Neuerscheinung: Handbuch der deutschen Sprachminderheiten in Übersee

Das neue „Handbuch der deutschen Sprachminderheiten in Übersee“ von den Herausgebern Albrecht Plewnia und Claudia Maria Riehl ist nun im Gunter Narr Verlag erschienen. Auf 293 finden sich Beiträge von Hans C. Boas, Katharina Dück, Stefan Engelberg, Anne-Katharina Harr, William D. Keel, Claudia Maria Riehl, Peter Rosenberg, Heinrich Siemens und Adam Tomas.

Mit dem „Handbuch der deutschen Sprachminderheiten in Übersee“ liegt nun ein komplementärer Band zum „Handbuch der deutschen Sprachminderheiten in Mittel- und Osteuropa“ vor. Es bietet eine konzentrierte Zusammenschau der Situation der deutschsprachigen Minderheiten außerhalb Europas. Acht Überblicksartikel (USA, Texas, Südamerika, die Mennoniten, Namibia, Südafrika, Australien, ehemalige Kolonialgebiete in der Südsee) liefern ausführliche Informationen über die historischen Entwicklungen der jeweiligen Sprachinseln, über die politische und rechtliche Lage der Minderheiten und ihre demographische Situation. Dabei wird für jedes Land eine Dokumentation der Kompetenz- und Sprachgebrauchssituation, eine Beschreibung und Analyse der soziolinguistischen Situation mit ihren je spezifischen Standard-Substandard-Verteilungen und eine Untersuchung der Spracheinstellungen der Sprecher geboten.

Inhalt:
Vorwort

1. Claudia Maria Riehl: Australien

2. Stefan Engelberg: Ozeanien

3. Anne-Katharina Harr: Südafrika

4. Katharina Dück: Namibia

5. William D. Keel: USA

6. Adam Tomas: Pennsylvanischdeutsch

7. Hans C. Boas: Texas

8. Peter Rosenberg: Lateinamerika

9. Heinrich Siemens: Mennoniten in Übersee

Autoreninformation:
Dr. Albrecht Plewnia ist Leiter des Programmbereichs Sprache im öffentlichen Raum am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.
Prof. Dr. Claudia Maria Riehl ist Inhaberin des Lehrstuhls für Germanistische Linguistik mit Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache und Leiterin des Instituts für Deutsch als Fremdsprache an der LMU München.

Das Buch kann auf www.narr.de (externer Link) bestellt werden.

Buchvorstellung: Donauschwaben – Deutsche Siedler in Südosteuropa

Am Donnerstag, dem 15. November, findet im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) um 19 Uhr die Vorstellung des Buches „Donauschwaben – Deutsche Siedler in Südosteuropa“ mit den Autoren Gerhard Seewann und Michael Portmann und Harald Roth (Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa) statt.

Endlich gibt es eine kompakte Darstellung der Geschichte aller Donauschwaben von der Ansiedlung bis in die Gegenwart. Auf knapp 400 Seiten haben die Historiker Gerhard Seewann und Michael Portmann ein leicht zu lesendes Handbuch mit zahlreichen Abbildungen und Karten verfasst, das den aktuellen Forschungsstand wiedergibt. Das Buch behandelt alle Siedlungsgebiete und ordnet die Geschichte der Deutschen zwischen Budapest und Belgrad in die großen politischen und gesellschaftlichen Strömungen der letzten drei Jahrhunderte ein. Ein kleines, aber wichtiges Kapitel europäischer Geschichte!

Von Ulm aus fuhren im 18. Jahrhundert regelmäßig Schiffe flussabwärts. Menschen, die sich im südöstlichen Mitteleuropa eine bessere Zukunft versprachen, ließen sich einschiffen. Die meisten stammten aus den südwestlichen Ländern des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Ihr Ziel war das Königreich Ungarn. Die Einwanderer nannte man unabhängig von ihrer Herkunft „Schwaben“. Nach 1918 gehörten diese nun „Donauschwaben“ genannten Gruppen drei verschiedenen Staaten an. Ab 1944 verloren Hunderttausende durch Flucht, Vertreibung und Deportation ihr Zuhause, Tausende ihr Leben. Ein Großteil fand in Süddeutschland Zuflucht. Die Verbliebenen bilden heute aktive deutsche Minderheiten in ihren Heimatstaaten.

Weitere Informationen zur Vorstellung sowie zum Buch finden Sie im Flyer des DZM (PDF-Datei).

Newsletter der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien: Wintersemester 2018/19

Vor sechs Jahren, im November 2012, wurde die Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien ins Leben gerufen. Zahlreiche ausgezeichnete Promotions- und Postdoc-Projekte sind seither abgeschlossen worden – ein Nachweis für den Erfolg des Qualifizierungsprogramms der Graduiertenschule. Zuletzt haben etwa Marija Đokić, Henner Kropp, Jacqueline Nießer, Henriette Reisner und Jan Tesař ihre Dissertationen verteidigt. Melanie Arndt, Friederike Kind-Kovács und Jasper Trautsch reichten ihre Habilitationsschriften ein.

