jernej Kosi (Ljubljana, Graz), who provided insight into another border region of the former Kingdom of Hungary, Prekmurje in today’s Slovenia. Enikő Dácz (IKGS) concluded the panel with a double analysis of transition in Transylvania, examining the towns of Sibiu and Braşov in the years from 1918 to 1922.

Panel Four remained close to the topic of local transitions while shifting attention toward more comparative perspectives. Gábor Egry provided a view into the influence of professional networks in the newly “Romanian” regions of Banat and Maramureș. Ivan Jeličić (Trieste) continued by looking at the city of Fiume (today’s Rijeka) and how local actors reacted to the changing political climate there,

The final panel dedicated itself to “peculiar regions, peculiar people”. Julia Richers (Bern) first presented interwar biographies in Carpatho-Ukraine in the context of the Hungarian-Ukrainian/Soviet power struggle in the area after World War I. Eric Weaver moved on to another “border people” of the former Kingdom of Hungary, the Bunjevci in the country’s south, bordering the Kingdom of Serbia. The last presentation of the conference came from Ségolène Plyer (Strasbourg), who looked into experiences of transition in Bohemia.

The conference concluded with a round table discussion led by Gábor Egry, in which he, Ota Konrád, Ségolène Plyer and Julia Richers discussed the overall perspective for further research on the conference topics. In her closing remarks, Enikő Dácz summed up the main findings, points of contention and necessities for further research, announced the publication of selected conference papers and urged further comparative projects in the near future.

Moderne Märtyrer und Glaubenszeugen

Bericht: Podiumsdiskussion „Moderne Märtyrer und Glaubenszeugen – evangelische, katholische und orthodoxe Opfer kommunistischer Gewalt in Südosteuropa im und nach dem Zweiten Weltkrieg“

Unterdrückung, Marginalisierung, Verfolgung – noch im 21. Jahrhundert werden weltweit Menschen aufgrund ihrer Konfessionen diskriminiert. Um Religionsfreiheit muss auch heute gekämpft werden. An dieses Thema knüpfte die gut besuchte Podiumsdiskussion „Moderne Märtyrer und Glaubenszeugen – evangelische, katholische und orthodoxe Opfer kommunistischer Gewalt in Südosteuropa im und nach dem Zweiten Weltkrieg“ an, die am Abend des 26. Oktober 2017 im Haus des Deutschen Ostens in München stattfand und in deren Rahmen sich Prof. Dr. Thomas Bremer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Erzpriester Dr. habil. Daniel Buda (Ökumenischer Rat der Kirchen, Genf, sowie Lucian-Blaga-Universität Hermannstadt, rum. Sibiu) und PD Dr. Martin Illert (Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hannover, sowie Seminar für Ostkirchenkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) unterhielten.

Das Gespräch wurde von Dr. Angela Ilić, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Stellvertreterin des Direktors am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München, moderiert. Die Veranstaltung wurde vom IKGS in Kooperation mit dem Haus des Deutschen Ostens und dem Seminar für Ostkirchenkunde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt. Als weitere Partner fungierten der Bund der Vertriebenen, die Donauschwäbische Kulturstiftung, die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde ungarischer Sprache in München, die Deutsch-Rumänische Kulturgesellschaft «Apozitia» e. V. und die Ungarische Katholische Mission München.

