Blog: Grenzen im Fluss

Der Blog „Grenzen im Fluss“ des Magazins des 13. Jahrgangs des Elitestudiengangs Osteuropastudien der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg ist ab sofort zugänglich. 15 Studierende beider Universitäten haben sich auf die Suche nach Grenzen im Fluss gemacht – und sie auf Karten und in Köpfen gefunden.

Hier geht’s zum Blog: grenzenimfluss.com (externer Link)

Die Beiträge erzählen Geschichten vom Isonzo bis zum Dnister und befassen sich unter anderem mit dem Ersten Weltkrieg, mit der Ghetto-Erfahrung eines rumänischen Schriftstellers in Transnistrien und mit einem kroatischen Konzentrationslager. Ebenso widmen sich mehrere Texte der Donau, wo Projekte die Kooperation zwischen den Donauländern fördern.

Der Elitestudiengang Osteuropastudien ist ein interdisziplinärer Masterstudiengang der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg. Das Lehrangebot umfasst die Fächer Geschichte Ost- und Südosteuropas, Slavistik, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaften, Türkische und Osmanische Studien, Vergleichende Literaturwissenschaft, Jüdische Geschichte und Kultur, Europäische Ethnologie und Volkswirtschaftslehre.

Exportgut Reformation

Soeben erschienen ist das Buch von Ulrich A. Wien, Mihai-D. Grigore (Hgg.): „Exportgut Reformation. Ihr Transfer in Kontaktzonen des 16. Jahrhunderts und die Gegenwart evangelischer Kirchen in Europa“.
Erstmals europaweit werden Transferprozesse der Reformation über die „Grenzen“ des deutschen Sprachraums in die Nachbarbevölkerungen dargestellt. Nach einem gesamteuropäischen Überblick behandeln die Einzelbeiträge international renommierter Forscher zunächst die Entwicklungen im 16. Jahrhundert in den Kontakträumen zu Nachbarn des deutschen Sprachgebiets. Dabei beschreibt der Band die Verhältnisse – ausgehend vom Ostseeraum – in einem über West-, Süd- und Osteuropa reichenden geographischen Rahmen. Der Sammelband zeichnet nach, welche Strategien und Maßnahmen politischer und theologischer Förderung in Kontaktzonen dazu führten, dass bei ethnisch und politisch differierenden Nachbarn trotz bestehender Unterschiede eine zum großen Teil nachhaltige Resonanz auf die Reformation möglich wurde. Die differierenden Ansätze zur Konfessionsbildung werden erkennbar. Im zweiten Hauptteil werden in parallelen Länderbeiträgen die Entwicklungen und Gegenwartssituation der geschichtlichen, aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen in den ursprünglichen Transferzonen vorgestellt. Nach einer fast fünfhundertjährigen Geschichte zeigen Experten besonders zwischen Nord-, West- bzw. Osteuropa grundlegende Differenzen auf, die einerseits von Gegensätzen – zwischen der Ausprägung von Staatskirchen und extremer Diasporasituation – gekennzeichnet sind. Vitale protestantische Existenz in Kontakträumen und multiethnischen Begegnungszonen Europas gehört andererseits vor dem Hintergrund der Transferprozesse in der Reformationszeit auch heute zu den nachhaltig wirksamen Kennzeichen Europas.

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