Die Graduiertenschule hat sich zudem längst als Forum für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Qualifizierungsstufen etabliert. Im zurückliegenden Sommersemester konnte die Graduiertenschule so wieder einige renommierte Fellows – diesmal allesamt Frauen – begrüßen: Kateřina Králová (Prag), Marina Mogilner (Chicago), Caitlin Murdock (Long Beach) und Meltem Toksöz (Providence); hinzu kamen noch Polina Barvinska (Odessa) und Lucie Dušková (Prag), die sich auf Basis eigener Förderungen in die Graduiertenschule einbrachten. Ihre jeweiligen Forschungen lieferten u. a. wichtige Impulse für die Arbeit in den Studiengruppen.

Die abermals gemeinsam mit dem Masterstudiengang Osteuropastudien und lokalen Partnern veranstaltete Sommerschule nahm sich im September aus interdisziplinärer Perspektive des Lebens an und mit dem (Mittel-)Meer an. Am Beispiel der Stadt Rijeka wurden vielfältige Themen verhandelt: Umwelt und Tourismus, Arbeitswelten, Erinnerungskultur(en), Multiethnizität und Sprachen sowie Rijeka als Europäische Kulturhauptstadt 2020. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten wir auch Masterstudierende und Promovierende aus Kroatien, Ungarn, Russland, Serbien und den USA begrüßen, die von den Diskussionen und Exkursionen sehr angetan waren.

Wir können also mit einigem Stolz auf das Erreichte blicken. Aber die Welt im Jahr 2018 unterscheidet sich von der im Jahr 2012. Wie passen etablierte theoretische und methodische Prämissen noch zu den heutigen Herausforderungen? In welchen geografischen Zusammenhängen müssen wir die Themen unserer Forschung denken? Und welche Folgen haben transnationale Kommunikationspraktiken auf die Produktion, Annahme und Anwendung von Wissen? Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz und für eine Diskussion der Paradigmen, Themen und Methoden der Ost- und Südosteuropastudien als Area Studies für das 21. Jahrhundert. Die fünfte Jahrestagung der Graduiertenschule wird sich daher vom 25. bis 27. Oktober 2018 in München dieser Aufgabe widmen und mit aktuellen und ehemaligen Promovierenden und Postdocs sowie international renommierten Kolleginnen und Kollegen anhand konkreter Forschungseinblicke über diese und andere Fragen debattieren.

Hier finden Sie den aktuellen Newsletter als PDF-Datei.

Katalog: „Wir und Passarowitz. 300 Jahre Auswirkungen auf Europa“

Im Jahr 1718 schließen das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie einen Friedens- und einen Handelsvertrag in Passarowitz, dem heutigen Požarevac im Nordosten Serbiens. Die beiden Verträge beenden nicht nur den Kriegszustand zwischen den beiden Mächten. Sie leiten eine neue Ära der Beziehungen ein und stellen die künftige Zusammenarbeit zwischen Zentraleuropa und den Balkanländern auf eine völkerrechtliche Basis. 

Die Ausstellung ist den Folgewirkungen der Verträge in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft, politische Beziehungen, kultureller und wissenschaftlicher Austausch bis in die Gegenwart gewidmet.

Der vergriffene Katalog zur Sonderausstellung „Wir und Passarowitz. 300 Jahre Auswirkungen auf Europa“, die von Prof. Harald Heppner maßgeblich mitgestaltet wurde, ist nun online abrufbar.

Hier geht’s zum Katalog: museum-joanneum.at (externer Link)

Erschienen im Eigenverlag
Universalmuseum Joanneum GmbH
ISBN: 978-3-90317903-5
124 Seiten

Exportgut Reformation

Soeben erschienen ist das Buch von Ulrich A. Wien, Mihai-D. Grigore (Hgg.): „Exportgut Reformation. Ihr Transfer in Kontaktzonen des 16. Jahrhunderts und die Gegenwart evangelischer Kirchen in Europa“.
Erstmals europaweit werden Transferprozesse der Reformation über die „Grenzen“ des deutschen Sprachraums in die Nachbarbevölkerungen dargestellt. Nach einem gesamteuropäischen Überblick behandeln die Einzelbeiträge international renommierter Forscher zunächst die Entwicklungen im 16. Jahrhundert in den Kontakträumen zu Nachbarn des deutschen Sprachgebiets. Dabei beschreibt der Band die Verhältnisse – ausgehend vom Ostseeraum – in einem über West-, Süd- und Osteuropa reichenden geographischen Rahmen. Der Sammelband zeichnet nach, welche Strategien und Maßnahmen politischer und theologischer Förderung in Kontaktzonen dazu führten, dass bei ethnisch und politisch differierenden Nachbarn trotz bestehender Unterschiede eine zum großen Teil nachhaltige Resonanz auf die Reformation möglich wurde. Die differierenden Ansätze zur Konfessionsbildung werden erkennbar. Im zweiten Hauptteil werden in parallelen Länderbeiträgen die Entwicklungen und Gegenwartssituation der geschichtlichen, aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen in den ursprünglichen Transferzonen vorgestellt. Nach einer fast fünfhundertjährigen Geschichte zeigen Experten besonders zwischen Nord-, West- bzw. Osteuropa grundlegende Differenzen auf, die einerseits von Gegensätzen – zwischen der Ausprägung von Staatskirchen und extremer Diasporasituation – gekennzeichnet sind. Vitale protestantische Existenz in Kontakträumen und multiethnischen Begegnungszonen Europas gehört andererseits vor dem Hintergrund der Transferprozesse in der Reformationszeit auch heute zu den nachhaltig wirksamen Kennzeichen Europas.

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