Die Veranstaltung eröffnete IKGS-Direktor Dr. Florian Kührer-Wielach. Nach einer Einführung durch Angela Ilić sowie einer Begriffsreflexion widmeten sich die Diskutanten der Bedeutung des Märtyrertums in Südosteuropa unter Bezugnahme auf die ethnische Angehörigkeit und den lokalen Stellenwert von Märtyrern aus den deutschsprachigen Minderheiten. Im Verlauf des Gesprächs konnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Konfessionen sichtbar gemacht werden. Die Diskutanten definierten den Märtyrerbegriff ähnlich, zu dessen Semantik der gewalttätige Tod einer Person „aufgrund ihres Glaubens“ gehört. Die jeweiligen kommunistischen Regime in den Ländern Südosteuropas hatten in der Zeit des Kalten Krieges versucht, die häufig anzutreffende Übereinstimmung von Ethnie und Konfession für ihre Zwecke auszunutzen und die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen, mitunter mit Erfolg. Zwischen den Opfern der Regime konnte man trotzdem einen Zusammenhalt beobachten, der über die konfessionellen und ethnischen Identitäten hinausging. Als Beispiel dafür kann stehen, dass etwa in den Gefängnissen die konfessionelle und ethnische Zugehörigkeit zwischen den Häftlingen oft gar keine Rolle spielte. Obwohl die Verfassungen der sozialistischen Länder in Südosteuropa Religionsfreiheit garantiert hatten (offiziell war die kirchliche Angehörigkeit nur in Albanien verboten), wurden in der Praxis Priester, Gelehrte, Ordensleute und Laien aller Konfessionen oft verfolgt und verhaftet. In zahlreichen Fällen wurden sie ohne Grund festgenommen, und man warf ihnen sich gegen das Regime richtende politische Aktivitäten vor.

Im Verlauf der Veranstaltung wurden von Angela Ilić als Fallbeispiele die kurzen Lebensläufe von vier Personen in einer kleinen visuellen Präsentation vorgestellt, die unterschiedliche Länder (darunter Jugoslawien, die Sowjetunion und Ungarn) und Konfessionen (griechisch-katholisch, römisch-katholisch, serbisch orthodox sowie evangelisch-lutherisch) repräsentierten und alle wegen ihres Glaubens gelitten haben.

Nach der Präsentation stand die heutige Erinnerung an die Märtyrer im Mittelpunkt der Diskussion sowie die frühere Zusammenarbeit zwischen Kirche und Geheimdienst. Die Gesprächsteilnehmer kamen zum Ergebnis, dass letztgenannter Themenpunkt differenziert betrachtet werden müsse: Es komme darauf an, nicht alle Kirchen, Priester und Pfarrer im Kontext der Geheimdienst-Zusammenarbeit nur monoperspektivisch in den Blick zu nehmen und zu bewerten, denn unter diesen befanden sich sowohl solche, die Widerstand leisteten, sowie in unterschiedlicher Ausprägung diejenigen, die mit dem Regime zusammenarbeiteten. Diese Differenzierung sei jedoch in vielen Fällen schwierig, da nach der Wendezeit die Akten des Geheimdienstes, die die Zusammenarbeit der Kirchen mit dem Regime sichtbar machen sollten, häufig unkritisch und vorschnell veröffentlicht wurden. An etlichen Stellen trugen diese Veröffentlichungen mehr zur Verwirrung als zur historisch differenzierten Aufarbeitung innerhalb und außerhalb der Kirchen bei. Das berücksichtigend, so der Gesprächstenor, sollte man nach der christlichen Lehre an bestimmten Positionen für Vergebung und Versöhnung bereit sein.

Die Botschaft der Märtyrer für die junge Generation haben die Diskutanten folgenderweise formuliert: Daniel Buda meinte, man lerne aus der Vergangenheit, aber solle auch in die Zukunft blicken, denn es gäbe immer wieder neue Arten von Gewalt gegen die Kirche. Illert wies darauf hin, dass die Märtyrer Vorbilder seien, die den Mut gehabt hätten, die kommunistische Ideologie zu durchschauen und sich gegen diese zu stellen. Das Gespräch wurde mit den Worten Thomas Bremers abgerundet, der die Ansicht vertrat, dass alle, egal ob alt oder jung, lernen müssten, dass die Geschichte weitergehe, sich ändere und man ihr produktiv begegnen solle.

Das Publikum reagierte auf das Thema interessiert und brachte sich mit Fragen ein, die die Diskutanten zum Veranstaltungsende hin aufgriffen.

Éva-Rebeka Bíró / Clementina Irimină

Sachbearbeiterin/Sachbearbeiter

Am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München, einer von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien institutionell geförderten Einrichtung, ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines

Sachbearbeiterin/Sachbearbeiters
für die Bereiche Publikationen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsassistenz und Buchhaltung

zu besetzen. Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet (Entgeltgruppe 6 TVöD-Bund). Eine anschließende Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ist möglich und wird angestrebt.

