Erschließung der Bildbestände von Dr. Rudolf Hartmann
Digitalisierung und Erfassung des fotografischen Teilnachlasses von Dr. Rudolf Hartmann
Erschließungs- und Digitalisierungsprojekt
Der Teilnachlass Hartmann im IKGS-Fotoarchiv
Im IKGS-Fotoarchiv befinden sich insgesamt mehr als 4.000 Fotografien und Negative vom Fotografen und Volkskundler Dr. Rudolf Hartmann, der über mehrere Jahrzehnte die Siedlungen, die Trachten und Traditionen sowie die Mitglieder deutscher Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa fotografiert hat.
Der geografische Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Ungarn, aber es liegen auch Fotografien aus Jugoslawien, der Tschechoslowakei, Rumänien und Bulgarien vor. Die meisten Aufnahmen sind in der Zwischenkriegszeit entstanden. Die regionalen Schwerpunkte innerhalb der Länder sind mit einem Fokus auf die Siedlungsgebiete der deutschen Minderheiten verbunden: In Ungarn wurden die meisten Fotografien in der Schwäbischen Türkei, im Ofner Bergland und in Wesprim/Veszprém aufgenommen; in Jugoslawien hat Hartmann vor allem in der Batschka, in der Gottschee/Kočevska[1] sowie in Slawonien fotografiert; innerhalb der Tschechoslowakei liegt der Schwerpunkt auf der Region Zips und auf Oberufer/Prievoz bei Preßburg/Bratislava; in Rumänien wurden Mitglieder der deutschen Minderheitengruppen im Banat, im Sathmar sowie in Siebenbürgen abgelichtet, während in Bulgarien die meisten Bilder in Rustschuk/Russe und in der Dobrudscha entstanden sind.
Zwei weitere Teile des Nachlasses von Dr. Rudolf Hartmann befinden sich im Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa (IKDE) Freiburg i. B. und im Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) Tübingen.
Dr. Rudolf Hartmann
Rudolf Hartmann wurde 1902 in Leipzig geboren und kam als Student 1925 während einer Studienreise nach Ungarn. Dort, in den Dörfern in der Tolnau/Tolna und Branau/Baranya, kam er zum ersten Mal mit Ungarndeutschen in Kontakt. Ab 1928 arbeitete er als Lektor an der Universität in Szegedin/Szeged, ab 1934 als DAAD-Lektor in Debrezin/Debrecen und von 1938 bis 1943 an der Technischen Universität in Budapest. Während dieser Zeit bereiste er Ungarn und seine Nachbarländer und erstellte insgesamt mehr als 10.000 Fotografien.
Eine geringe Auswahl seiner Fotografien veröffentlichte Hartmann in zwei Büchern,[2] die im Verlag des Südostdeutschen Kulturwerks publiziert wurden, der Vorgängerinstitution des IKGS.
Das Projekt
Im Rahmen des Projektes werden die Bestände feinsortiert, in einer Datenbank einzeln erfasst und digitalisiert. Alle Bestände werden von einem externen Dienstleister digitalisiert. Die Bestände werden verzeichnet und mit einem Feinverzeichnis ergänzt, was die Vergabe von Signaturen, die Erfassung von Metadaten und Georeferenzierung beinhaltet.
Die Digitalisierung und Verzeichnung des Teilnachlasses im IKGS trägt zur vollständigen Erfassung des fotografischen Nachlasses von Dr. Rudolf Hartmann und dadurch zur Erforschung der Kultur und Geschichte deutscher Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa bei.
[1] Die Fotografien und Negative Hartmanns aus der Gottschee werden im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanzierten Projekt „Wissenschaftliche Auswertung und Vorbereitung auf Digitalisierung von Bildbeständen über die Gottschee“ erfasst und digitalisiert. Projektseite: https://www.ikgs.de/bildbestaende-gottschee/.
[2] Rudolf Hartmann: Deutsches Dorf in Ungarn. Bilder und Dokumente der Erinnerung aus der Schwäbischen Türkei. München 1976; ders.: Die Schwäbische Türkei und ihre Volkstrachten. München 1992.
- Projektlaufzeit: November 2025–Januar 2026
- Drittmittel: 25.000 € aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten / Bundesministerium des Inneren (BMI)
- Projektleitung: PD Dr. Angela Ilić
PD Dr. Angela Ilić
Ansprechpartnerin Fotoarchiv
Projektleitung
E-Mail: ilic@ikgs.de
Peter Kamp
Projektbearbeitung
Dr. Sam Kennerley
Projektbearbeitung
Paula Ruppert, M. A.
Projektbearbeitung

Das Projekt wurde aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ermöglicht.