Das kulturwissenschaftlich ausgerichtete, interdisziplinär arbeitende Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) erforscht Kultur und Geschichte, Sprache(n) sowie Literatur und Kunst in und aus Zentral- und Südosteuropa. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den deutschen bzw. deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen als Teil einer gemeinsamen, von Multikulturalität und Mehrsprachigkeit geprägten Kultur und Geschichte.

Die zu besetzende Stelle umfasst folgende Aufgabengebiete:

  • Publikationsassistenz im Bereich der Print- und Digitalpublikationen des IKGS inkl. Korrespondenz, Abwicklung von Bestellungen und Datenbank-Verwaltung

  • Assistenz in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation: Vor- und Nachbereitung von Konferenzen und öffentlichen Veranstaltungen, Einladungsgestaltung, Aktualisierung der Website und Versand des Newsletters, Pflege der Adressdatenbank

  • Mitarbeit in der Finanzbuchhaltung, Vorbereitung der Buchungsunterlagen (Ein- und Ausgangsrechnungen) und Buchung in der Buchhaltungssoftware

  • Querschnittsaufgaben in weiteren Arbeitsbereichen des IKGS

Einstellungsvoraussetzungen:

  • abgeschlossene Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten bzw. Fachangestellte/r für Bürokommunikation oder eine vergleichbare abgeschlossene dreijährige Ausbildung

  • Erfahrungen in der Verwaltungspraxis und im Umgang mit Buchhaltungssoftware

  • Kenntnisse und nach Möglichkeit Erfahrungen im Verlagswesen oder der Organisation von Veranstaltungen

Darüber hinaus wird erwartet:

  • überzeugendes und seriöses Auftreten mit entsprechender Dienstleistungsorientierung

  • Organisationstalent und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein

  • Erfahrungen mit modernen Informationstechnologien und deren Anwendung

  • Interesse am Arbeitsgebiet des IKGS

  • Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau

  • Reisebereitschaft

Gesucht wird für diesen vielseitigen Arbeitsplatz eine Persönlichkeit, die in die Zusammenarbeit mit Direktion, Verwaltungsleitung und den Beschäftigten des Instituts ein überzeugendes Maß an Teamfähigkeit bzw. Kooperationsbereitschaft sowie erfolgsorientiertem Handeln einbringt.

Wir fördern die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern, daher sind Bewerbungen von Frauen besonders erwünscht. Bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung werden Frauen nach dem Bundesgleichstellungsgesetz, schwerbehinderte Menschen nach Maßgabe des Sozialgesetzbuches IX besonders berücksichtigt; von schwerbehinderten Bewerberinnen und Bewerbern wird lediglich ein Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt. Eine Ausübung der Funktion durch Teilzeitkräfte ist grundsätzlich möglich.

Eine Anstellung erfolgt vorbehaltlich der Bewilligung der Mittel im Bundeshaushalt.

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen sind bis zum 15.11.2017 ausschließlich per E-Mail zu richten an verwaltung@ikgs.de.

Saxonica

Im Rahmen des Projektes „Saxonica. Ein virtuelles Archiv zur Alltagsgeschichte der Siebenbürger Sachsen im 20. Jahrhundert“ wurden mit Studierenden der Universität Hermannstadt rund 60 Zeitzeugeninterviews mit Siebenbürger Sachsen und Rumänen aus dem Raum Hermannstadt durchgeführt, Fotos zur Alltagsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg und schriftliche Dokumente gesammelt. Ziel war die Dokumentierung und Bereitstellung der Materialien zur weiteren Erforschung. Eine begleitende Ausstellung soll die rumänische Öffentlichkeit erreichen, um die heutige Bevölkerung für das deutsche Kulturerbe in Siebenbürgen zu sensibilisieren.

Der Abschlussworkshop findet vom 24.10.2017 in Hermannstadt/Sibiu statt.

Programm

Marţi/Dienstag, 24.10.2017
11.00 Corneliu Pintilescu (Academia Română Cluj/Rumänische Akademie Klausenburg):
Saxonica: O arhivă virtuală a vieţii cotidiene a saşilor în secolul XX: Bilanţul proiectului/Ein
virtuelles Archiv zur Alltagsgeschichte der Siebenbürger Sachsen im 20. Jahrhundert:
Projektbilanz

11.30 Camelia Ștefan (Muzeul ASTRA Sibiu/ASTRA Museum Hermannstadt): Cercetări
etnografice în comunităţile săseşti. Rezultate reflectate în expoziţii şi publicaţii/
Ethnographische Forschungen in den ländlichen Gemeinden der Siebenbürger Sachsen:
Ausstellungen und Publikationen

12:00 András Bándi (Casa Teutsch/Teutsch Haus Hermannstadt): Colecţii personale în arhiva
Casei Teustch din Sibiu/Privatsammlungen im Archiv des Teutsch-Hauses

12:30 Daniela Stanciu (Universitatea Babeş-Bolyai/Babeş-Bolyai-Universität): Sursele vizuale şi
istoria vieţii cotidiene a saşilor. Problematizări, concepte şi metode/Visuelle Quellen und die
Alltagsgeschichte der Sachsen. Fragestellungen, Konzepte, Methoden

13:00 Oana Burcea (Muzeul ASTRA): Cum abordăm comunităţile tradiţionale: cazul romilor
corturari/ Wie man die traditionellen ländlichen Gemeinschaften erforscht. Der Fall der Roma

13:30 Pauză de masă / Mittagspause

14:30 Masă rotunda / Runder Tisch: Concluzii ale activităţilor desfăşurate în cadrul proiectului
Saxonica: Experienţe personale şi tipologii de intervievaţi/Schlussfolgerungen aus den
Aktivitäten im Rahmen des Projekts Saxonica: Persönliche Erfahrungen und Typologien von
Interviewpartnern

16:00 Concluzii / Zusammenfassung der Ergebnisse

32. Internationale Siebenbürgische Akademiewoche

Unter dem Titel „Jugend in Bewegung“ beschäftigte sich die diesjährige 32. Siebenbürgische Akademiewoche von Studium Transylvanicum mit einem breiten Themenbereich und dabei auch implizit mit sich selbst. Initiiert vom Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, zielt diese Veranstaltung – inzwischen mit aktiver Unterstützung des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) – seit 1986 darauf ab, an Siebenbürgen interessierte Nachwuchswissenschaftler miteinander zu verbinden. Jugendvereine und zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse sind daher ein Thema, das der Veranstaltung traditionell nahesteht. Die diesjährige Ausgabe der Akademiewoche fand von 12. bis 17. Juni in Neppendorf (rum. Turnişor) statt. In den Räumlichkeiten der dortigen Evangelischen Akademie Siebenbürgen sowie in unterschiedlichen Instituten im nahegelegenen Hermannstadt (rum. Sibiu) wurde der Themenbereich Jugend und Zivilgesellschaft dann eine Woche lang ausgiebig diskutiert.
Den Start machte am Montagvormittag der Vortrag Stefanie Lutschs (Erlangen) zum Thema Rückwanderungspotential der Siebenbürger Sachsen nach Rumänien, welcher insbesondere bei Teilnehmern aus der Region auf großes Interesse stieß. Nach ausgiebigen ersten Diskussionen hielt der Nachmittag dieses ersten Tages dann auch gleich Kulturprogramm bereit – die Teilnehmer der Akademiewoche besichtigten gemeinsam das ASTRA-Freiluftmuseum der traditionellen Volkskultur bei Hermannstadt.
Den zweiten Konferenztag läutete Andreea Dumitru aus Hermannstadt mit ihrem Vortrag zu interethnischen Ehen zwischen Siebenbürger Sachsen und Rumänen im heutigen Siebenbürgen ein und schloss damit an die aktuellen Fragen in Bezug auf Siebenbürger Sachsen an, die schon am Montag besprochen worden waren. Auch der restliche Dienstag stand ganz im Zeichen der siebenbürgisch-sächsischen Kultur. Der Restaurator und Archäologe Robin Gullbrandsson (Floby/Falköping, Schweden) führte die Teilnehmer am Nachmittag in zwei siebenbürgisch-sächsische Kirchenburgen, nach Großau (rum. Cristian) und Reußmarkt (rum. Miercurea Sibiului). Am Abend folgte in den Räumlichkeiten der Stiftung Kirchenburgen im Bischofpalais der evangelischen Kirche A. B. in Hermannstadt ein öffentlicher Vortrag des Hildesheimer Diplom-Restaurateurs Ralf Buchholz zu seinen aktuellen Restaurationsarbeiten in Siebenbürgen.
Am Mittwochvormittag begrüßte das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien die Teilnehmer der Akademiewoche in seinem Hermannstädter Büro. Der Geschäftsführer des Forums, Benjamin Józsa, stellte die Forumsarbeit im Allgemeinen vor, gefolgt von einem Vortrag zu deutscher Jugendarbeit in Rumänien von Paul Binder, dem Vorsitzenden des Jugendforums Kronstadt (rum. Braşov). Zurück in Neppendorf starteten die Teilnehmer mit einem Vortrag zu Jugendvereinen im Burzenland von Emese Veres (Budapest) in den Nachmittag. Es folgten eine Präsentation zur Lautverschiebung im Siebenbürgisch-Sächsischen von Stephanie Schappes (Nordheim) und einige praktische Ausführungen zur Arbeit der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland von Bettina Mai (München).
Einen besonderen Einblick in den aktuellen Stellenwert der deutschen Kultur in Siebenbürgen bot dann der Donnerstagvormittag, an dem ein Besuch im Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt auf dem Plan stand. Auf Einladung der Direktorin Monica Hay stellten der dortige Lehrer Hugo-Alexander Frohn und einige seiner Schüler den Teilnehmern der Akademiewoche aktuelle Projekte der Schule vor, worauf der Impulsvortrag „Zivilgesellschaft und Vereinswesen in Südosteuropa“ von Klaus Roth (München) folgte. An viele der von ihm vorgestellten Ideen knüpfte das weitere Tagungsprogramm am Nachmittag direkt an, etwa mit einem Vortrag zum rumänischen Verein „Junimea“ und seinem historischen Einfluss von Markus Bauer (Berlin) oder Ausführungen zum Siebenbürgen-Bild in der englischen Phantastik des 19. Jahrhunderts von Pasha Tavakoli (Paris). In den Abendstunden folgte schließlich noch eine angeregte Diskussion zum Format der Siebenbürgischen Akademiewoche selbst und zu den Planungen für die nächstjährige Ausgabe.
Der letzte Veranstaltungstag begann mit einem Vortrag zur Ungarndeutschen Jugend von Zsolt Vitári (Fünfkirchen/Pécs) und zur rumänisch-deutschen Jugend in der Zeit der Königsdiktatur von Philippe Blasen (Bertrange, Luxemburg und Klausenburg/Cluj-Napoca). Am Nachmittag begrüßten Ruth István und Sebastian Bethge von der Stiftung Kirchenburgen die Teilnehmer ein weiteres Mal in Hermannstadt, um Einblicke in die laufende Arbeit der Stiftung in Siebenbürgen zu geben. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung am Freitagabend mit der Eröffnung der ebenfalls an diesem Wochenende stattfindenden Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde in der Aula des Brukenthal-Gymnasiums. Die Eröffnungsrede hielt Harald Heppner (Graz), der in seinem Vortrag die Region Siebenbürgen im Europa des 18. Jahrhunderts verortete. Einige Teilnehmer der Akademiewoche nahmen an den Folgetagen noch an weiteren Vorträgen der Tagung teil, für die anderen hieß es am Samstagvormittag aber Abschied nehmen. Bis zum nächsten Jahr – mit der dann 33. Ausgabe der Siebenbürgischen Akademiewoche.

Ralf Grabuschnig

„Rumänien im Aufbruch“

„Rumänien im Aufbruch. Was die Proteste gegen die Korruption für das Land und für Europa bedeuten“ – über diese Frage diskutierten am 21. März 2017 Florian Kührer-Wielach (IKGS) mit Dragoş Anastasiu (Präsident der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer), Dr. Tina Olteanu (Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien) und Robert Schwartz (Deutsche Welle).
Eine Veranstaltung in der Reihe „Forum“ der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien in Kooperation mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München und der Südosteuropa-Gesellschaft.